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Ortsfamilienbuch Kaukehmen / Kuckerneese

Das Kirchspiel KaukehmenKreis Niederung

Kaukehmen ist ein Kirchdorf im baltischen Stammesgebiet der Schalauer, gegründet zu den Zeiten des Deutschen Ordens. Die Schalauer siedelten am Unterlauf des Memel-Stroms zwischen dem südlich angrenzenden Siedlungsgebiet der Prußen und dem nördlich angrenzenden Siedlungsgebiet der Litauer.

Der Ort Kaukehmen mit dem unmittelbar benachbarten Gut Kukernese liegt direkt südlich des Ruß-Stroms, einem Mündungsarm der Memel in das Kurische Haff und nördlich der Alten Gilge. Die Bewohner Kaukehmens und der umgebenden Orte und Güter rechnet man zumindest bis um 1736 der sog. baltischen Urbevölkerung zu.

Politisch zuzuordnen ist Kaukehmen (bis 1631 unter dem Namen Kukernese) mit den zugehörigen Gemeinden des Kirchspiels zunächst Preußen als Herzogtum und Königreich, später Preußen / Ostpreußen als Provinz im Deutschen Kaiserreich.

Auf Grund seiner Lage wurde Kaukehmen zentraler Handelsplatz im Memeldelta und besaß den Status eines "Fleckens". Auch wenn der Ort nie zur Stadt aufstieg, war er entsprechend seiner regionalen Bedeutung seit 1722 Sitz des "Ambt Kukernese", nachdem das Hauptamt Tilsit in 6 Domänenämter unterteilt worden war. Auch im 1818 gebildeten "Kreis Niederung" war Kaukehmen kurze Zeit Verwaltungssitz.

Das Kirchspiel Kaukehmen bestand bereits vor 1576. Auf Grund der dünnen Besiedlung der Region umfasste sein Einzugsbereich im 16. und 17. Jahrhundert auch große Teile der späteren Kirchspiele Neukirch, Lappienen und Plaschken. Nachdem dort in der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert eigenständige Kirchspiele gegründet wurden, reduzierte sich der Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen auf den bis zum Ende des 2. Weltkriegs bekannten Umfang (siehe Liste der Dörfer und Güter des Kirchspiels Kaukehmen).

Die verfügbaren Kirchenbücher reichen (mit Lücken) von 1668 bis 1874, umfassen also rund 206 Jahre.

Teile des Kirchspiels reichen mit Heinrichsfelde, Leitgirren, Groß- und Klein-Schilleningken nach Norden über die Russ hinaus in das Memelland.
Die Nachbar-Kirchspiele sind Schakuhnen im Nordwesten, Plaschken im Nordosten, Lappienen im Südwesten und Neukirch im Südosten.

Zwischen den benachbarten Kirchspielen gab es natürlich gelegentliche "Wanderungen". Auffällig sind dennoch die recht zahlreichen Taufeinträge aus Baubeln, Girreningken und Schanzenkrug. So kann die Zuordnung von Baubeln im "Dreieck" der Kirchspiele Schakuhnen, Lappienen und Kaukehmen nicht eindeutig vorgenommen werden. Verschiedene Einträge in den KB Schakuhnen verweisen auf eine Zuordnung Baubelns zum Kirchspiel Lappienen. Andererseits ist der Anteil der Taufen aus Baubeln im Kirchspiel Kaukehmen im Auswertungszeitraum außerordentlich hoch. Bei Girreningken ist zu vermuten, dass die Fährverbindung über die Ruß im Nachbarort Klein Schilleningken der kürzere Weg zur Kirche war, auch wenn Girreningken offiziell nicht zum Kirchspiel Kaukehmen gehörte. Bei Schanzenkrug sind die Orte Alt Schanzenkrug und Neu Schanzenkrug zu unterscheiden. Alt Schanzenkrug gehörte offensichtlich zum Kirchspiel Kaukehmen und wurde 1861 zu Baltruschkehmen eingemeindet. Neu Schanzenkrug gehörte zunächst zum Kirchspiel Neukirch, später zu Pokraken. Die zahlreichen Taufeinträge in Kaukehmen dürften daher Alt Schanzenkrug zuzuschreiben sein.

1905 verselbstständigten sich die Orte Skören, Baltruschkehemen, Baltruscheiten, Budwethen, Alt- und Neu-Ginnischken und Groß Karzewischken  im eigenständigen Kirchspiel Skören.

1920, nach dem 1. Weltkrieg, wurden die nördlich des Ruß-Stroms gelegenen Orte Groß- und Klein Schilleningken, Leitgirren und Heinrichsfelde vom Kirchspiel Kaukehmen abgetrennt. Da sie Teil des Memellands waren, wurden sie dem Kirchspiel Paleiten zugeordnet.

1938 wurde Kaukehmen in Kuckerneese umbenannt, der Kreis Niederung in Kreis Elchniederung. Seit Ende des 2. Weltkriegs liegt Kaukehmen mit der überwiegenden Zahl der Kirchspielorte im russischen Oblast Kaliningrad und heißt Jasnoje. Die nördlich des Ruß-Stroms gelegenen Orte liegen jetzt in Litauen.

Der Kirchort Kaukehmen und das unmittelbar benachbarte Gut Kukernese wurden in den Kirchenbucheintragungen (zumindest den bisher erfassten) getrennt geführt.


Die Quellen

Kirchenbucheinträge:
Überwiegende Datenquelle sind die für das Kirchspiel verfügbaren Kirchenbücher von
1668 bis 1874. Begonnen habe ich die Erfassung mit den Taufeinträgen, teilweise ergänzt um Trauungen. Eine systematische Erfassung der Trauungen und Sterbefälle steht noch aus. Die Datenerfassung der Taufen umfasst momentan den Zeitraum von 1750 bis 1806 vollständig.
Aus den Jahrgängen 1668 bis 1750 liegen erst lückenhafte Daten vor, zum Teil übermittelt von Forscherkollegen.

Heimatkreisdatei:
Von der Kreisgemeinschaft Elchniederung habe ich die
 Informationen der Heimatkreisdatei der Orte des Kirchspiels Kaukehmen (mit dem Kirchspiel Skören) übernommen. Dies sind im Wesentlichen Namen und Wohnorte aus der Zeit zwischen 1939 und 1945. Es wird damit eine zeitliche Lücke im Datenbestand bleiben zwischen 1874 und 1939 / 1945.

Private Informationen:
Inzwischen habe ich auch erste Personendaten aus privaten Quellen in die Datenbank aufgenommen. Das sind vor allem Ergänzungen von Nachkommen der Personen aus der Heimatkreisdatei. Diese Daten sind vor allem interessant, wenn sie die oben genannte zeitliche Lücke schließen können. Soweit solche Ergänzungen in die Gegenwart verweisen, wurden sie aus Datenschutzgründen hier nicht übernommen.

Standesamtsregister:
Der Vollständigkeit halber möchte ich als weitere Quelle auf die Standesamtsregister im Standesamt I in Berlin hinweisen, die - zumindest derzeit - aber nur 
für direkte Nachkommen zugänglich sind.
Für Kaukehmen liegen dort allerdings nur sehr lückenhafte Register für die Geburten im Zeitraum 1874 bis 1944 vor. Für Sköpen gibt es auch Trauregister für 1881-1887 und 1889, sowie Sterberegister für 1874-1879 und 1882-1889.  (siehe hierzu http://www.kreis-elchniederung.de/html/wegweiser.html#UmzugR)


Aktuell enthält dieser Datensatz 30.735 Personen.

Die Quellen werden bei jedem Datensatz benannt. Sofern private Quellen hinterlegt sind, verweist ein Zahlenschlüssel in eckigen Klammern auf die Quelle, z.B. [90-01]. Bei Rückfragen bitte ich den zu benennen.

Ortsangaben werden grundsätzlich durch die jeweilige Zugehörigkeit zum Kirchspiel ergänzt, um die Zuordnung bei Namensgleichheiten eindeutig zu machen.


Orte im Kirchspiel Kaukehmen

(Erfassungsstand Taufen (1696-1806)

Dörfer und Güter des Kirchspiels Kaukehmen
mit alternativen Schreibweisen [Name ab 1938 in Klammern]
Allgawischken, Groß A. [Schlichtingen], Klein A. [Allgau]
Algavischken, Algavischkin, Algaviszken, Algawischcken, Algawiszken
Baltruscheiten (*1) [Balten]
Baltruschaiten, Baltruschatczen, Baltruschatczin,
Baltruschaten, Baltruschatsze
Baltruschkehmen (*1) [Altschanzenkrug]
Baltruschcken, Baltruschkemen, Baltruschkonen, Baltruszkehmen, Baltruszkemen, Baltruszkeny
Baubeln [Sommershöfen]
Baublen, Baublin
Budwethen, Groß B., Klein B., B. Mühle (*1) [Ansorge]
Budvedczin, Budvehten, Budveitczuse, Budveiten, Budveitschen
Ginnischken, Neu G. [Neuginnendorf], Alt G. [Altginnendorf], Gut G. (*1)
Gennischken, Ginischken, Giniszken, Ginnischcken, Ginnischkin, Ginniszken
Heinrichsfelde und Fridrichshöffchen bey Heinrichsfelde (*2)
keine alternativen Schreibweisen bekannt
Jonaiten,
Jonaithen, Jonatczin, Jonatschin
Kaplanischken (Gut).
Caplanischken , Kaplaniszken
Karzewischken, Groß K. (*1) [Sprosserweide]
Karcewischken, Karczewischken, Karczewiszken, Kartzevischken, Kartzewischken, Kartzewiszken
Kaukehmen,
Kauckehmen, Kauckehnen, Kauckeln, Kaukehnen, Kaukenen, Kaukoehnen, Kaukohnen, Kauköhnen, Kaukonen
Kaukehnellen
Killucken,
Killucken, Killuckken, Killuken, Killukken
Kloken,
Klocken, Klockin, Kloken, Klokin
Kuckerneese, Gut K., K. Mühle
Kukerneesen, Kukernese, Kukernese, Kukernesee
Leitgirren, Groß L., Gut L., Klein L. (*2)
Leidgeren, Leidgern, Leidgerren, Leidgirren, Leitgeren, Leitgern
Lyszeiten [Lischau],
Liczaczin, Liezaiten, Lihzaiten, Lisaiten, Lisajeitsche, Liszaiten, Liszeiten, Litzaiten, Lizactzin, Lizaiczen, Lizaiczu, Lizaiten, Lysaiten
Neuhoff (Gut),
Höfchen, Neu Hof, Neu Höfchen , Neu Höffchen, Neuhof, Neuhöfchen, Neuhöffchen
Neusorge,
Niesorge, Nisorge, Nisorges
Perwallkischken (Gut) (*4)
Perwalkiszken, Perwalkisken, Pervalkischken, Pervaltischken
Reatischken (Gräfl. R.) (*3)
Rajatiszken, Reatischcken, Rejatiszken
Sausseningken [Milchhof], Klein S., Alt S.
Sauseninken, Sausininken, Sausininkin, Sauseninkin, Sausheningken, Sausheninken, Sausenincken, Sauseningken
Schanzenkrug, Alt Sch. (*1)
Schanzen Krug
Schilleningken, Groß Sch., Klein Sch., Sch. Krug (*2)
Groß /  Djn., Schilleinken, Schillininken, Schillninken, Szilleninken, Schilininken, Schilleninken, Schillningken, Schillenincken, Szillininken, Szillningken
Sellen, Alt S., Neu S., Gut S., Klein S.
Gut Sellen, Selen, Selenhof, Sellen, Guth, Sellen, Hof, Sellenhof, Sellern, Sellinn
Sköpen, Neu S., Alt S., S. Krug
Sckoepen, Skoepen
Skören (*1)
Schoeren, Sckeren, Sckern, Sckoeren, Skörin, Skorn
Skulbetwarren,
Sckulbethvarren, Sckulbetwarren, Skulbedvarren, Skulbethwarren, Skulbethwarrn, Skulbetvarren
Skuldeinen,
Sckuldainen, Sckuldeinen, Skuldainen, Skuldainen, Skuldehnen, Skuldein
Sutelischken,
Sutelischcken, Sutelischcken, Suteliszken
Szaudschen,
Sauczen, Sauczin, Sauszen, Sautczin, Sautzen, Szauczen, Szautschen, Zauczen
Trumpeiten [Trumpenau], Groß T., Klein T.,
Jagwaltischken ab Trumpaiten,
Trumpaten, Trumpatischken, Trumpatsche
Usseinen [Stellwagen]
(auch Neuhoff, Freiendorf, Friedenberg bey Usseinen),
Ushehnen, Ushein, Usheinen, Usheinin,
Braukt, Braukuwe
Warskillen,
Varskellen, Varskeln, Varskillen, Varskillin, Varskilln, Warsckelln, Warsckillen, Warsckilln, Warskellen, Warskillin, Warskilln, Warszillen
Wiezischken [Gilgetal],
Vitzischken, Vitzischkien, Vitzischkin, Vitzishken, Wicziszcken, Wicziszcken, Wieczyszken, Witischke, Witischken, Witzischcken, Witzischken, Wizisken, Wiziszken


(*1) Kirchspielveränderung: Orte im 1905 neu gebildeten Kirchspiel Skören

(*2) Kirchspielveränderung: Orte nördlich der Russ, die nach dem 1. Weltkrieg vom Kreis Niederung und Kirchspiel Kaukehmen abgetrennt wurden.

(*3) Im Taufbuch wird Reatischken nicht näher bezeichnet (Gut „Gräflich Reatischken“ im Ksp. Kaukehmen oder Neuhof-Reatischken im Ksp Lappienen).

(*4) Kirchspielveränderung: Gut Perwallkischken wurde nach dem 1. Weltkrieg vom Kreis Niederung abgetrennt. Ob Gut Perwallkischken bereits vorher zum Kirchspiel Plaschken wechselte, bleibt zu untersuchen.



Taufen aus anderen Kirchspielen

Taufen aus dem Kirchspiel Plaschken

Bersteningken, Galsdon-Joneiten, Jurge Szubien, Karzewischken (Klein), Pageldienen, Pillwarren (Gut), Plaschken, Schauditten, Suitkaten, Szameitkehmen, Uszpelken, Warrischken (Gut).

Taufen aus dem Kirchspiel Ruß

Girreningken.

Taufen aus dem Kirchspiel Schakuhnen

Nauseden, Paleiten, Perkuhnen, Schakuhnen, Schneiderende, Schudereiten.

Taufen aus dem Kirchspiel Lappienen

Endreischken (Gut), Iwenberg, Mostaiten, Neu Mosteiten, Maszrimmen, Schemeiten, (gräfl.) Joneiten.

Taufen aus dem Kirchspiel Neukirch

Adl. Kreywehlen, Bogdahnen, Alt B., B. Mühle, Neu B., Jedwilleiten (Krug), Jedwilleiten, Motzwethen, Naudwarischken, Neuendorf, Klein Neuendorf, Neukirch, Pawarszen.

Taufen aus dem Kirchspiel Werden

Bögschen, Drunscheln, Heydekrug, Jagsten, Kanterischken, Lapienen, Masch Magutts, Mazehlin, Minneiken, Mussaten, Naujeningken, Rehhof bey Lappynen, Uszlöknen, Wieszen.

Taufen aus dem Kirchspiel Coadjuthen

Allecken, Kawohlen, Meischlauken, Rukken, Sardweiten, Skeisgen, Stonischken.


Trauungen im Kirchspiel Schakuhnen

Im Zuge der Auswertung der Kirchenbücher von Karkeln / Schakuhnen wurden alle Eheschließungen erfasst, die in der Zeit von 1687 bis 1803 in Schakuhnen erfolgten und bei denen der Bräutigam oder die Braut aus Kaukehmen stammte.




Die nachfolgende Kommentierung der Quellen erfolgt in der Reihenfolge ihrer Auswertung.

Kirchenbuch Taufen 1750 - 1771:

Das Taufbuch der ev. Kirchengemeinde Kaukehmen von 1750 bis 1771 umfasst insgesamt 8.124 Personen, davon 4.407 Taufeinträge, im Jahresmittel also rund 200 Geburten. Das zeigt, dass das Kirchspiel Kaukehmen vergleichsweise bevölkerungsreich war.
Das Kirchenbuch Taufen 1750-1771 ist in weiten Teilen sehr schwer lesbar. Viele Einträge sind sehr blass, einige gar nicht mehr entzifferbar. Solche Einträge sind im OFB mit "unleserlich" markiert, fragliche Interpretationen von Namen oder Orten mit Fragezeichen versehen.

Nach der großen Pest (1709-1711) waren viele Neuansiedler, z.B. Kolonisten aus der Schweiz oder „Salzburger Exulanten“ angesiedelt worden: „fremd“ klingende, neue Namen.
Zeitbedingt weichen die Schreibweisen der Familien-, Vor- und Ortsnamen ohnehin stark voneinander ab, da Namen „nach Gehör“ in den KB niedergeschrieben wurden. Die zusätzlichen neuen Namen machen die Übersicht noch schwieriger.
So ist das Zusammenführen von Geschwistern teilweise sehr aufwändig. Selbst innerhalb einer Familie findet man z.B. die FN Gauweris, Govries, Gobber, Gover, Gowers, Goweris oder auch Szamaitis, Szamait, Zamaitis (also abweichende Anfangsbuchstaben). Geburtsnamen der Mütter werden nur in gut 50% aller Geburtseinträge genannt, was zwar in dieser Zeit Usus war, die eindeutige Familienzuordnung aber ebenfalls sehr erschwert. Neben den typischen memelländischen weiblichen Nachnamen-Erweiterungen wie -ene, ikke, -aite oder -ate finden sich im KB zunehmend auch süddeutsche Nachnamen-Erweiterungen in Form des angehängten "-in", wie z.B. Taubenroth(in) oder Kuhnapel(in).
In etlichen baltischen Vor- und Familiennamen wird der Buchstabe "y" mit Trema als "ÿ" geschrieben, z.B. Ensÿs, Aszmÿs oder Storÿs. Das "ÿ" ist dabei als lang gezogenes ie zu interpretieren, also wie Ensies, Aszmies oder Stories. Das Trema wurde in dieser Datenerfassung nicht übernommen, um Probleme bei der Datenkonvertierung zu vermeiden.

In etlichen Fällen wird auf Taufen von Gemeindegliedern des Kirchspiels Kaukehmen z.B. in den benachbarten Kirchspielen Schakuhnen, Plaschken, Neukirch und Lappienen hingewiesen. Umgekehrt haben in Kaukehmen Taufen von Flüchtlingen aus dem Memelland stattgefunden, die vor allen in Folge des Russeneinfalls im 7-jährigen Krieg auf die Südseite der Memel geflohen waren. So werden um 1757/58 Taufen von Kindern z.B. aus den Kirchspielen Heydekrug, Werden, Coadjuthen, Plaschken und Tilsit aufgeführt.
Um 1766/67 haben auffallend viele Taufen in benachbarten Kirchspielen stattgefunden, was wohl auf die Suspendierung von Pfarrer Tarrach zurückzuführen war.

Die in den Taufeinträgen genannten Berufe der Väter stammen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - aus dem landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich. Die Berufsbezeichnungen sind teils in litauischer, teils in deutscher Sprache. Unter den Vätern sind allerdings auch auffallend viele Soldaten, hauptsächlich aus dem Altpreußischen Infanterieregiment No. 2, geführt.

Unehelich geborene Kinder machen etwa 5% der Geburten/Taufen aus. Für die Familienforschung ist zu beachten, dass der Familienname des Kindes sowohl der der Mutter als auch der des Vaters sein kann. Dies wird im KB durch die Unterstreichung nur des Familiennamens des Vaters oder auch der Mutter gekennzeichnet. Bei der Auswertung wird die Unterstreichung des Geburtsnamens der Mutter als Hinweis auf den Familiennamen des Kindes gewertet. Das Taufbuch 1750-1771 hat als Besonderheit einen Anhang, der mit der Überschrift "Huren Kinder" versehen ist (Seite 177 rechts bis 184 links). Dieser Anhang ist offensichtlich besonders "lieblos" und unleserlich geführt. Es gibt auch Einträge unehelich geborener Kinder im regulären Teil des KB.

Kirchenbuch Taufen 1771 - 1798:

Der Gesamtumfang der erfassten Personen aus diesem KB beträgt 9.867 (neue) Personen, davon 6.087 Taufen.
Das Kirchenbuch Taufen 1771-1798 ist überwiegend gut lesbar. Dennoch entstehen durch handschriftliche Nachlässigkeiten (fehlende oder mehrdeutige Buchstaben) teilweise Interpretationsschwierigkeiten. Auch in diesem KB weichen die Schreibweisen der Familien-, und Vornamen stark voneinander ab, Ortsnamen werden meist gleich geschrieben, die Schreibweise entspricht aber nicht der später (und heute) gebräuchlichen. Die Geburtsnamen der Mütter werden grundsätzlich genannt.

Das KB Taufen 1771-1798 ist insgesamt nach mehr statistischen Gesichtspunkten geführt. So werden alle Einträge den folgenden Kategorien zugeordnet:
Nummer der Geborenen (*): Söhne / Töchter,
Ehelich Geborene: Söhne / Töchter,
Unehelich Geborene: Söhne / Töchter,
Militair Stand: Söhne / Töchter,
Tag der Geburt / Taufe.

*Anm.: Wie auch im KB Taufen 1750-1771 erfolgt die Nummerierung der Taufen nach der Reihenfolge im Kirchenjahr. Durch die "statistische" Trennung in Söhne und Töchter erhalten diese im Kirchenjahr eine jeweils eigene Nummerierung. Im Quellen-Nachweis habe ich diese Nummerierung aus dem KB nicht übernommen, sondern innerhalb des Kirchenjahres "durchnummeriert".

Taufen von Kindern aus anderen Kirchspielen sind zwischen 1771 und 1780 eher selten und beschränken sich überwiegend auf die Nachbarkirchspiele. Die durchschnittliche Geburtenrate im Kirchspiel steigt auf ca. 225 Kinder / Jahr.

Zu den in den Taufeinträgen genannten Berufen der Väter gilt das zum KB Taufen 1750-1771 gesagte. Allerdings sind im KB Taufen 1771-1798 die Berufe fast vollständig angegeben. Die weit überwiegende Anzahl der Einwohner übt landwirtschaftliche Tätigkeiten aus, gefolgt von Handwerkern und Soldaten.

Kirchenbuch Taufen 1798 - 1823:

Das Kirchenbuch Taufen 1798-1823 befindet sich momentan in der Auswertung. Aktueller Stand ist Dezember 1806.
Zwei Feststellungen sind zu erwähnen:
Die laufende Nummerierung der Taufeinträge beginnt normalerweise mit dem neuen Kirchenjahr, also dem Vorabend zum 1. Advent. Ab dem Jahr 1800 werden die Taufeinträge beginnend mit dem 1. Januar durchnummeriert.
Taufen aus Kirchspiel-fremden Orten erhalten keine laufende Nummerierung. Eine eindeutige Zuordnung zum Kichspiel wird dadurch erleichtert.

Kirchenbuch Taufen 1696 - 1750:

Die Auswertung des Kirchenbuchs Taufen 1696-1750 ist noch sehr lückenhaft, da mir dieses KB derzeit nur auszugsweise zur Verfügung steht. (1.755 neue Personen, davon 789 Taufen).

Die Lesbarkeit des KB ist von schwankender Qualität. Geburtsdaten werden oftmals nicht genannt. Als Taufdatum dient in etlichen Fällen die kirchliche Bezeichnung der Sonntage. Die Geburtsnamen der Mütter werden - von Einzelfällen abgesehen - nicht aufgeführt. Geburten unehelicher Kinder werden im Kirchenbuch "auf den Kopf gestellt".

Kirchenbuch Taufen 1668-1696:

Die Auswertung für diesen Zeitraum ist derzeit noch bruchstückhaft. Von Forscherkollegen wurden mir dankenswerterweise Auswertungen des einzelnen Geburtsjahrgang 1672 (814 Personen, davon 274 Taufen) und die Auswertungen um eine ganze Ahnenreihe zur Verfügung gestellt.
Die übrigen Kirchenbucheinträge warten noch auf eine systematische Erfassung.


Interessant an diesem Kirchenbuch ist, dass der Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen noch wesentlich größer war. Die Gründung der eigenständigen Kirchspiele Lappienen und Plaschken fällt in diesen Zeitraum.

Kirchenbuch Trauungen 1750 - 1834:

Das Kirchenbuch Trauungen 1750 - 1834 ist bisher sporadisch in die Gesamtauswertung des Ortsfamilienbuchs eingeflossen. Die weitere Erfassung und Ergänzung der Heiratseinträge erfolgt kontinuierlich.

Heimatkreisdatei der Orte des Kirchspiels:

Auf der Webseite der Kreisgemeinschaft Elchniederung (siehe Link in der Spalte rechs) sind für die Orte des Kirchspiels Kaukehmen / Kuckerneese Listen der letzten bekannten Bewohner zum Zeitpunkt der Volkszählung 1939 oder für Kaukehmen 1945 einzusehen. Diese Datensammlung ist Teil des Projektes "Heimatkreisdatei". Der 2013 verstorbene Manfred Allies hat hierin Daten der letzten bekannten Einwohner der einzelnen Orte aus dem Zeitraum von ca. 1939 bis 1945 gesammelt. Zum großen Teil bestehen diese Daten aus den Erhebungen der Volkszählung von 1939, zum Teil aus seinen eigenen Recherchen.

Diese Datensammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit,  wenigsten aber die Namen der Personen sollten erhalten werden, das ist der Zweck der Heimatkreisdatei. Trotz all der Ungewissheiten wurden diese Listen zur Berechnung der Lastenausgleichsentschädigungen herangezogen.

Vor allem die umfangreiche Datensammlung zum "Heimatort unser Kuckerneese" ((c) Manfred Allies (2001- 7. Auflage), überarbeitet von: Wolfgang Nienke (2008)) ist hier besonders zu erwähnen. Sie enthält wesentlich umfangreichere Informationen, als hier für das Ortsfamilienbuch verwertet werden konnten. Aus diesen Daten habe ich lediglich eindeutig Personen- oder Familien-bezogene Details entnommen. Die Namen der Bewohner aus dem seit 1905 eigenständigen Kirchspiel Skören sind in das aktuelle Update ebenfalls eingeflossen.

1938 wurden viele Orte umbenannt. Um eine eindeutige Zuordnung zu ermöglichen, habe ich bei den "Seelenlisten"-Auswertungen beide Ortsbezeichnungen benutzt (siehe auch Liste der Orte im Kirchspiel Kaukehmen oben).

Insgesamt stellen die hier aus der Heimatkreisdatei erfassten
5.513 Personen / Familien einen relativ "isolierten" Personenkreis dar, da Bezüge zu den letzten verfügbaren Kirchenbucheinträgen (vor 1874) und damit zu der vorangegangenen Generationen nicht hergestellt werden können. Dennoch lassen sich über die großenteils wiederkehrenden Familiennamen Verknüpfungen erahnen. Der mit der Heimatkreisdatei erfasste Personenkreis ist in der Regel nicht mit Geburts-, Heirats- oder Sterbedaten belegt. Zur zeitlichen Einordnung dient hier ein Hinweis auf Wohnort und Jahr und die Quellenangabe.



Besonders zu erwähnende Einträge

(die Liste wird mit fortlaufender Auswertung ergänzt):

  • Pfarrer Johann Schönink und Ehefrau Catharina Dargatz(in) aus Kaukehmen, 5 Kinder (Auswertung noch unvollständig, Pfarrer 1667–1677).
  • Pfarrer Johannes Klemm und 1. Ehefrau Dorothea Dargatz(in), 4 Kinder 
    Pfarrer Johannes Klemm und
    2. Ehefrau Anna Maria Engel(in), 3 Kinder (Auswertung noch unvollständig, Pfarrer 1677–1699).
  • Diakon (1692-1704 als 2. Pfarrer) Martin Forstenau und Ehefrau Anna Barbara Rosochat(in)
  • Pfarrer Johann Christoph Tarrach und Ehefrau Anna Lovysa Gesell(in) aus Kaukehmen, 9 Kinder, 1766/67 suspendiert, (Pfarrer bis 1769/70).
  • Pfarrer Salomo Korella und 1. Ehefrau Ana Amalia Mosengel aus Schanzenkrug,1 Kind, [Taufpaten: Frau Amtmann Cöler von Kukernese, Herr Pfarrer Stammer von Lappinen, Herr Pfarrer Lux von Schakuhnen, die Frau Rothin von Memel, die Frau Pfarrin Lovin von Jonaikiszken, Frau Postsecretaerin Tiede, ... Controleur Schultz].
    Pfarrer Salomo Korella und 2. Ehefrau Regina Louise Heilsberg, 2 Kinder, (Pfarrer 1767-1809).
  • Pfarrer Egmont Bergatt und Ehefrau  Ilse, min. 2 Kinder, (Pfarrer 1934-1937).
  • Cantor Christian Grager und Ehefrau Anna Regina NN,4 Kinder, (Cantor bis 1765?).
  • Cantor Abraham Heinrich Safft und Ehefrau Sophia Charlotta Radck(in), 4 Kinder, (Cantor ab September 1765).
  • Cantor Christian Dawid Wittich und Ehefrau Catharina Charlotta Rehs(in),6 Kinder, (Cantor min. ab 1784, später Pfarrer 1809-1824).
  • Cantor Christian Lebrecht Hastenstein und Ehefrau Johanna Charlotta Lovisa Wahl, 2 Kinder, (Cantor min. ab 1801).
  • Amtmann und Generalpächter Martin Heinrich Cöler und Ehefrau Johanna Friderica Schultz(in) aus Kukernese, 8 Kinder, [Taufpaten schlecht lesbar].
  • Oberamtmann Rochow und Ehefrau Juliana Amalia Cöler aus Kukerneese, 1 Kind.[Taufpaten waren Frau Amtsräthin Cöler von Kukernese, Frau Amtsräthin Poshern, Frau Pfar(r)erin Korella, Herr Amtsrath Rochow von Labiau].
  • Amtsrat (in Russ) Christoph Friderich Brandenburg und Ehefrau Heinrietta Johanna Gertruda Cöler, 2 Kinder.[Taufpaten waren Frau Amtsräthin Cöler von Kukernese, Herr Amts Rath Cöler, Frau Amtsräthin Cöler von Winge, Frau Lieut. Stubenau von Löbgallen, Herr Major v. Biberstein, Herr Capit. v. Quoos, Herr Lieut. v. Schlabrendorff, Herr Amtsrat Kirschstein, Herr Amtsrat Schimmelpfennig, Herr Durnau..(?), Herr Consul in Memel, Herr Corck.(?) stman in Memel, Pfr. Korella].
  • Lieutnant außer Diensten und Beamter Heinrich von Heyden und Ehefrau Heinrietta Juliana Rochow, 2 Kinder.
  • Chirurgus Christian Anthon Sangel und Ehefrau Dorothe Christina, 1 Kind.
  • Chirurgus Johann Jacob Kalson mit Loysa Hermann(in) aus Kaukehmen, 1 (uneheliches) Kind.
    Chirurgus Johann Jacob Kalson und Ehefrau Ana Barbara Dittrich(in) aus Kaukehmen, 9 Kinder.
  • Chyrurgus Christoph Ludvich Schütze und Ehefrau Maria Elisabeth Bonin(in), 1 Kind.
  • Chirurgus Johann Friedrich Preuss und Ehefrau Dorothea Veit(in), 2 Kinder.

Anm.: die angegebene Kinderzahl bezieht sich auf den Auswertungszeitraum.


Die Fortschreibung des OFB erfolgt laufend, so wie es meine (Frei-)Zeit erlaubt.
Ich danke allen "Hinweisgebern" und freue mich über alle Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und ergänzenden Hinweise.

Besonderer Dank gilt der wachsenden Anzahl von Unterstützern,
so wie Ute Rossky, die viel Zeit in die Datensammlung investiert hat, Dr. Witold Peuster und Hans-Lothar Kallnischkies, die eigene Datenbestände zum Kirchspiel Kaukehmen beigesteuert haben.


Uwe Kuttkat,
Am Steinacker 6a,
41836 Hückelhoven.
kaukehmen@kuttkat.de

 


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Uwe Kuttkat