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Ortsfamilienbuch Sankt Joachimsthal

Sankt Joachimsthal (č. Jáchymov), die ehemalige Bezirkshauptstadt, ist eine langgestreckte Siedlung im engen Tal am Fuß des Keilbergs im Erzgebirge, 15km nördlich von Karlsbad. Als beim Dorf Konradsgrün 1516 Silber gefunden wurde, erschloss Graf Stephan Schlick mit Hilfe sächsischer Bergfachleute das reiche Bergrevier. Die Bergsiedlung wurde zuerst kurz "das Tal" genannt, 1517 "Tal des heiligen Joachim" oder "Sct. Joachims Tal". Schon im Jahr 1518 erhielt der Ort eine erste Bergordnung, die s.g. "Schlicksche Bergordnung" als "Ordnung des freyen löblichen Bergwerks Sankt Joachimathal" bekannt. Im Jahr 1519 erhob der König "das Tal", welches damals ca. 5000 Einwohnern zählte, zur königlichen freien Bergstadt und gab ihr den Namen Joachimsthal. Im Jahr 1533 erreichte man die reichste Ausbeute aus den Silberbergwerken (ca. 14.000 kg Silber). Damals arbeiteten in 914 Zechen (Gewerken) 8000 Bergknappen, 300 Schichtmeister und 800 Steiger. Dies war die Blütezeit für St. Joachimsthal. Der Ertrag des Joachimsthaler Bergbaus betrug in der Zeitspanne von 1516 bis 1594 an die 35.726.500 Gulden (fl).

Schon 1519 erhielt Stefan Schlick durch Landtagsbeschluß das Recht zu münzen und errichtete eine Münzstätte. Im Jahr 1520 begann die Prägung der ersten Silbermünzen in der Joachimsthaler Münze; sie wurden Joachimsthaler Groschen, Taler-Groschen, Joachimsthaler, Schlickenthaler oder kurz Taler genannt. Diese Münzsorte, auch Guldengroschen genannt, hat in der Folge den Goldgulden verdrängt. Aus "Taler" entstand später das Wort Dollar. Das Münzrecht ging im Jahr 1528 an den König Ferdinand I. (1503-1564) über, die Münze gehörte dem König, während die Bergwerke Eigentum der Grafen Schlick blieben.

Nach dem 30jährigen Krieg ging der Bergbau zurück. Im 17.Jh. bestanden nur noch 3 Hauptschächte: der Einigkeits-, Kaiser Josef- und der Elias-Schacht. Im 18.Jh. wurde, neben Silber, Arsenik, Blei, Wismut und Farbkobalt gewonnen. 1896 wurde die Lokalbahn nach Schlackenwerth (č. Ostrov) errichtet. Sie wurde 1957 aufgelassen.

Im Jahr 1789 wurde die Pechblende, welche in Joachimsthal als Abfallprodukt des Silberbergbaus anfiel analysiert und dem neu entdeckten Schwermetall der Name "Uran" gegeben. Im Jahre 1855 wurde in Joachimsthal eine Fabrik ("Uranfabrik") zur Gewinnung von Uranoxyden ("Uranfarben") errichtet. Die strahlenden Farben wurden bei der Herstellung von Porzellan und Keramik verwendet.

1898 entdeckte das Ehepaar Curie im Uranpech das Element Radium, in Anlehnung an die Entdeckung der Uranstrahlung durch Wilhelm Röntgen (1895) und Henri Becquerel (1896). Seit 1908 wird das für die Radiumgewinnung benötigte Uranpecherz gefördert.

Nach 1906 entwickelte sich St. Joachimsthal aufgrund seiner radioaktiven Thermalquellen (etwa 28 Grad) zum ersten Radium-Kurbad der Welt.
1945 setzte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung ein. Viele Sudetendeutsche wurden als Zwangsarbeiter im Uranbergbau eingesetzt. Das Uran wurde in großem Ausmaß bei St. Joachimsthal für die Sowjetische Atombombenproduktion bis 1960 gewonnen.

Für das Ortsfamilienbuch wurden hauptsächlich die Heiratsbücher ausgewertet; alle Bücher sind online unter http://www.portafontium.eu einsehbar. Das OFB wird laufend erweitert.

Ausführliche Ortsbeschreibung von St. Joachimsthal ist unter
http://www.genealogienetz.de/reg/SUD/bez-joachimsthal/joachimsthal.html
 


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Dorothea Selig