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Ortsfamilienbuch Gläsen

1245 hieß der Ort Clyzino, um 1433 Glesin und Glezin, 1679 Glesen und 1755 end-lich Glaesen. Der Name ist eine Ableitung von dem polnischen Personennamen Klisa (=Stute, weibliches Füllen, auch Glatze, leere Stelle).

Die Herrschaft Gläsen lag in dem ehemaligen Herzogtum Oppeln. Als Besitzer des Gutes, zu dem von jeher auch das 1806 aufgeteilte Vorwerk Steubendorf gehörte, wird im Jahre 1370 Ritter Cunzelin, 1418 Cippo, 1439 Hans Glaras und 1585 Ladis-laus von Tschetschaw (Metzgen) erwähnt. Nach letzterem sind dessen Söhne Christoph, Balthasar, Johann und Georg von Tschetschaw Herren von Gläsen. Unter dem Besitzer Bernhard Reichsgrafen von Herberstein wurde in Jahre 1656 im Schlosse eine Kapelle errichtet und ein besonderer Gottesdienst eingeführt, den der Pfarrer gegen eine Entschädigung von 20 Tlrn., sechs Achteln Bier, sechs Klaftern Holz und zwei Fudern Heu bzw. Grumt abzuhalten hatte. Auf Bernhard von Herberstein folgte sein Vetter Johann Bernhard von Herberstein, und 1731 wurde Reichsgraf Karl Joseph Henckel von Donnersmarck Besitzer. Als dieser während des Siebenjährigen Krieges nach Wien flüchtete (wohl als treuer Anhänger der Habsburger), kam das Gut an den Freiherrn Johann Adam von Gruttschreiber, der zugleich Herr von Hultschin war. 1813 erwarb Anton Forni das Gut.
(Anton Forni war in Leobschütz Kaufmann und Stadtrat. Serin Vater, aus Mailand gebürtig, besaß in Breslau das Haus an der Ecke der Albrechtstraße und der Schmiedebrücke. Durch Ankauf und stückweisen Verkauf von Gütern (Peterwitz, Löwitz, Dirschel, Badewitz, Neudorf usw.) erwarb er sich ein recht ansehnliches Vermögen. Sein Schwiegervater war der Kaufmann Joh. Karl Hoffmann in Leobschütz, der hier das nach ihm benannte Waisenhaus gründete. Anton Forni starb 1835 und wurde in der Gruft des Annakirchleins in Leobschütz beigesetzt.)
Er überließ es 1835 seinem jüngsten Sohn Richard Forni, von dem es nach dessen frühen Tode im Jahre 1847 an die Fornischen Erben überging. 1859 erwarb es Alexander von Prittwitz auf Kasimir für den Preis von 96 000 Tlrn. Ein Sohn dieses Prittwitz, namens Erdmann v. P. veräußerte es 1906 an den heutigen Besitzer von Eicke und Polwitz. Die Größe des Gutes beträgt 295,20 ha.

Die Gemeinde Gläsen hatte einschließlich des Gutsbezirks 1783 540, 1855 977, 1890 9769 und 1910 892 Einwohner. Diese sind sämtlich katholisch und deutscher Zunge. 1783 gab es 20 Bauern, 23 Gärtner und 22 Häusler. 1914 zählt der Ort 14 Bauern, 46 Gärtner und 51 Häusler, davon entfallen auf die Kolonie Klein Gläsen 11 Gärtner und 8 Häusler. Die Gemarkung der Gemeinde umfaßt 611 ha. Die Ackerumlegung erfolgte schon 1845, die der Wiesen 1880 .
Das Gemeindesiegel zeigt im Mittelstück eine lyraartige Form; zu beiden Seiten befinden sich Pflugscharen. Bleischwitz hat den Ortsnamen irrtümlich von Blei, Türmitz seinen von Turm abgeleitet. Wahrscheinlich führten die Gläsener ihren Ortsnamen auf Glas zurück, und vielleicht soll das Mittelstück des Siegels ein Glas, ein Spiegelglas, vorstellen.

Chausseeverbindung hat Gläsen seit 1883 mit Schönau und Pommerswitz und seit 1884 auch mit Dt. Rasselwitz. Der Kriegerverein wurde 1863, die freiwillige Feuerwehr 1903 gegründet.

Von gewerblichen Anlagen ist eine Mühle vorhanden. Die herrschaftliche Brauerei lag ursprünglich beim Schlosse und wurde 1772 in dem heutigen Klein Gläsen errichtet. 1864 erwarb sie August Schmidt und 1889 Alois Rother, der Vater des Besitzers Alexander Rother, der nach der Übernahme einen neuen Eiskeller anlegte. 1908 regte Herr von Eicke die Gründung einer Genossenschaft zur Errichtung einer Kartoffelflockenfabrik an, der eine Anzahl Besitzer aus Gläsen, Schönau, Rasselwitz, Pommerswitz und Steubendorf beitraten. Die Erbauung der Fabrik erfolgte noch in demselben Jahre. 19 Hausstellen 1 km nördlich von Gläsen bilden die Kolonie Klein Gläsen. Diese wurde unter dem Freiherrn von Gruttschreiber dort, wo sich bereits die Brauerei und die Mühle befanden, im Jahre 1790 angelegt. Aus den Jahren 1591, 1758, 1812 und 1840 werden große Brände gemeldet. Die Feldmark verhagelte 1817, 1852 und 1855. Ein heftiger Sturm, der argen Schaden anrichtete, wütete 1853. Beträchtliche Verheerungen verursachte das Hochwasser des Jahres 1903.

Von Flurnamen sind zu erwähnen: der Bäckergrund und die Märzhube, nach ihren ehemaligen Besitzern so benannt, der Lange Grund, ein enges, langes Tal an der Steubendorfer Straße, der Hinterteich, ein ehemaliges Teichgrundstück und westlich von der Schönauer Chaussee, die Rohrteichwiese, ein früher mit Schilf bewachsenes Grundstück, die Galgenlehne, ein Abhang östlich von dem Wege nach Klein Gläsen, wo seinerzeit ein Galgen gestanden haben soll, der Höllengrund zu beiden Seiten der Schönauer Chaussee, der früher mit dichtem Gestrüpp bewachsen war und durchaus nicht anheimelte, der Schinderberg, der wohl früher dem Schinder oder Abdecker zur Ausübung seiner Tätigkeit oder zur Nutznießung überwiesen war.
Die Ortschaften Gläsen, Schönau, Thomnitz und Berndau bilden den Amtsbezirk Gläsen.

Diesen verwaltete Rittergutsbesitzer Erdmann von Prittwitz auf Gläsen 1874 – 1895, Gutsinspektor Hermstein in Gläsen 1895 – 1902, Rittergutsbesitzer von Prittwitz 1902 – 1907, Bauerngutsbesitzer Joseph Münzer in Schönau 1907 – 1912, Ritter-gutsbesitzer von Eicke auf Gläsen 1912 bis heute.


 

KIRCHLICHES

Gläsen war wohl schon lange vor der Reformationszeit ein Pfarrort. Von etwa 1530 bis 1650 bekannten sich die Bewohner von Gläsen zur evangelischen Lehre. Ein katholischer Pfarrer wurde erst 1656 wieder angestellt. Steubendorf wurde damals ein Filialort, abhängig von Gläsen; erst 1898 erhielt jene Gemeinde auch einen eigenen Pfarrer. Gläsen und Steubendorf sind wie die Gemeinden Schönau, Kasimir und Dittmerau, da sie einst zum Herzogtum Oppeln gehörten, heute noch dem Breslauer Sprengel zugeteilt und zwar dem Archipresbyteriat Oberglogau. Dem Dekanat Hotzenplotz gehörte Gläsen bis 1780 an. Der Kirchhof dient zugleich als Friedhof. Im Jahre 1848 wurde ein zweiter Friedhof in Klein Gläsen auf einer Anhöhe, Rochusberg genannt, angelegt. Ehemals stand hier ein dem hl. Rochus geweihtes Kirchlein. Am Feste dieses Heiligen fanden aus allen Nachbarorten Wallfahrten nach dem Rochusberge statt. Die seinerzeit an dem Wege stehenden Bäume trugen Kreuzwegbilder. Gläsen feiert drei Gelöbnistage: St. Florian, St. Urban und St. Jakobus. Die Pfarrwidmut beträgt 8,69 ha. Die Kirchenbücher reichen bis 1738 zurück.

VON DER SCHULE

Sie ist nach dem Dreißigjährigen Kriege bei Wiederbesetzung der Pfarrei gegründet worden. Das alte Schulhaus lag auf dem Dorfanger. Es bestand aus zwei Geschos-sen, von denen nur das untere gemauert war. Im oberen, hölzernen Geschoß befand sich eine Schulstube und eine kleine Wohnung für den Lehrer. Das heutige Schulhaus steht seit 1829. Es enthält in zwei Geschossen zwei Lehrerzimmer und eine auf beide Stockwerke verteilte Lehrerwohnung.
In Gläsen ist noch ein Einkommensverzeichnis des Lehrers aus dem Jahre 1731 vorhanden. Jeder Bauer hatte ihm 1 Scheffel und jeder Gärtner ½ Scheffel Getreide zu schütten. Für das Wetterläuten bekam er 4 Scheffel Roggen und 2 Viertel Gerste. Außerdem erhielt er von jedem Bauer jährlich 2 und von jedem Gärtner 1 Brot. Das Orgelspiel brachte ihm jährlich 4 Tlr. Ein. Am Stephanstage und am Gründonnersta-ge waren Umgänge durchs Dorf. Bei dem einen Umgange sammelte der Lehrer von jedem Bauer 1 Sgr., von den Gärtnern und Häuslern je 2 Kreuzer und von der Herr-schaft 1 Gulden ein; der zweite Umgang hatte die Einsammlung von Eiern zum Zweck. An kirchlichen Gebühren standen dem Lehrer 1/3 der Einnahmen des Pfar-rers zu. Der Herrschaft gegenüber bestand noch ein Sonderabkommen. Der Lehrer hatte bei den im Schlosse stattfindenden Messen und Litaneien zu singen; dafür erhielt er jährlich 4 Tlr., 2 Viertel Roggen, 4 KlafternScheit- und 2 Schock Gebundholz. Für das Recht der rreuen Hutung zweier Kühe auf den Bauernfeldern, das dem Lehrer von altersher zustand, wurden ihm bei der Ablösung im Jahre 1822 1,86 ha Acker zugewiesen.
Bisher wirkten hier als Schulleiter: Gottfried Aulich 1775 – 1805, Johann Köhler 1805 – 1848, Anton Weidlich 1849 – 1874, Albert Macha 1874 – 1893, Joseph Hampf 1893 bis jetzt.
Ortsschulinspektoren waren: der Ortspfarrer bis 1874, von Prittwitz 1874 – 1894, der kgl. Kreisschulinspektor 1894 – 1903, Pfarrer Bernhard Jansch 1903 bis heute.

Abschrift aus: Heimatkunde des Kreises Leobschütz, Teil II Heft III
»Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz«
Bearbeitet von Rob. Hofrichter, Rektor – Leobschütz 1914
 

Hinweis:

Das vorliegende Ortsfamilienbuch ist erst ein Anfang einer Verkartung der Gläsener Quellen, welches nur mit Hilfe der Familienforscher gelingen kann. Je nach Zuarbeit wird dieses Ortsfamilienbuch ständig erweitert und sporadisch aktualisiert.
Zur Zeit sind erfasst:

  • Verfilmte Kirchenbücher der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)
    • Geburten für die Zeit von 1874-1910,
    • Trauungen von 1874-1910 und
    • Beerdigungen der Jahrgänge 1885-1910
  • Heimatkartei Kreis Leobschütz O/S
  • Daten privater Familienforscher

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass diese Datenbank die eigene Forschung nicht ersetzen kann, denn auch bei größtmöglicher Sorgfalt können mir Fehler bei Daten, Ortsangaben oder besonders bei Familienverknüpfungen unterlaufen sein, so dass ich keine Haftung für Richtigkeit übernehmen kann.




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Uwe Neumann