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Thalheim


Gütighausen

 
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Ortsfamilienbuch Thalheim an der Thur

Thalheim Wappenscheibe 1685
Im Jahre 1866 fand man im Brandbühl beim Rebenhacken ein Frauengrab aus der Bronzezeit. Der beigelegte Schmuck wurde auf das Jahr 1200 v.Chr. datiert und befindet sich heute im Landesmuseum in Zürich.
Im 7.Jahrhundert gründete ein Alamanne mit Namen Torilo eine Siedlung. Vermutlich benannten die Bewohner ihr Dorf nach ihrem Anführer, Torilinchovum. (Dies ist jedoch nicht belegt.) Erst im Jahre 1166 wird unser Thalheim als Torlinchovin erwähnt. Dieser Name änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals, bis im 18.Jh.daraus Dorlikon entstand.

1877 beschlossen die Dorliker, in der Gemeindeversammlung dem Regierungsrat des Kanton Zürich einen Antrag auf Namensänderung zu stellen. 1878 wurde dieser genehmigt und die Gemeinde in Thalheim an der Thur umbenannt. Was steckte hinter dem Wunsch der Dorliker, nicht mehr Dorliker zu sein? Spott und daraus entstehende Schwierigkeiten für die Bürger erwähnt das Protokoll der entsprechenden Gemeindeversammlung. Es müssen aber sicherlich noch weitere Beweggründe vorhanden gewesen sein, die schlussendlich zur Namensänderung führten. In der Zeit um 1877 herrschte eine allgemeine Konjunkturkrise von weltweitem Ausmaße. Besonders die Ackerbaugebiete litten darunter. Dazu lasteten in der Dorliker Gemeindekasse die Schulden der Nationalbahn und Schäden aus der Thurüberschwemmung. Es ist deshalb gut anzunehmen, dass mit der Namensänderung auch ein Aufbruch in glücklichere Zeiten verbunden war. Der neue Name wurde so zum Signal dafür, dass die Dorliker zur Tat schritten, wo es galt, Voraussetzungen für eine glücklichere Zukunft zu schaffen und hemmende Traditionen zu sprengen.

Gütighausen findet sich 1268 erstmals in einer Urkunde erwähnt, die von Rudolf von Winterberg berichtet, der einen Teil seines Grundstücks zu „Guethinchusen“ den Nonnen von Tänikon (bei Aadorf TG) vergabte. Aber auch dieser Name änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals. Im 19. Jahrhundert war „Gütikhausen“ üblich und bis heute hält sich die Bezeichnung „Güetickuse“.

In den Jahren 1611 und 1612 wütete, wie überall in Europa, die Pest. 102 Tote waren in Thalheim und Gütighausen zu beklagen. 1637 wurden bei einer Zählung 289 Einwohner erfasst, also erlitt ungefähr ein Viertel der Bevölkerung damals den schwarzen Tod.
Anfang des 18.Jahrhunderts verauffalte (Konkurs) beinahe das ganze Dorf. 43’000 Gulden Schulden hatten sich auf 61 Bauernhöfen angehäuft. Die Gläubiger waren meist Herren aus den nahgelegenen Städten. Viele Bauern betrieben ihre Höfe mit neuer Schuldenlast weiter, andere verloren ihr Hab und Gut und von diesen wanderten etliche nach Amerika aus.
Die erste Erwähnung unserer Schule geht auf das Jahr 1615 zurück. Eintrag aus der Rechnung des Amtes Töss:“ Dem Schulmeister zu Torlicken zu einer Hilff, ein Schuel alda ufzerichten und zhalten, uff Pit der Gmeind uss oberkeitlichen Gnaden.“ Schule wurde jedoch nur im Winter gehalten, im Sommer brauchte man auch die kleinen Hände auf dem Feld. 1826 erhielten die Dorliker und 1834 die Gütighauser Kinder ihr eigenes Schulhäuschen. 1962 bewiesen die Thalheimer mit dem Bau einer Mehrzweckturnhalle Pioniergeist. Die Kosten von Fr. 840’000.- waren dazumals eine riesige Investition für das kleine Dorf, die aber nie bereut wurde.
Erst im Jahr 1862 wurde in Gütighausen die erste Holzbrücke über die Thur erbaut. Nur 14 Jahre später riss sie das Hochwasser mit und es dauerte wieder drei Jahre bis eine neue erstellt war.
1875 wurde die Eisenbahnlinie Winterthur - Etzwilen - Singen eröffnet, die den Thalheimern das Tor zur Welt öffnete.

Literatur über Dorlikon

Die Bände sind – mit Ausnahme von Band I – vom Th. Gut Verlag bzw. von der Zürichsee Druckereien AG, 8712 Stäfa gestaltet und gedruckt worden. Band I ist zusammen mit dem Historiker Reinhard Nägeli entstanden. Verfasser der Bände II bis VI ist Konrad Basler. Bücher, die nicht mehr beim Verlag erhältlich sind, können bei der Gemeindeverwaltung in 8478 Thalheim an der Thur oder allenfalls auch bei der Basler & Hofmann AG in 8133 Esslingen beschafft werden.

Band I: Thalheim an der Thur. Aus der Geschichte einer Gemeinde im Zürcher Weinland. Herausgegeben von der Gemeinde Thalheim an der Thur zur Erinnerung an die Namensänderung vor hundert Jahren, Andelfingen 1978.
Der Marthaler Historiker Reinhard Nägeli lehrte an der Winterthurer Kantonsschule Geschichte. Er schloss Konrad Basler die Thalheimer Vergangenheit auf. Man könne ja lesen, was unsere Ahnen so alles erlebten, fand dieser. Man müsse nur die Akten im Staatsarchiv studieren.

Band II: Spurensicherung in der Zürcher Weinlandgemeinde Thalheim. Ein persönlich gefärbter Bericht. Stäfa 1991. (Das Werk war ein Geschenk des Verfassers an seine Heimatgemeinde Thalheim zur 700-Jahr-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft.)
Wenigstens die neuen dorfeigenen Dokumente und Ueberlieferungen sollten gerettet werden! Die Güterzusammenlegung überdeckte die jahrhundertealten Flurnamen. Man vergass sie schon nach einer Generation. Auch Bräuche drohten in Vergessenheit zu geraten. Sichert die Spuren unserer Vorfahren!

Band III: Dorliker Auswanderer. Schweizer Siedlungspioniere und Kulturbringer in den USA. Ein Erlebnisbericht, Stäfa 1993. (Ins Englische übersetzt von Laura Villiger.)
Vor 2 ½ Jahrhunderten wanderten rund zwei Dutzend Dorliker nach Uebersee aus. Wie nur ist es ihnen ergangen? Unter ihnen waren auch ein Konrad Basler und ein Rudolf Epprecht samt ihren Familien. Damals hatte der Wind für den Antrieb der hölzernen Schiffe zu sorgen. Kamen diese Auswanderer wohl an in „Carolinien“? – Ihre Grabstätten sind noch auszumachen, und zwar in Pennsylvania!

Band IV: Dorlikon an der Grenze des Wachstums. Zur Kulturgeschichte einer Zürcher Dorfschaft im 17. Jahrhundert, Stäfa 1998.
Im Spät-Barock wurden auch auf dem Lande einige Bevölkerungsverzeichnisse erstellt. Diese Listen beschreiben nicht nur die einzelnen Familien samt geschätztem Alter jeder Person, sondern auch die Hausverteilung über das Strassendorf Dorlikon hin. Wer wo wohnte, das vermochte man zu erforschen. „Ich bin mit allen per Du“, konnte der Chronist scherzhaft sagen. Pestzüge dezimierten zwar die rasch wachsende Bevölkerung; dennoch stieg der "Pferchungsdruck". Und die Armut. Wie ertrugen sie das?

Band V: Verwandtschaften in früheren Jahrhunderten. Studien zu Dorliker Geschlechtern, Stäfa 2004.
Sind unter den oben erwähnten "Duzfreunden" auch Vorfahren der Zwillinge Basler? Und ob! In der Kirche zu Thalheim gibt es doch die Dorliker Wappenscheibe von 1685. Elf der vierzehn darauf verewigten Behördenmitglieder sind auch unsere Vorfahren! Der Verwandtschaftsgrad war viel, viel enger, als wir bislang annehmen konnten. Ueber jeden dieser Ahnenpfade ist manches bekannt geworden. Und sie zu erforschen, war eine spannende Entdeckungsarbeit. Wir erkennen Neigungen in der Partnerwahl und sind versucht, eine positive Selektion zu postulieren.

Band VI: Dorfleben im 18. Jahrhundert. Erforscht an der Weinländer Gemeinde Dorlikon, Stäfa 2007.
Man nähert sich dem Ende der Stadt-Zürcher Vorherrschaft. Uns wundert, wie es nur möglich war, dass alle sechzig Bauernfamilien in den Jahren 1723-27 in den Konkurs gerieten, wie sie das erlebten und wie, oder ob, sie sich aus dieser Armut befreien konnten. Für den Forscher heisst das, alle Dokumente zu erkunden, die etwas über Dorlikon aussagen. So kommen unerwartet auch Kuriositäten zum Vorschein. Mit „Verdächtigte Entleibung seiner Ehefrau“ sind die Gerichtsakten überschrieben, die uns erstaunlich tiefen Einblick in die Gewohnheiten und Auffassungen unserer Vorfahren um 1700 gestatten.

Quellen

Die Computeraufnahme enthält im Wesentlichen die Transkription aller Eintragungen der im Staatsarchiv des Kantons Zürich unter der Signatur E III 120.1 und E III 120.2 archivierten Bücher. („E III" bedeutet „Zivilstandsbücher der Landgemeinden", „120" steht für die Kirchgemeinde Dorlikon.) Diese beinhalten die Tauf-, Heirats- und Bestattungs-Angaben der Pfarrherren, die im Zeitraum von Ende 1599 bis Ende 1844 in Dorlikon ihr Amt versehen hatten. Das Dorf Dorlikon im Zürcher Weinland trägt ab 1878 den Namen „Thalheim an der Thur". Zur selben Kirchgemeinde gehört auch Gütighausen. Für die vorliegende Arbeit wurden zudem die für Dorlikon relevanten Eintragungen in den Bänden E III 8 (Andelfingen) und E III 27 (Dinhard) beigezogen. In unserer Datensammlung sind also auch Nennungen über sakrale Handlungen aufgenommen, die vor dem Eröffnen des Dorliker Kirchenbuches im Jahre 1599 vorgenommen worden sind. Die Quellen wurden stets vermerkt.

Hinweise

Wer immer mit dem Entziffern alter Handschriften beschäftigt ist, weiss um die mannigfaltigen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind. So sind z. B. einzelne Buchstaben, Zahlen oder ganze Namen, Wörter, Sätze kaum leserlich. Die Einordnung von Nachträgen ist zuweilen unklar. Oder dem Pfarrer selbst sind bei der Niederschrift Fehler unterlaufen. Der familiengeschichtlich Forschende, der Ahnen in Dorlikon vermutet, wird sicher in der vorliegenden Datensammlung manchen Hinweis finden. Im Einzelnen dürfte es nötig sein, auf die Handschrift zurückzugreifen. Dabei können sich neue Interpretationen von Kirchenbucheinträgen ergeben. Das wird die Autoren der hier vorliegenden Arbeit zu Korrekturen ihrer Datensammlung veranlassen. Eine EDV-gerechte Handhabung von Daten verlangt eine vereinheitlichte Namens¬schreibung. Gewählt wurde die heute übliche Schreibweise . Wenn also in den Quellen der Name „Jagli", „Jogg", „Joggli", „Joggeli", „Joggel", „Jokeb" oder „Köbi" zu finden ist, so haben wir ihn im Computer als „Jakob" erfasst. Doppelnamen wie etwa „Hans Konrad" oder „Anna Barbara" wurden so aufgenommen, wie sie im Kirchenbuch für die betreffende Person am häufigsten vorkommen. Unser Bestreben war es nun aber, möglichst alle Namensvarianten und sonstigen Eintragungen und, Notizen zu einer Person in den entsprechenden Datensatz (in die Bemerkungen) aufzunehmen, und zwar in der Schreibweise, wie sie im Kirchenbuch vorzufinden ist. Nebst den Familien-, Vor-, Bei- und Zunamen sowie den Berufsbezeichnungen wurden aber auch umfangreichere Bemerkungen des Pfarrers in die Datensammlung aufgenommen, und zwar zumeist ebenfalls als Transkription der pfarrherrlichen Eintragungen.

Da gibt vielleicht die Herkunft eines Taufpaten einen Hinweis über Verwandtschaften in einem anderen Dorf. Oder der kaum lesbare Einschub eines später amtierenden Pfarrers „dieser ward der Taufschein gegeben zur Heirat in ..." weist auf die genetische Brücke zur neuen Heimat einer Braut hin. Alle Originaleintragungen sind in der Kirche zu Dorlikon geschehen (ausgenommen solche aus dem 16. Jahrhundert). Zu ihr gehörten auch die Gütighauser. Meist vermerkte der Pfarrer den Herkunftsort der Tauffamilie, oft vergass er das zu tun. Dann fügten wir die fehlende Dorfbezeichnung dort ein, wo wir uns hinreichend sicher fühlten. Gelegentlich haben wir Aufzeichnungen im Kirchenbuch auch korrigieren müssen. Wenn die Familie samt den Taufpaten betrachtet wird, so kann eine Unachtsamkeit des Pfarrers auffallen. Schliesslich konnte er Eintragungen erst nach dem Gottesdienst vornehmen. Zudem betreute er auch Altikon. Mit Dorlikon zusammen waren das an die 1000 Seelen. Als besonders wirksamen Fehlerfilter beim Aufarbeiten des riesigen Datenmaterials erwies sich das Ordnen der Täuflinge nach dem Namen der Mutter. In älteren Kirchenbüchern ist nur das Taufdatum einer Person ersichtlich und bei Todesfällen das Datum der Beerdigung. In Dorlikon wurde in der Regel am Sonntag nach der Geburt getauft (Nottaufen fanden allerdings auch unter der Woche statt). Daher sind die Angaben von Taufe bzw. Bestattung bis auf Wochengenauigkeit auch als Geburts¬- bzw. Sterbedatum zu betrachten. Verlässlich sind die Geburts- und Todesdaten ab Einführung der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert.


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Daniela Bolz