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Ortsfamilienbuch Ellguth/Zülz

Es gibt über 100 Ortschaften in Schlesien, die eine Version des Ortsnamens Ellguth haben. Ellguth ist vom slawischen ligota oder Freigut (Ortschaft mit Steuererleichterung) abgeleitet.

Das vorliegende Ortsfamilienbuch ist für das Dorf und die katholische Kirchengemeinde Ellguth (heute Ligota Bialska), welches sich circa 3 km nordöstlich vom Städtchen Zülz im ehemaligen Kreis Neustadt/Oberschlesien befindet.

Die Ellguther Dörfer und Umgebung in den Wredischen Kriegkarten von 1746
(Staatsbibliothek Berlin, Signatur Kart. N 15064)
 Ellguther Dörfer und Umgebung in den 1937 Messtischblättern. Die Ellguther Kirchdörfer sind in rot gekennzeichnet.

Dorfrand von Ellguth/Ligota Bialska von der Dorfstrasse nach Ottok
(Foto Michael Hortsch, 2006)

 Ellguther katholische Kirche St. Stanislaus
(Foto Michael Hortsch, 2006)

Ellguth mit dem Kirchturm der St. Stanislauskirche von der Ottoker Chaussee
(Foto Michael Hortsch, 2006)

Zum Vergößern Bilder anklicken!

Zur Kirchengemeinde Ellguth gehörten/gehören die Dörfer

  • Ellguth (heute Ligota Bialska)
  • Grabine (Gershain, heute Grabina)
  • Ottok (Auenwalde, heute Otoki)
  • Radstein (heute Radostynia)
  • Ernestinenberg (heute Gorka Prudnicka)

Grabine wurde 1871 eine eigenständige katholische Kirchengemeinde. Die Daten und Personen aus der Grabiner Pfarrei sind aber bis zum 2. Weltkrieg ebenfalls im OFB Ellguth enthalten.

Primärquellen:

  • Katholische Kirchenbücher der Kirche St. Stanislaus in Ellguth (Mikrofilme der Family History Library/Church of Latter Day Saints)
  • Taufen 1724 bis 1948 (Grabine bis 1930)
  • Heiraten 1724 bis 1948 (Grabine bis 1940)
  • Tote 1724 bis 1942 (Lücke von 1787 bis 1793. Die Grabiner Begräbniseintragungen enden 1948)

Ab 1811 wurden Taufen, Trauungen und Begräbnisse für die zur Pfarrei Ellguth gehörenden Dörfer in getrennten Listen erfasst. Das OFB Ellguth enthält über 1,700 Trauungen von Personen, die aus den Ellguther Dörfern stammen, aber in anderen Kirchengemeinden oder standesamtlich geheiratet haben.

Zu den Daten
Die Kirchenbücher für die katholische Kirchengemeine Ellguth beginnen im Jahre 1724 und sind in den folgenden Jahren, besonders um 1740 während der preussischen Annektierung von Schlesien, recht unvollständig.
Für die Zeit vor 1724 gibt es einige zusätzliche Dokumente, besonders das Karolinische Kataster, andere Steuerlisten, und ein Kurrendenbuch, welches die Zeit von 1590 bis 1771 umfaßt. Diese Quellen beinhalten einige unvollständige Listen der Dorfbewohner, lassen aber meist keine Schlüsse auf Familienzusammenhänge zu.
Bis 1766 wurden die Kirchenbücher in lateinischer Sprache geführt mit einigen wenigen Eintragungen in den Jahren 1742-43, welche in einem mährischen Dialekt abgefasst sind.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein variiert die Schreibweise vieler Famliennamen erheblich. Der Grund ist vermutlich darin zu finden, dass bis ca 1850 die Mehrheit der Dorfbewohner Analphabeten waren. Bis zu diesem Zeitpunkt unterzeichneten die meisten Familienoberhäupter Verträge und andere Schriftstücke mit drei Kreuzen.
Von 1766 bis zum Ende des 2. Weltkrieges sind alle Eintragungen in den Kirchenregistern in deutscher und ab 1945 in polnischer Sprache.

Über die Orte
Ellguth wurde erstmals urkundlich als Kirchdorf im Jahre 1376 erwähnt. Die Region gehörte während des Mittelalters zur Piastendynastie, wurde später Teil des böhmischen Königstums und fiel 1526 unter den Einfluss des Habsburgischen Österreichisch-Ungarischen Kaiserhauses. 1740 wurde Schlesien von Preussen annektiert und blieb bis zum Ende des 2. Weltkrieges preussisch/deutsch.
Die Existenz der Dörfer Grabine, Ottok und Radstein ist ebenfalls in Urkunden aus dem 13. bis 15. Jahrhunderts belegt. Ernestinenberg wurde erst 1805 als Kolonie vom Grafen Matuschek gegründet. Bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft in Preussen im Jahre 1811 war der Grossteil der Ellguther Bevölkerung dem jeweiligen Landherren Fron- und Hofdienste schuldig, welche in mehreren erhaltenen Urbarien im Detail beschrieben sind.
Das heutige Kirchengebäude wurde am 16. Juni 1912 geweiht und ersetzte eine ältere Kirche, die 1921 abgerissen wurde.
Obwohl es seit mindestens 1590 eine Schule in Ellguth gab, waren fast alle Dorfbewohner bis in das 19. Jahrhundert schreibunkundig und hatten nur eine limitierte Kenntnis der deutschen Sprache. Erst ab 1850 wurde der Unterricht in den lokalen Dorfschulen teilweise oder ganz in deutscher Sprache erteilt. Einige existierende Schulchroniken zeigen, dass über die letzten 150 Jahre das Schulsystem neben dem katholischen Glauben einen sehr wichtigen Einfluss auf die politische Einstellung der oberschlesischen Landbevölkerung hatte, von ihrer Verehrung der Hohenzollern Kaiserfamilie, der Unterstützung der katholischen Zentrums Partei während der Weimarer Republik, bis zum späten Umschwung zur und Anschluss an die Nationalsozialistischen Bewegung.
Die 1921 Abstimmungsgrenze über die Zugehörigkeit zum neuen polnischen Staat oder dem Deutschen Reich ging durch die Kirchengemeinde Ellguth. Einige der Ellguther Dörfer (Ellguth, Ernestinenberg und Radstein) nahmen an der Abstimmung teil und andere nicht (Ottok und Grabine).
Auch wenn 81,6 % der Ellguther Bewohner für den Verbleib in der Weimarer Republik stimmten, wurde später nach dem Ende des 2. Weltkrieges der Grossteil der Ellguther Bevölkerung nicht dauerhaft vertrieben. Trotzdem kehrten viele Bewohner nach Kriegsende nicht in ihre Ellguther Heimatdörfer zurück oder wanderten über die folgenden Jahrzehnte vor allem in die Bundesrepublik oder die DDR aus. Dies hat zu einem dramatischen Bevölkerungsschwund in den fünf Ellguther Dörfern seit dem Kriegsende geführt.
Viele heutige Bewohner der Ellguther Dörfer können ihre lokalen Ahnenreihen oft über mehrere Jahrhunderte in den Ellguther Kirchenbüchern zurückverfolgen. Nachkommen mit Wurzeln in Ellguth, Ottok, Grabine, Ernestinenberg und Grabine leben heute nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland und Polen, sondern auch in Nord- und Südamerika und Australien.

Für die Richtigkeit der Angaben im OFB Ellguth kann ich keine Garantie übernehmen. Für alle Hinweise auf Fehler und für Ergänzungen wäre ich immer dankbar. Viele ergänzende Daten und Korrekturen habe ich über die Jahre von genealogischen Freunden und Kollegen erhalten. Die Hilfe von Monika Noack und Herbert Juling bei der Einstellung des OFB Ellguth auf der genelogy.net Webseite muss auch dankend erwähnt werden.

Michael Hortsch

Weitere Quellen:

  • Kurrendenbuch der katholischen Kirchengemeinde Ellguth 1590-1771 (auf Mikrofilmen der Church of Latter Day Saints [Mormonen])
  • Der Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster vom 1722/26. Landeskundliche Schriftenreihe Band 9, Senfkornverlag 2016.
  • Die Altkreise Zülz und Neustadt im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26. Landeskundliche Schriftenreihe Band 10, Senfkornverlag 2018.
  • 1796 Urbarium für Ellguth. Abschrift von Joachim Himanek.
  • Urbarium für das zur Herrschaft Zültz gehörige Guth Ottok von 1797. Abschrift von Hellmuth und Michael Hortsch 2003.
  • Abschrift des Rezesses über die Ablösung der Hutungsberechtigungen der Gemeindemitglieder zu Ottock, Kreis Neustadt 1850. Abschrift Michael Hortsch 2015.
  • Schulchronik Ottok (1897-1939) angelegt vom Lehrer Carl Jainda. Abschrift von Michael Hortsch 2015.
  • Schulchronik der katholischen Pfarrschule zu Ellguth (1866-1969). Abschrift von Joachim Himanek 2011.
     

 




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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Michael Hortsch