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Ortsfamilienbuch Cuxhaven

Aus dem Hamburgischen Amt Ritzebüttel wird Cuxhaven(1394-1937)

Quelle: Becker, 1880;rote Line=Grenze des Amte

1394 kaufte die Freie und Hansestadt Hamburg von den an der Elbmündung ansaessigen Rittern von der Lappe, Untertanen des Herzogs von Lauenburg, 9 Dörfer und die Insel Neuwerk.
Mit dieser Territorialeinheit wollte Hamburg seinen Schiffen und Handelsguetern den Zu- und Abgang zu seinen elbaufwaerts gelegenen Häfen sichern. Später kaufte Hamburg noch 5 weitere auf einem eiszeitlichen Geestruecken, der "Hohen Lieth", liegende Dörfer hinzu. Es sind, die sogenannten Geest- oder Heidedörfer Gudendorf, Franzenburg, Arensch, Berensch und Oxstedt.
Die am Strand liegenden Dörfer Sahlenburg, Duhnen, Steinmarne, Döse wurden als "Stranddörfer" bezeichnet. Einige Dörfer wurden urkundlich schon vor 1394 im Zusammenhang mit der Bergung von Strandgut erwaehnt.
Altenwalde war ein Einsprengsel im hamburgischen Gebiet und gehörte bis 1866 zum Koenigreich Hannover.
Die zusammengewachsenen Dörfer Holte und Spangen und Stickenbüttel mit dem Ortsteil Brockeswalde liegen weiter landeinwaerts zwischen Geest und Marsch. Weitere Wohnplaetze sind Süder-, Westerwisch, Drangst und die Ostseite(oestlich des Hafens), die zu Ritzebüttel gehoeren und die Abschnede, die zu Cux.-Groden gehoert.
Die Siedlungsnamen "Osterdöse", "Westerdöse", "Paulspaden" und "Steinmarren" zu Cux.-Döse gehoerig, sind heute verschwunden.

Die Siedlungen Ritzebüttel und Cuxhaven hatten eine Sonderstellung. In ersterer lag ein zum "Schloß" erweiterter Wehrturm, der Amtssitz des jeweils fuer 6 Jahre in Cuxhaven residierenden Amtmannes war. Es war immer ein Senator der Stadt Hamburg. Einer war Barthold Heinrich Brockes(1680-1747), der wegen seiner Barocklyrik "Irdisches Vergnügen in Gott"(1721) bekannt wurde und es liebte in das einzige Wäldchen des Amtes, den "Barnhop" zu kutschieren, der später nach ihm "Brockeswalde" benannt wurde.

Quelle: Eigenes Bildmaterial 1

Eine andere Berühmtheit, die mit dem Amt verbunden ist, ist der Göttinger Naturwissenschaftler Georg Christoph Lichtenberg(1742-1799), der nach mehrfachen Besuchen des Amtes 1793 die Schrift "Warum hat Deutschland noch kein großes öffentliches Seebad" verfasste.
Ritzebüttel hatte den Status eines Fleckens mit Marktrecht. Hier wurden mit der Norder- und der Südersteinstrasse die ersten gepflasterten Strassen angelegt. Mit der Grossen und der Kleinen Hardewiek lagen hier auch die aeltesten namentlich bekannten Strassen.
Cuxhaven war ursprünglich die Schiffer- und Fischersiedlung am Hafen, die dann 1907 dem ganzen Territorium seinen Namen gab. Dieses Viertel wird heute als "Lotsenviertel", besser "Lootsenviertel" vermarktet.
All diese Dörfer/Siedlungen haben ihre Eigenart teilweise bis heute erhalten.
Die Ortsteile Ritzebüttel, Groden, Cuxhaven, Döse, Duhnen und Sahlenburg, sowie die Geestdörfer hatten bis zur Einführung von Strassennamen eigene Häuserzählungen, die in den Notizen mit erfasst wurden.

Für die Verteidigung des Amtes gehörten die einzelnen Dörfer zu Kompanien. Es gab davon 11. Im befestigten Schloss war das X.Hamburger Bataillon stationiert. 1864 erhielt das Amt mit einem Amtsgericht eine eigene Gerichtsbarkeit, 1866 wurde fuer die Bevölkerungsverwaltung in Anknuenpfung an die Mairie der Franzosenzeit(1806-1815) ein Civilstandsamt gegruendet, das im Oktober 1874 zum Hamburgischen Standesamt Nr.18 wurde.

Die Kirchspiele
Im Amt gab es zunaechst 2 evangelische Kirchspiele - St.Abundus in Groden für die vom "Schloss" östlich gelegenen Siedlungen Ritzebüttel, Ostseite, Groden und Abschnede. Für die westlichen Siedlungen wurde 1564 St.Gertrud in Cux.-Döse als evangelische Kirche gebaut, nachdem sich die Bevölkerung beklagt hatte, dass die Wege in die Kreuz-Kirche nach Altenwalde zu weit gewesen wären.
Zu St.Gertrud gehoerte auch die Fischer- und Schiffersiedlung um die heutige Neuereihe und die Schillerstrasse – früher Alterdeich – herum, die manchmal auch als Alt-Cuxhaven bezeichnet wurde.
Eine Anekdote besagt, dass den Amtmännern und ihren Familien die rd. 2 km lange Fahrt vom Schloß nach St.Abundus in Groden zu weit gewesen wäre, so dass 1816 mit dem Bau von St.Martin(ev.) direkt vor dem Schloss das dritte Kirchspiel im Amt Ritzebüttel geschaffen wurde.
Die Geestdörfer liessen kirchliche Handlungen meistens weiter in der Kreuz-Kirche in Altenwalde vollziehen.
1911 kamen dann noch die St.Petri-Kirche(ev.) und 1900 die St.Michaelis(kath.) als Garnisonskirchen dazu, vobei letztere 1924 in Herz-Jesu-Kirche umbenannt wurde.

Bevölkerungsentwicklung
Unter der Annahme das ein Dorf ca. 200 bis 300 Einwohner hat, ergibt sich fuer die 15 Dörfer im Amt eine Bevölkerung von 3.000 bis 4.500 Menschen, die ueber lange Zeit konstant geblieben sein duerfte.
Erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts gab es vier wesentliche Veraenderungen – den Kasernenbau, die Fischereiwirtschaft, die Auswanderung und den Fremdenverkehr. Auch 2 Werften entstehen. Die Bevoelkerung wächst durch das damit in Zusammenhang stehende Handwerk und die Dienstleistungen – Handwerksbetriebe, Bäderbetrieb, Hotels, Gaststätten stark an.
1873 gibt es lt.Hamburger Adressbuch in Cuxhaven 74 Lootsen, die in frueheren Zeiten auch als "Piloten" bezeichnet wurden. 1869 tauchen dann als neue Berufsgruppe die "Grenzaufseher" auf, die teilweise beritten sind und meist von auswärts kommen und ab 1878 kommen dann Eisenbahnberufe dazu.
1919 hatte die Stadt 15.336 Einwohner und 1939 31.647. Nach dem 2.Weltkrieg stieg die Bevoelkerungszahl dann noch einmal durch Fluechtlinge sehr stark an und ab 1974 ein weiteres Mal durch die Eingemeindung umliegender Dörfer(Altenwalde, Lüdingworth, Altenbruch).

Eine Auswertung des ab ca. 1874 gefuehrten Gemeinderegisters fuer Cux.-Döse (GemReg-Döse) zeigte, dass es sehr starke Wanderungen zwischen den ca. 15 Dörfern/Siedlungen im Hamburgischen Amt Ritzebüttel gab.
40 Familien sind z.B. im Zeitraum 1874 bis 1907 von Döse nach Cuxhaven gezogen, was damals nur die Fischer- und Seefahrer-Siedlung im Hamburgischen Amt Ritzebüttel war, die erst später dem ganzen Territorium den Namen gab.
Diese Wanderungsbewegungen liessen es nicht fuer sinnvoll erscheinen fuer jedes dieser Dörfer ein eigenes Ortsfamilienbuch zu erstellen. So ist denn auch das seit 2012 mit einem Update 2016 beim Verein f.Computergenealogie e.V. im Netz stehende online-Ortsfamilienbuch Stickenbüttel/Cux.-Stickenbüttel mit seinen 2.415 Personen und 356.121 Zugriffen(Stand: Mai 2022) im Ortsfamilienbuch Cuxhaven aufgegangen.

Umfang/Stand der Auswertung:

  • St.Gertrud Cux.-Döse: 7415 Taufen, 2134 Heiraten/489 Aufgebote, 3894 Sterbefaelle
  • St.Abundus Cux.-Groden: 237 Taufen, 124 Heiraten/5 Aufgebote, 141 Sterbefaelle
  • St.Martin Cux.-Ritzebüttel: 378 Taufen, 206 Heiraten/ 14 Aufgebote, 220 Sterbefaelle
  • Kreuz-Kirche Altenwalde: 82 Taufen, 30 Heiraten/ 1 Aufgebot, 41 Sterbefaelle
  • Mairie Ritzebüttel(1806-1815): 6 Eintraege
  • StACuxhaven/Ritzebüttel: 2317 Geburten, 1468 Heiraten, 11.930 Sterbefaelle
  • StAAltenwalde Geburten Heiraten, Sterbefaelle: 54
  • StACux.-Sahlenburg, Geburten, Heiraten, Sterbefaelle: 5
  • Leichenpredigten(LP) St.Gertrud Cux.-Döse: 177
  • Cuxhavener Melderegister(CM): 509 Registerkarten
  • Gemeinderegister Cux.-Döse(GemRegDöse): 257 Eintraege
  • Gemeinderegister Cux.-Stickenbüttel: 164 Eintraege
  • Gemeinderegister Cux.-Duhnen(GemRegDuhnen): 75 Eintraege
  • Gemeinderegister Cuxhaven(GemRegCux): 28 Eintraege
  • Gemeinderegister Cux.-Ritzebüttel(GemRegRitze): 5 Eintraege
  • Adressbücher der Stadt Hamburg, Teil Ritzebüttel(tw.): 1857, 1865, 1894, 1906, 1917, 1927
  • Adressbücher Cuxhaven(tw.): 1893, 1908, 1910, 1927, 1936, 1952, 1972
  • gedbas-Einstellungen von: C.Manzer(2697), M.Math(16) u.a.
  • Grabsteine aus dem Projekt "Grabsteine" des Vereins für Computergenealogie e.V.

Insgesamt: 27.791 Quellen

Abkuerzungen fuer die Auswertung der Daten des Civilstandsamtes(1866-1874)
a=Ritzebüttel, b=Döse, c=Groden, d=Geestdörfer, e=Sonstige, z.B. Bürger jüdischen Glaubens und Nachtraege

Abkuerzungen fuer die Auswertung der Kirchenbuecher(KB)- und Standesamts-Quellen(StA)
KBA=Aufgebote, KBF=Konfirmationen, KBC=Copulationen, KBT=Taufen, KBL=Leichen
StA=Standesamt, G=Geburten, H=Heiraten, S=Sterbefaelle
Beispiel: StACuxhaven S1908_040 – 40.Sterbefall des Jahres 1908 in Cuxhaven
Sonstige Abkuerzungen:
CivReg=Register des Civilstandsamtes
TZ=Taufzeuge; TrZ=Trauzeuge
g=nachrichtliche Verwendung einer Geburtsquelle
n=nachrichtliche Verwendung einer Quellenangabe
s=nachrichtliche Verwendung einer Sterbefall-Quelle
Personen mit auswaertigen Geburtsorten haben hinter ihrem Vornamen ein "*", Spitzenahnen einer Familie ein "°".
Ein "J." bei Frauen oder Männern in aelteren Heiraten bedeutet, dass sie vorher noch nicht verheiratet waren(Eingaben von W.Dannenberg, GGHH).
Datenangaben vor 1815 sind vielfach Tauf- statt Geburtstage und Beerdigungs- statt Sterbetage.

Bemerkungen:
Religionsangaben wurden im Ofb nur in Ausnamen erfasst(katholisch, israelistisch). Es kann davon ausgegangen werden, dass die meisten im ofb vorhandenen Personen ev.-luth. oder ev.-reformiert waren.
Der Lehrer Walter Höpcke(1892-1978) hat die Cuxhavener Kirchspiele verkartet(ca.60.000 Karten).-Im Auftrag des Cuxhavener Stadtarchivs wurden diese Karten von dem Pensionär Hr.Hohmann mit dem Archiv-Programm FAUST erfasst, womit leider keine genealogischen Verknüfungen möglich sind. Diese Erfassung ist der Grund dafuer, dass die Bearbeitung des online-ofbs Cuxhaven fuer den Zeitraum vor 1866 nur rudimentaer ist. Die Verfasserin wollte Doppelarbeit vermeiden.

Verweise:
Fuer Personen, die in anderen online-ofb“s enthalten sind, wurden Quellenbezeichnungen wie z.B. "online-ofb Helgoland des Vereins f.Computergenealogie e.V." verwendet, ohne die dort vorhandenen Daten komplett zu uebernehmen. In gleicher Weise wurde mit genealogischen Angaben von Friedhoefen/Grabsteinen verfahren und mit gedbas-Genealogien, die in dem entsprechenden Projekt des Vereins f.Computergenealogie e.V. veroeffentlicht wurden.

Fehler:
Da fuer das Ofb eine Vielzahl von Quellen(s.o.) genutzt wurde enthält es trotz sorgfaeltiger Bearbeitung Fehler!. Alle Angaben sind daher ohne Gewaehr. Fuer Ergaenzungen und Korrekturen, insbesondere fuer auswaertige Sterbefaelle von in Cuxhaven Geborenen ist die Bearbeiterin stets dankbar.

Literatur:

  • Wolter, Günter, "Die Straßennamen der Stadt Cuxhaven", Cuxdruck GmbH, Cuxhaven. 1997
  • Becker, Friedrich Adolf, "Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel", Hamburg, 1880
  • Höpcke, Walter, "Die eingesessenen Familien der Nordseeinsel Neuwerk und ihre 380jährige Geschichte", Hamburg, 1953
  • Borrmann, Hermann, "Bilder zur Geschichte des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven", u.a. Cuxhaven 1991



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Gerda Steffens