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Ortsfamilienbuch Pommerswitz

Das Kirchdorf Pommerswitz liegt etwa 14 km nordwestlich von Leobschütz in Oberschlesien. 1910 hatte der kleine Ort 737 Einwohner, von denen 436 evangelisch und 301 katholisch waren.

Über die Erforschung meiner eigenen Familie bin ich schließlich dazu gekommen, die zu Pommerswitz verfügbaren Unterlagen systematisch auszuwerten. Dazu gehören insbesondere die katholischen Kirchenbücher (die evangelischen Kirchenbücher sind fast alle verschollen) und Standesamtsunterlagen, sowie auch Auswertungen der in den Archiven Olmütz und Oppeln und in der Heimatstube Eschershausen (Heimatsortskartei) vorhandenen Dokumente und natürlich viele Daten befreundeter Familienforscher. (Detaillierte Quellenangaben finden Sie weiter unten.)

Die zum Kirchspiel Pommerswitz gehörenden Orte Amaliengrund, Trenkau, Alt- und Ne-Wiendorf und Kolonie Karlsberg sind in einem getrennten Ortsfamilienbuch erfasst: http://www.online-ofb.de/amaliengrund/

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die in Pommerswitz wohnende Bevölkerung vertrieben. Dieses Ortsfamilienbuch zeichnet für diese Zeit den Verbleib der ehemaligen Familien von Pommerswitz nach, während die Neubesiedlung mit polnischen Einwohnern im nun Pomorzowice heißenden Ort nicht Inhalt dieses Ortsfamilienbuches ist.

Geschichte

(Quelle: Heimatkunde des Kreises Leobschütz. Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz mit 111 Abbildungen und Plänen, Robert Hofrichter, Leobschütz, 1914. Seite 531-539)

1277 hieß der Ort Pomorswicz, 1434 Pomirswicze. Dieser Name ist von dem slawischen Personennamen Pomor (-Pommer) abgeleitet. Das Rittergut Pommerswitz scheint Jahrhunderte hindurch unmittelbares Besitztum des Herzogs von Troppau und dann des Herzogs von Jägerndorf gewesen zu sein. Später hatten es verschiedene Geschlechter inne. 1411 verkauften es Otto und Burkhard Stosch mit der Mühle an Heinrich Klodbuk. Um 1460 strebte der Herzog Nikolaus von Oppeln danach, Pommerswitz seinem Herzogtum einzuverleiben. Ein Schiedsgericht entschied zu seinen Ungunsten (Biermann S. 213). 1614 besitzt Pommerswitz von Stitten, 1715-1759 Baron von Trach, 1759-1799 Leopold Graf von Reichenbach, 1799-1841 Baron von Rottenberg, 1841-1862 von Götz und von Selchow. 1862 erwarb es Julius Müller. Sein Sohn, Landesältester Müller, verkaufte es im Jahre 1902 an den Oberpräsidenten von Schlesien, Exzellenz Fürsten von Hatzfeld-Trachenberg, der es seinem Sohne Alexander Grafen von Hatzfeld überließ. Dieser vermählte sich mit einer Japanerin, namens Hanna, geb. Aoli. Er nahm auch Wohnung auf dem Schlosse Pommerswitz. 1907 verkaufte er jedoch den Besitz, der 314 ha umfaßt, an den Grafen von Tiele-Winkler auf Moschen für 1 ¼ Million Mark.

Das heutige Schloß erbaute 1614 Hartwig von Stitten, der im Jahre vorher auch die jetzt katholische Kirche erbauen ließ. Vor dem Einzug des Grafen Hatzfeld im Jahre 1905 wurde das Schloß gründlich erneuert.

Von den Fronpflichten lösten sich die Pommerswitzer 1775 und 1786 ab.

Im Jahre 1723 gab es hier eine herrschaftliche Mühle, einen Scholzen, 18 Bauern und 19 Gärtner. 1783 waren 18 Bauern, 16 Gärtner und 22 Häusler vorhanden. Jetzt zählt der Ort 16 Bauern, 42 Gärtner und 49 Häusler. Die gesamten Gemeindegrundstücke betragen 733 a.

Die Seelenzahl  betrug in Pommerswitz, das Gut eingerechnet, 1783 412, 1855 860, 1910 737. Zur Zeit gibt es 436 evangelische und 301 katholische Einwohner. Die Chaussee führt durch den Ort seit 1884. Die Postnebenstelle mit Fernsprechanschluß besteht seit 1897. Der Bahnhof Steubendorf ist von hier 2 km entfernt. Der Kriegerverein wurde 1854, der Gesangverein 1887, die Spar- und Darlehnskasse 1897 und die freiwillige Feuerwehr 1908 gegründet. Die Pflasterung der Dorfstraße begann man im Jahre 1883. 1912 wurde auch die zur Bahn führende Gasse gepflastert. Die Zusammenlegung der Äcker erfolgte schon im Jahre 1845. Von gewerblichen Unternehmungen sind die Buschmühle und die Großfleischerei des Paul Müller zu erwähnen. Im Jahre 1913 legte der Besitzer der Buschmühle ein Elektrizitätswerk an, an das sich die Gemeinde Pommerswitz anschloß.

Das alte Gemeindesiegel stellte den hl. Georg dar, in dem heutigen ist nur der Orts- und der Kreisname enthalten.

Amtsvorsteher des Bezirks Pommerswitz, der Pommerswitz, Steubendorf, Trenkau, Karlsberg, Amaliengrund, Alt und Neu Wiendorf umfaßt, waren bisher: Rittergutsbesitzer Müller auf Pommerswitz 1874-1903, Wirtschaftsinspektor Paul Vogt in Pommerswitz 1903-1904, Bauerngutsbesitzer Eduard Groß in Pommerswitz 1904-1906, Rittergutsbesitzer Alexander Graf von Hatzfeld-Trachenberg auf Pommerswitz 1906-1907, Wirtschaftsinspektor Scharloth in Pommerswitz 1908-1910, Wirtschaftsinspektor Gustav Seiffert in Pommerswitz 1910 bis jetzt.

Die Buschmühle in Hochwassergefahr

In furchtbare Schrecken wurden die Pommerswitzer, besonders aber der Buschmüller, durch das Hochwasser des Jahres 1903 versetzt. Das Tal der Hotzenplotz glich am 10. Juli, nachdem es tagelang geregnet hatte, einem mächtigen See, aus dem nur die Buschmühle und einige hohe Bäume emporragten. Obwohl die talabwärts liegende hohe Eisenbahnbrücke den Wogen einen weiten Durchlaß gewährte, so unterspülten doch die reißenden Fluten die starken Mauerpfeiler der Brücke und brachten sie gegen 1 ½ Uhr nachmittags zum Einsturz. An den nun im Flußbett liegenden Trümmern stauten sich die Wassermengen, so daß talaufwärts die Wogen immer höher stiegen. Die einsame Mühle des Adolf Reinhold kam dadurch in höchste Gefahr. Schon stand das Wasser mannshoch in den Ställen, und die Rinder und Pferde ragten fast nur noch mit den Köpfen daraus hervor. Das Kleinvieh hatte man zur Sicherheit in das obere Stockwerk des Hauses gebracht. In die Wohnstuben drangen die Fluten durch Tür und Fenster, und die Möbel bildeten ein schwimmendes Durcheinander. Um dem von größter Gefahr bedrohten Müller beizustehen und seine Habseligkeiten in Sicherheit bringen zu helfen, begaben sich beherzte Pommerswitzer mit 14 von kräftigen Rossen gezogenen Wagen auf den tief unter Wasser stehenden Weg zur Mühle. Zu den Hilfsbereiten, die den ersten Wagen bestiegen, gehörte auch der damalige Pfarrverweser Eugen Richtarsky, der heutige Pfarrer von Pommerswitz. Der sonst gut fahrbare Weg war von den reißenden Wogen zerrissen, und bald griet der erste Wagen in einen tief ausgewaschenen Graben. Die Rosse bäumten sich, und der unter Wasser sehende Wagen drohte zu kippen. Wollte man Menschen und Tiere vor dem sicheren Tode des Ertrinkens retten, so  war schleunige Umkehr geboten. Ein erneuter Versuch, sich der Mühle zu nähern, wäre Frevel gewesen. Der Müller schien nun mit den Seinen verloren. Da, welch „glückliche Wendung“ für ihn! Der Bahndamm hatte dem immer höher werdenden Drucke der an ihm sich stauenden Wassermengen nicht standhalten können. Ein Teil des gewaltigen Hemmnisses wurde weggerissen, und durch die entstandene neue freie Bahn wältzen sich die entfesselten Fluten talabwärts. Noch gegen Abend desselben Tages nahm die Höhe des Wasserstandes ab, und die Mühle hob sich wieder aus den Fluten empor. Am nächsten Morgen glückte es einigen der Pommerswitzer – darunter dem Pfarrverweser – zu dem schwer heimgesuchten Müller zu gelangen. Welch grauenhaftes Bild der Verwüstung bot sich ihren Blicken! Das Erdreich ringsum durchwühlt und durchwaschen, das Mauerwerk beschädigt, die Wohnräume, Kammern und Stallungen voll Schlamm und Sand und in den Stuben ein Wirrwarr von Mübelstücken und losgerissenen Dielen. Monate vergingen, ehe die Schäden beseitigt waren und die Mühle wieder in Betrieb gesetzt werden konnte.

 

Die katholische Kirche

Im Jahre 1430 unterzeichnete ein Pfarrer Plebanuns von Pommerswitz in Prudnik (=Neustadt O/S) eine Urkunde als Zeuge. Demnach war damals Pommerswitz schon ein Pfarrort. Von etwa 1522 bis 1629 war die Gemeinde und somit auch die Kirche evangelisch. 1629 mußte der evangelische Geistliche den Ort verlassen, und die katholische Lehre wurde wieder gepredigt. Das Bekehrungswerk lag in den Händen von Jesuiten, die in Hotzenplotz wohnten. Die Kirche gehörte von nun an als Tochterkirche zur Pfarrei Hotzenplotz. Erst 1671 erhielt Pommerswitz einen Administrator, der bis 1780 dem Pfarrer von Hotzenplotz unterstellt blieb, dann aber mit den Rechten eines selbständigen Pfarrers ausgestattet wurde. Eine eigentliche Pfarrei ist Pommerswitz erst seit 1888.

Die Kirche ist dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Der Seitenaltar war dem hl. Johannes Nep. zu Ehren errichtet. Pfarrer Hildebrand ersetzte diesen durch einen Rosenkranzaltar.

1846 zerstärte eine Feuersbrunst Kirche, Schule und Pfarrhaus sowie den größten Teil des Dorfes. Nachdem das Gotteshaus unter Benutzung des alten Mauerwerks wieder aufgebaut worden war, versah man es mit einem Schieferdach. Seit dieser Zeit sind keine wesentlichen Erneuerungen oder Umänderungen mehr an der Kirche vorgenommen worden. Über eine Ausbesserung des Gotteshauses und den Ausbau des Turmes ist nach längeren Unterhandlungen endlich mit der Gutsherrschaft ein Übereinkommen erzielt worden.

Die unter der Kirche befindliche Gruft diente früheren Besitzern des Gutes und ihren Angehörigen als letzte Ruhestätte. 1841 fand hier noch die Beisetzung des Barons von Rottenberg statt.  Man fand in der Gruft in ziemlicher Unordnung Gebeine, Schilder, Denkmünzen und Wappen früherer gutsherrlicher Familien. Särge waren nicht mehr vorhanden.

Auf dem um die Kirche liegenden Friedhofe bestattete man bis 1858 auch die Verstorbenen evangelischen Glaubens. Gegen Zahlung von 300 M. seitens der katholischen Kirchengemeinde verzichtete die evangelische Gemeinde auf dieses Recht und legte sich einen eigenen Friehof zu.

Zu Pommerswitz sind eingepfarrt: Die Gemeinden Alt Wiendorf, Trenkau und Amaliengrund sowie die Kolonien Neu Wiendorf und Karlsberg.

Die Kirchenbücher reichen bis 1740 zurück. An Pfarrgrundstücken sind 28,10 ha. vorhanden.

Als katholische Seelsorger wirkten hier seit der kirchlichen Trennung von Hotzenplotz: Ignaz Franziskus Hahn 1780-1790, Johann Graul 1791-1824, Johann Kubessa 1824-1859,  als Stellvertreter Joseph Frank und Norbert Walter 1859-1860, Joseph Frank 1860-1886, Karl Hildebrand 1886-1903, als Stellvertreter Eugen Richtarsky durch 5 Monate des Jahres 1903, Johannes Müller 1903-1910, Eugen Richtarsky 1910 bis jetzt.

Die evangelische Kirche

Die katholische Pfarrkirche befand sich, wie oben bereits erwähnt worden ist, während der Reformationszeit in den Händen der Protestanten. Unter dem evangelischen Gutsherrn Hartwig von Stitten war sie im Jahre 1613 an der Stelle der alten Kirche als evang. Gotteshaus neu erbaut worden. Die beiden letzten evangelischen Seelsorger aus jener Zeit waren Pastor Pittich, gestorben 1611, und Pastor Hancke, der bei der Gegenreformation im Jahre 1629 Pommerswitz verlassen mußte. Die Kirche wurden den Katholiken eingeräumt, obwohl deren Anzahl damals sehr gering war. Mit der Zeit nahm etwa die Hälfte der Ortsinsassen wieder den alten Glauben an.

Die Evangelischen hielten sich jetzt zu der allerdings sehr entfernt liegenden Kirche in Löwen, später zu der in Neustadt O/S. Erst nach der Eroberung Schlesiens durch Friedrich d. Gr., und zwar im Jahre 1743, wurde ihnen die Errichtung eines Bethauses gestattet. Jeden dritten Sonntag hielt hier der Pastor aus Neustadt Gottesdienst ab.

1765, unter dem Gutsherr Grafen von Reichenbach kam es auch zur Anstellung eines protestantischen Seelsorgers. Die heutige, stattliche Kirche erbaute die evangelische Gemeinde in den Jahren 1887 und 1888 auf einem Platze an der Westseite des alten Bethauses. An Stelle des letzteren, das im Jahre 1889 abgetragen wurde, befindet sich jetzt ein Gärtchen mit einem Denkstein.

Das neue evangelische Pfarrhaus wurde 1898 erbaut. Zur evangelischen Pfarrei Pommerswitz gehören die Evangelischen aus Alt und Neu Wiendorf, Steubendorf und Amaliengrund.

Die Bestattung der Verstorbenen evangelischen Glaubens fand früher, wie schon gesagt, auch auf dem Friehofe der katholischen Kirche statt. Die Anlage eines eigenen Friedhofes erfolgte in dem Jahre 1859 an der Nordseite der Kirche. Hier werden auch die Glaubensgenossen aus den eingepfarrten Orten beerdigt.

Als Pastoren waren bisher hier tätig: Adami 1765-1795, Oelschläger 1795-1820, Schubert 1822-1824, Gründler 1824-1832, Mehwald 1832-1836, Malthauer 1836-1854, Krügel 1854-1868, Hermann 1868-1871, Schultz 1872-1881, Dächsel 18881-1887, Hertting 1887-1895, Gründel 1896 bis jetzt.

Die katholische Schule

Die katholische Volksschule in Pommerswitz bestand schon 1690 als Pfarrschule. 1,57 ha Küsteräcker stammen noch aus jener Zeit. Bis zur Umlegung der Grundstücke im Jahre 1847 lagen sie am Fußwege nach Hotzenplotz. Etwa ein Morgen davon war mit Wald bestanden.

Das alte, aus Holz gebaute und mit einem Strohdach versehene Schulhaus verschwand im Jahre 1817; das neue, aus Ziegeln errichtete deckte man wiederum mit Stroh ein. Es brannte 1846 bis auf das Mauerwerk nieder. Nun erst versah man es mit einem Schieferdach. Das heutige Schulgebäude stammt aus dem Jahre 1882 und steht im früheren Schulgarten. Es enthält zwei Klassenzimmer und Wohnräume für zwei Lehrer. Einen eigenen Brunnen erhielt die Schule erst im Jahre 1895.

Nach dem Jahre 1880 stieg die Kinderzahl über 120, so daß im Jahre 1887 ein zweiter Lehrer angestellt werden mußte. Von 1900 bis 1909 sank die Schülerzahl zurück auf 63; man hob daher die zweite Lehrerstelle wieder auf. Die Schülerzahl hatte abgenommen, weil die Alt Wiendorfer Gutsäcker und ein Teil der herrschaftlichen Grundstücke in Pommerswitz verpachtet und infolgedessen die Zahl der Hofeleute vermindert worden war. Die verheirateten, polnischen Gutsknechte wurden dadurch brotlos und mußten sich anderwärts Beschäftigung suchen. Auch in der Hotzenplotzer Zuckersiederei fand eine Anzahl von Pommerswitzer Arbeitern einträgliche Beschäftigung. Als man die Siederei eingehen ließ, wurden auch diese Leute arbeitslos und genötigt, den Ort zu verlassen.

Eingeschult sind die katholischen Kinder aus Alt und Neu Wiendorf.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wirkten als Leiter dieser Schule: Joh. Heinrich Jaeschke bis 1758, Ignaz Jaeschke 1758-1779. Franz Xaver Jaeschke 1779-1811, Anton Jaeschke 1811-1824 (dreimal ging die Schulstelle vom Vater auf den Sohn über), Joseph Heilig 1824-1863, Joseph Niegel 1863-1881, Julius Milsch 1882-1895, Paul Stein 1895-1909, Paul Heisig (ein Enkel des genannten Joseph Heisig) 1909 bis heute.

Die Ortsschulaufsicht führten die Ortspfarrer bis 1886, der Kgl. Kreisschulinspektor 1886-1894, Pfarrer Hildebrand 1894-1903, Pfarrer Müller 1904-1910, der Kgl. Kreisschulinspektor 1910-1912, Pfarrer Richtarsky 1912 bis jetzt.

Vor der Gründung der Schule in Trenkau im Jahre 1872 begab sich der Schullehrer von Pommerswitz allwöchentlich zweimal nachmittags nach Trenkau und hielt dort Schulunterricht ab. Dafür wurde ihm eine Entschädigung von jährlich 18 Tlrn. gewährt.

Die evangelische Schule

Nach dem ersten Schlesischen Kriege unterrichtete die evangelische Dorfjungend ein Schneider, bis es im Jahre 1765 zur Gründung einer evangelischen Volksschule und zur Anstellung eines Lehrers kam. Das erste Schulhaus war ein kleiner Holzbau und stand an der Stelle des jetzigen. Im Jahre 1817 errichtete die Gemeinde das heutige Schulhaus, das wiederholt erweitert und umgebaut wurde. Ein zweites Geschoß erhielt es im Jahre 1841, und durch den letzten inneren Umbau im Jahre 1909 wurden gesonderte Eingänge zu den Schulzimmern und zu der Lehrerwohnung geschaffen.

Schon 1829 war es zur Anstellung eines Hilfslehrers gekommen, der in Ermangelung eines zweiten Lehrzimmers in der Dachstube unterrichtete.

Kurzfassung der Geschichte Pommerswitz

Pommerswitz, D., Reg. Oppeln, OLG Ratibor, (OS) Leobschütz, NW zu N. 6/4 M., Post Krst. u. Ober-Glogau 6/4 M. Besitzer Kr.-Just.-R. von Gütz u. dessen Gemahlin, geb. Freiin von Rottenberg. Patrim.G Just.-R. Giersberg in Ob.-Glogau, fürs Gut in Fürstenth.-Anth. Jägerndorf fürstl. Lichtensteinsches Fürstenth. G. zu Leobschütz. 115 H., 1 h. Schloß, 1 Vorw. außerh., 739 E. (212 kath.); 1 ev. Pfarrk., Patron Domin., Sup. Ratibor, ohne Wiedm., eingepf. pro on. Pommerswitz, Amaliengrund, Steubendorf u. Wiendorf, Alt- u. Neu-, pro act. im Kr. Leobschütz, Berndau, Gläsen, Kasimir, Kittelwitz u. Trenkau, so wie im Neustädter Kr. Deutsch-Rasselwitz, u. gastw. die Ev. aus Hotzenplotz im Oesterreichischen. Die Gemeinde Pommerswitz und Wiendorf besaßen eine Kirche in Pommerswitz, die sie 1614 erbaut hatten, diese wurde ihnen in den Jahren 1730-40 genommen, die Gemeinde blieb aber evangelisch. 1743 bat sie um die Zurückgabe der K. die ihr aber nicht bewilligt wurde, dagegen ward ihr gestattet, ein eigenes Bethaus zu erbauen, hierzu zu schwach, vereinigte sie sich 1764 mit dem ev. Theile des benachbarten Steubendorf, erhielt den nachgesuchten Bau-Consens 1765 den 8. Mai u. schon 1766 den 9. Mai ward die neu erbaute K. geweiht u. der erste Pastor eingeführt. 1 ev. Sch. mit für Wiendorf, Alt- u. Neu-, u. Amaliengrund, bisweilen kommen Gäste aus Gläsen, Ober-Glogau und Deutsch-Rasselwitz, Kr. Neustadt, 1 L., 1 Hilfsl. Collat. Domin., das Schulh. 1766 erbaut, ward erweitert 1804, 1825 u. zweistöckig 1841. 1 kath. Pfarrk., Commiss. Katscher, des Erzbisth. Olmütz. Patron Domin., mit  Wiedm., 1 kath. Sch., eingepf. u. eingeschult Amaliengrund, Trenkau mit Kapelle u. Wiendorf.

Detaillierte Quellenangaben:
  1. Heimatkunde des Kreises Leobschütz. Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz mit 111 Abbildungen und Plänen, Robert Hofrichter, Leobschütz, 1914.
  2. Katholische Kirchenbücher von Pommerswitz: Taufen und Trauungen 1688-1703 - es fehlen die Beerdigungen.
  3. Katholische Kirchenbücher von Pommerswitz: Taufen 1767-1927, Trauungen 1862-1943, Beerdigungen 1861-1939 (auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen).
  4. Zweitschriften der Pfarreien der ehemaligen Erzdiözese Olmütz (tsch. Olomouc): Trauungen 1777-1850 und 1852 – es fehlen die Jahre 1851 und 1853-1861. Beerdigungen 1777-1850 und 1852 – es fehlen die Jahre 1851 und 1853-1860
  5. Standesamt  Pommerswitz: Geburten, Heiraten und Verstorbene: 1874-1884 (auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen). Es fehlen die Hochzeiten 1876-1877.
  6. Standesamt Pommerswitz: Trauungen 1885-1914.
  7. Das Gerichtsbuch der Gemeinde Pommerswitz (O.S.) aus dem Jahre 1610. Von Generalmajor a. D. Dr. Erwin Kaschner, Eutin. Herausgegeben 1953 von der „Ostdeutschen Familienkunde“ (http://wiki-de.genealogy.net/Pommerswitz_(Oberschlesien),_OFB)
  8. Die Heimatstube in Eschershausen: Heimatsortskartei
  9. Daten privater Familienforscher
  10. Pommerswitz im Adressbuch Leobschütz 1935 – Seite 224-225
  11. Pommerswitz im Adressbuch Leobschütz 1940


Mein Dank für ihre Unterstützung bei der Erstellung gilt Uta Bothe, Undine Lauf, Dr. Klaus Christoph, Familie Jäschke und Martha Monjau geb. Fuchs aus Pommerswitz. Dr. Albert Emmerich hat mir geholfen, dieses OFB für die Online-Veröffentlichung aufzubereiten.

Wegen der unvollständigen Quellen ist dieses OFB sicherlich nicht vollständig oder abschließend. Über Ergänzungen oder Korrekturen würde ich mich freuen.

Wolfgang Schiller
Hannover
wschiller@htp-tel.de


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Wolfgang Schiller

Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde e.V.