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Ortsfamilienbuch Heinrichswalde

Heinrichswalde war Hauptort des bäuerlich geprägten Kreises Niederung ( 1938-45 Kreis Elchniederung). Es lag verkehrsgünstig an der Bahnstrecke Tilsit - Königsberg, zwischen dem Kurischen Haff und der Stadt Tilsit, nur wenige Kilometer von ihr entfernt. In Heinrichswalde befanden sich die Verwaltung des Kreises (Landratsamt, Amtsgericht, Finanzamt, Katasteramt), aber auch das Kreiskrankenhaus sowie viele Geschäfte und Handwerksbetriebe. Der Ort hatte 1939 laut Volkszählung 3467 Einwohner. 1939 war auch  eingeleitet worden, den Ort zur Stadt zu erheben. Im Oktober 1944 mussten die Einwohner ihre Häuser verlassen, und so blieb wegen des Krieges der gesamte Kreis Niederung bis zuletzt ein Kreis ohne Stadt. Heinrichswalde sowie die anderen größeren Kirchspielorte des Kreises Niederung hatten aber durchaus kleinstadtähnlichen Charakter. Am 20.Januar 1945 wurde Heinrichswalde von der Roten Armee eingenommen.  Am 7. Januar 1946 erhielt es den russischen Namen Slawsk.

Als die Besiedlung der Memelniederung zunahm, wurde die  evangelische Kirchengemeinde Heinrichswalde  1686 unter dem adligen Patronat des Wilhelm Reinhard von HALLE gegründet; vorher gingen die Gläubigen nach Kaukehmen oder Tilsit in die Kirche. Seit Dezember 1738 stand die Kirche Heinrichswalde unter königlichem Patronat. Bis zur Einführung der Standesämter am 1.10.1874 finden sich auch  Personenstandseintragungen Andersgläubiger im Kirchenbuch von Heinrichswalde (viele Mennnoniten, wenige Katholiken und Juden). Für die Katholiken des Kreises Niederung war auch die römisch- katholische Kirche Drangowski in Tilsit sowie die römisch- katholische Kirche in Schillgallen bei Schakuhnen zuständig.

Karte des Kreises Niederung, v.Witzleben 1837 (GStA PK Berlin). Das damalige Kirchspiel
Heinrichswalde ist gelb markiert.

Das älteste Kirchenbuch von Heinrichswalde (1686 - 1704) ist nicht nur in deutscher, sondern auch in litauischer Sprache verfasst, je nachdem, welcher Nationalität die Personen angehörten. Die Kirchengemeinde Heinrichswalde war in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens noch sehr viel größer als Ende 1944. Sie umfasste z.B auch einige Orte der Kirchengemeinde Szillen und Tilsit- Land und späterer neugegründeter evangelischer Kirchengemeinden: 1845 Jurgaitschen (Königskirch), 1854 Groß Friedrichsdorf, 1890 Pokraken (Weidenau;Gründungsurkunde von 1862)  und 1902 Neu Argeningken (Argenbrück).So findet man in den älteren Kirchenbüchern von Heinrichswalde viele Bewohner dieser Nachbargemeinden. Im Jahr 1890 war der Pfarrer von Heinrichswalde, selbst nach Abtrennung dieser Gemeinden, immer noch Herr über 7500 Seelen (davon 1050 Litauer). 1890 fanden in Heinrichswalde z.B. 280 Taufen, 60 Trauungen und 220 Begräbnisse statt.

Große Bitte um Mithilfe für fehlende Kirchenbuch- und Standesamtszeiten. Die Kirchenbücher von Heinrichswalde sind zwar von 1686 - 1874 vollständig erhalten. Bei den Registern des Standesamts Heinrichswalde gibt es aber große Lücken. Heiraten fehlen für die Zeit von 1874 bis 1944. Bei Ancestry aufgeführte Heiraten von Heinrichswalde sind ärgerlicherweise Irrläufer eines Ortes Heinrichsdorf, Kreis Greifenhagen/Pommern. Begräbnisse von Heinrichswalde sind nur als alphabetisches Register erhalten, und auch nur von 1874 - 1929. Selbst Geburten sind nicht vollständig erfasst. Es fehlen die Jahre 1875-79, 1885-98, 1900-1944. Standesamtsregister von Groß Friedrichsdorf fehlen vollständig! Ein Ortsfamilienbuch lebt nicht nur vom Geben, sondern auch vom Nehmen! Bitte schicken Sie mir Ihre Daten zu den fehlenden Zeiten, und sichern Sie sie damit zusätzlich  auch für Ihre eigene Familie.

In meiner Datenbank des Kreises Niederung (91 000 Daten) sind zahlreiche weitere Angaben zu Personen des gesamten Kreises Niederung zu finden, die aus technischen Gründen noch nicht in diesem OFB erfasst sind. Fragen Sie gerne nach. Ich freue mich auch immer über Ergänzungen und Berichtigungen.

Vollständig erfasste Quellen (Stand Nov. 2017):
Kirchenbuch Heinrichswalde Taufen 1686 - 1704
Heiraten 1687 - 1704
Heiraten 1767 - 1802
Weitere sollen folgen.


:: Weitere Links
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Pfeil Kreis Niederung
Pfeil Heinrichswalde im geschichtlichen Ortsverzeichnis GOV
Pfeil Genealogische Literatur Heinrichswalde
Pfeil Heinrichswalde in Wikipedia
Pfeil Lage, Stadtplan Heinrichswalde
:: Kontakt
Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Gabriele Bastemeyer