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13.596 Personen
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3.801 Familien
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Ortsfamilienbuch Dambitsch (Dambecz/Dąbcze)
Familiendatenbank des Dorfes Dambitsch im Kirchspiel Reisen unter Einbeziehung der Nachbargemeinden
„Vergangen nicht, verwandelt ist was war.“
(R.M. Rilke)
Familienforschung bedeutet, sich zu erinnern an das, was war und was geworden ist.
Dambitsch - ein Dorf am alten Handelsweg nach Schlesien
Dieses OFB basiert auf dem Kirchenbuch der kath. Pfarrei Rydzyna/Reisen in Großpolen, ab 1793 Provinz Südpreußen bzw. Posen (1615-1919). Im 17. Jhd. hatten deutsche Siedler und Glaubensflüchtlinge von polnischen Adligen die Möglichkeit erhalten, sich im Umland der Residenzstadt Rydzyna niederzulassen.
Den Kern der Datenbank bilden die Familien, die ab 1615 im Dorf Dambecz bei Rydzyna südöstlich der Stadt Leszno (Lissa) siedelten, an der Handelsstraße von Fraustadt über Poniec (Punitz) nach Schlesien.

Daniel F. Sotzmann: Atlas von dem zu Südpreussen gehörigen Posener Kammer-Departement in XVIII Blättern. Karte, Kupferstich. Berlin, 1798.
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Das Dorf gehörte vor 1793 zu Großpolen (Wielkopolska), wurde dann mit der zweiten polnischen Teilung preußisch. Am 23. Januar 1793 hatten sich Preußen und Russland im Vertrag von St. Petersburg über eine Aufteilung polnischer Gebiete geeinigt.
Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon 1807 war das Dorf eine Zeit lang Bestandteil des Großherzogstums Warschau (Księstwo Warszawskie/Duché de Varsovie), mit der Niederlage Napoleons im Jahr 1815 wurde es wieder preußisch und gehörte bis zum 1. Oktober 1887 zum Kreis Fraustadt, danach zu dem aus dem Ostteil gebildeten Kreis Lissa.
Als Folge des I. Weltkriegs musste die deutsche Regierung am 28. Juni 1919 mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags den Kreis Lissa an das neu gegründete Polen abtreten, obwohl in der Stadt Lissa fast 86 Prozent der Bewohner deutschsprachig waren. Auch Dambitsch/Dąbcze wie fast alle Orte im Kirchspiel Reisen wurden polnisch. Die Grenze zum Deutschen Reich verlief etwa 15 km westlich bei der Ortschaft Tharlang.
Die Recherchen konzentrierten sich anfangs auf dreizehn Familien mit Namen ANDERS[CH], die lt. Grundbucherhebungen bei der Übername durch Preußen im Jahr 1793 in Dambecz ansässig waren. Mit der Nachverfolgung ihrer genealogischen Linien wurde die Datensammlung mehr und mehr erweitert um die Verbindungen zu den Menschen, unter denen sie und ihre Nachfahren lebten. Im unmittelbaren Umkreis von Dambitsch gehören dazu die Namen Rauhut, Nerlich, Feld, Scheibe, Thomas, Schulz, Klopsch, Peikert, Fischer. In den Kirchenbüchern der Pfarrei Reisen sind zwischen 1796 und 1848 bei Geburten und Trauungen auch Hausnummern vermerkt. Die Auswertung lässt daher Rückschlüsse auf die Bewohner zu. Bei den hier erfassten Personen wird diese Haus-Adresse ggf. angegeben.
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Dorfkiche in Dąbcze (Dambitsch) © ljma, 10.2019
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Ergebnis der Volkszählung von 1905 für Dambitsch
Die am 1. Dezember 1905 im Deutschen Kaiserreich durchgeführte Volkszählung ergab für Dambitsch folgende Ergebnisse (im Vergleich dazu die Ergebnisse in den benachbarten Orten):
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.↓. .→.
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Dambitsch
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Lissa
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Reisen
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Kloda
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Neuguth
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Groß-
Tworsewitz
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Pzybin
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Gutsbezirk Dambitsch
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Wohnhäuser
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103
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935
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190
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99
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48
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29
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14
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12
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Einwohner
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606
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16.021
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1.123
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576
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262
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168
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80
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255
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Protestanten
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38
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8.519
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549
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355
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86
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60
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32
|
66
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Katholiken
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568
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6.482
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560
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221
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176
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108
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48
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159
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polnische Einw.
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58
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2.193
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309
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53
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78
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6
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15
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92
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Das kath. Kirchspiel Rydzyna/Reisen
Für die Erstellung der Familiendatenbank werden in erster Linie die Kirchenbücher der kath. St. Stanislaus Gemeinde in Reisen (Rydzyna) ausgewertet.

Kościół św. Stanisława w Rydzynie -
© Oficjalny Serwis Miasta i Gminy Rydzyna |
| Taufen : |
1615 - 1917
(bis etwa 1800 keine Geburts-, nur Taufdaten) |
| Trauungen : |
1696 - 1937
(ab 1920 vorwiegend polnische Eheschließungen) |
| Sterbefälle : |
1700 - 1917 |
Die Schreibung von Namen in den älteren Kirchenbüchern ist phonetisch und weicht durchaus von der heute im Deutschen üblichen ab, z.B. statt Andersch häufig Andersz, Anderś, auch Anders oder Anderz. Zur Vereinfachung der Suche wird in der Regel die Schreibweise verwendet, die ab Oktober 1874 in den Urkunden der Standesämter gebräuchlich ist, Namensvarianten werden daher angegeben. Gleiches gilt für Vornamen, z.B. Franz anstelle von Franciscus. Die Eintragungen in Kirchenlatein sind überwiegend durch polnische Pfarrer erfolgt, d.h. die Namen, insbesondere der Frauen sind polonisiert, z.B.wird Andersz zu Anderszyn, Rauhut wird Rauhutowna usw.
Das Kirchspiel Rydzyna/Reisen umfasste in der Zeit von 1615 bis 1920 folgende Ortschaften:
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* Ortsbezeichnung bereits in der Zeit 1905-1919

Schloss Reisen, Provinz Posen ~1850-1885, Sammlung Alexander Duncker |
Neben den Einträgen im Kirchenbuch der kath. Parochie sind auch viele der evangel. Gemeinde Reisen aus der Zeit zwischen 1776 und 1874 erfasst, ebenso aus Gemeinden beider Konfessionen in der nahen Stadt Lissa und anderer Orte im Kreis Fraustadt in der Provinz Posen.
Dazu kommen ab Oktober 1874 vor allem die Beurkundungen der Standesämter in Reisen und Lissa. Bei Eheschließungen in Dąbcze nach 1919 fällt auf, dass die polnischen Partner teilweise im Ruhrgebiet geboren sind, aber in der Pfarrei Reisen heiraten.
Gegen Ende des 19. Jhds. verstreuen sich die Menschen im Land, mit Beginn des 20. Jhds. beschleunigt sich die Wanderbewegung. Was die Nachfahren meines Vorfahren Anton Andersch (~1785, ⌂ unbek., † 1833, Dambitsch) angeht, leben diese heute an verschiedenen Orten in Europa, ihre Spuren führen nach Berlin und Hamburg, ins Rheinland, nach Italien, bis Madrid und in die Provinz Toledo.
Quod non est in actis non est in mundo
Ich habe vor Ort recherchiert, war in Archiven in Poznań, Leszno, Berlin und im Registro Parroquial in Yunclillos (Toledo). Grundsätzlich sind für jede erfasste Person die Quellen angegeben. Verschiedentlich wird neben den Einträgen in Tauf-, Heirats- und Sterbebüchern und den standesamtl. Beurkundungen auch auf genealogische Foren und Ortsfamilienbücher zugegriffen bzw. auf die Auskünfte anderer Familienforscher.
Im Quellenanhang zu einer Person (↓) werden Vater und Mutter oder Ehepartner erwähnt, wenn diese mangels genauer Lebensdaten nicht mit eigenem Eintrag erscheinen, außerdem Taufpaten bzw. Trauzeugen. Genannt werden besondere Lebensumstände, Angaben in Kirchenlatein zu Stand oder Beruf wie auch zu Krankheiten (Todesursache) werden übersetzt, alte Bezeichnungen erläutert. Bei historischen dt. Ortsnamen wird zur leichteren Orientierung auf Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reichs, 1912, 1913 zurückgegriffen, dazu wird die heutige Bezeichnung angegeben, z.B. Dambitsch (→ Dąbcze, PL).
Ein Nachweis lässt sich nicht in jedem Fall lückenlos führen. Trotz sorgfältiger Recherche sind aufgrund einer Vielzahl gleicher Namen und sparsamer Einträge in den alten Kirchenbüchern Verwechslungen nie auszuschließen. Die Eintragungen der Pfarrer erfolgten immer erst nachträglich, daher sind (Vor-)Namen wie auch Altersangaben mitunter ungenau. Fragezeichen [?] signalisieren hier eine unsichere Datenlage, Ausrufezeichen [!] vermutete Irrtümer. Rückschlüsse sind als solche benannt, Mutmaßungen mit ← vmtl. bzw. ← mglw. gekennzeichnet.
Besonderer Dank gilt Wojciech Derwich (Międzyrzecz), der mich in die Archive in Polen begleitet hat, und Dr. Dieter Fischer, dessen Forschung zu den Familien Thomas (Domas, Doms) mich zu den eigenen Vorfahren aus Dambitsch geführt hat. Mitte der 2000er Jahre hat er wesentliche Informationen zur Geschichte des Dorfes und der dort ansässigen Familien auf www.dambitsch.de zusammengetragen. Die Internetseite, zuletzt am 30.12.2011 aktualisiert, bietet einen guten Überblick.
Das OFB des Dorfes Dambitsch wird weiter ergänzt und aktualisiert. Auf Nachfrage gebe ich gerne Auskunft. Bei Fehlern bin ich für eine Nachricht dankbar, freue mich über Ergänzungen. Es braucht den Austausch mit anderen, denn als Familienforscher geht es einem wie Mephisto in Goethes Faust. „Was sich dem Nichts entgegenstellt, Das Etwas, diese plumpe Welt So viel als ich schon unternommen Ich wußte nicht ihr beizukommen [...] Und immer zirkuliert ein neues, frisches Blut. So geht es fort, man möchte rasend werden!“ (vv. 1363-1373)
Hamburg, im März 2026
Lothar J.M. Andersch
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