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Ortsfamilienbuch Dittmerau

Ortsfamilienbuch Dittmerau

Dittmerau, heute polnisch Dziećmarowy, ist ein Dorf in der historischen Region Oberschlesien. Der Ort lag im ehemaligen Kreis Leobschütz, heute Głubczyce, nahe der heutigen polnisch-tschechischen Grenze.

Das katholische Kirchspiel Dittmerau lag im östlichen Teil des Kreises Leobschütz, etwa 6 km nordwestlich von Bauerwitz / Baborów und etwa 11 km östlich von Leobschütz / Głubczyce.


Inhalt des Ortsfamilienbuches

Das Ortsfamilienbuch Dittmerau umfasst derzeit vor allem die ältesten verfilmten Taufbücher von 1782 bis 1923.

Leider sind die meisten Trauungs- und Sterbebücher bisher nicht verfilmt oder möglicherweise verschollen. Dadurch ist eine sichere Verknüpfung der Familien oft schwierig. Soweit möglich, wurden die Personen dennoch zu Familien zusammengestellt. Einzelne Daten können möglicherweise später ergänzt oder mit anderen Familien verbunden werden.

Die Schreibweise der Familiennamen wurde meist vereinheitlicht. Abweichende Namensformen sind in der Regel als Bemerkung angegeben. Einige Namen und Ortsnamen, besonders wenn sie nur selten vorkommen, waren schwer zu entziffern. Daher können sich Fehler eingeschlichen haben. Eine Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben kann nicht übernommen werden.

Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und Hinweise sind jederzeit willkommen.


Quellen

  • Heimatkunde des Kreises Leobschütz. Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz mit 111 Abbildungen und Plänen, Robert Hofrichter, Leobschütz, 1914.
  • Kirchenbücher von Dittmerau: Taufen 1782–1941, auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, früher häufig als FHL- oder Mormonenfilme bezeichnet.
    FHL Film Nr. 2084489, Items 3 und 4.
  • Kirchenbücher von Dittmerau: Taufen, Trauungen und Verstorbene ab 1847 bis 1874, mit Lücken, im Archiwum Państwowe w Opolu / Staatsarchiv Oppeln.
  • Zivilstandsregister von Dittmerau: Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle 1874–1884, auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
    FHL Film Nr. 1899179, Items 26–38, und FHL Film Nr. 1899180, Items 1–20.
  • Zivilstandsregister von Dittmerau: Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle 1874–1906, im Archiwum Państwowe w Opolu / Staatsarchiv Oppeln.

Historische Ortsgeschichte

Die folgenden Angaben beruhen vor allem auf Robert Hofrichters Heimatkunde des Kreises Leobschütz von 1914.

Dittmerau wurde in älterer Zeit auch Dittmerow, Ditmaraw im Jahr 1418 und Ditmeraw im Jahr 1447 genannt. Der Ort gehörte ursprünglich zum Herzogtum Cosel und kam 1311 durch Kauf von Johannes Czesnitz an die Kommende Gröbnig.

In Dittmerau befand sich nach Hofrichter kein herrschaftliches Gut. Nach den Taufbüchern gab es jedoch um 1800 ein Freigut mit dem Namen Radowietz oder Radonowitz. Anscheinend wurde Dittmerau schon früh als Zinsdorf angelegt. Die Ablösung des Untertänigkeitsverhältnisses erfolgte um 1825.

Im Jahr 1723 hatte Dittmerau einen Scholzen, 24 Bauern und 24 Häusler. Im Jahr 1914 wurden 22 Bauern, 76 Gärtner und 32 Häusler genannt. Die gesamte Feldmark umfasste 846 Hektar.

Die Einwohnerzahl entwickelte sich wie folgt:

  • 1783: 446 Einwohner
  • 1855: 744 Einwohner
  • 1910: 779 Einwohner

An gewerblichen Einrichtungen gab es früher unter anderem zwei Windmühlen. Eine Brennerei und eine Brauerei bestanden bis etwa 1852. Anschluss an die Chaussee Leobschütz–Cosel erhielt der Ort im Jahr 1901. Die Dorfstraße wurde 1890 gepflastert. Eine Posthilfsstelle bestand seit 1888, ein Fernsprechanschluss seit 1901. Der nächste Bahnhof lag in Bauerwitz / Baborów, etwa 6 km entfernt.

Der Kriegerverein wurde 1889 gegründet, die Spar- und Darlehnskasse 1895. Das Gemeindesiegel zeigte die Göttin der Gerechtigkeit mit Waage und Schwert.


Wasserversorgung

Der südliche Teil des Dorfes war früher sehr wasserarm. Lange Zeit gab es dort nur einen einzigen Brunnen mit trinkbarem Wasser. Mehrere Zisternen führten nur nach Regen oder Tauwetter Wasser.

In der Mitte und im nördlichen Teil des Dorfes gab es zwar mehrere Brunnen mit gutem Trinkwasser, doch versagten auch diese bei längerer Trockenheit. In den Jahren 1865 und 1866 musste Wasser aus der Niedermühle bei Gröbnig und aus der Zinna geholt werden. Später wurden mehrere Brunnen vertieft, sodass eine erneute Wassernot weniger wahrscheinlich wurde.


Kirche und Pfarrei

Dittmerau gehörte kirchlich zum Bistum Breslau und zum Archipresbyterat Kostenthal. Vor 1660 war Dittmerau eine Tochterkirche von Babitz.

Um 1660 stiftete ein Bauer namens Koska, der drei Hufen Feld besaß, die Pfarrwidmut. Im Jahr 1668 wurde Dittmerau zur eigenen Pfarrei erhoben.

Die alte, nur teilweise gemauerte Kirche brannte 1783 zusammen mit einem Teil des Dorfes ab. Dabei gingen vermutlich auch ältere Kirchenbücher verloren. In den folgenden Jahren errichtete die Gemeinde das heutige Gotteshaus. Ein Schieferdach erhielt die Kirche erst 1857. Der Turmhelm musste 1895 erneuert werden. Die Turmuhr wurde 1897 vom Gärtnerauszügler Johann Malik gestiftet.

In den Jahren 1896 und 1897 wurde die Kirche gründlich ausgebessert. Durch den Anbau einer Kapelle gegenüber der Sakristei wurden zusätzliche Sitzplätze gewonnen.

Die Kirche ist dem heiligen Michael geweiht, der auf dem Hochaltarbild dargestellt ist. Die Seitenaltäre sind der heiligen Maria und dem heiligen Stanislaus gewidmet. Die Orgel erhielt 1903 drei neue Stimmen. Zur Pfarrei gehörten 25 Hektar Pfarrgrundstücke.

Im Jahr 1898 legte die Gemeinde außerhalb des Dorfes an der Leobschützer Straße einen neuen, 1,25 Hektar großen Friedhof an. Der Weg dorthin wurde 1903 gepflastert. Das Kreuz an der Leobschützer Straße war eine Stiftung der Eheleute Franz und Anna Lux. An der Südostseite des alten Friedhofes befindet sich seit 1900 eine Ölbergkapelle. Die Johanneskapelle in der Mitte des Dorfes besteht seit dem großen Brand von 1780.


Pfarrer in Dittmerau

Als Pfarrer wirkten in Dittmerau unter anderem:

  • Urban Franz Medecki, 1668–1684
  • Franz Chimasius, 1684–1692
  • Nikolaus Bernhard Alberti, 1692–1739
  • Szyga, 1739–1763
  • Joseph Zembak, 1763–1793
  • Georg Poppe, 1793–1803
  • Michael Pitenek, 1803–1806
  • Anton Woitala, 1806–1828
  • Isidor Hain, 1828–1851
  • Erzpriester Ignaz Lodzit, 1851–1853
  • Rudolf Hirsch, 1853–1862
  • Anton Wermund, 1862–1893
  • Johannes Manderla, 1893–1910

Schule

Die Schule bestand vermutlich bereits seit der Erhebung Dittmeraus zur Pfarrei. Im Jahr 1750 wird ein Schulhalter namens Beck genannt.

Das alte hölzerne Schulhaus wurde 1833 abgetragen und durch ein neues Schulgebäude ersetzt. Dieses eingeschossige Gebäude enthielt zwei Klassenzimmer, eine Wohnung für den Hauptlehrer und im Westgiebel ein Zimmer für einen unverheirateten Lehrer.

Seit 1857 war die Schule zweiklassig. Seit 1901 hatte sie drei Klassen mit zwei Lehrern. 1885 wurden in den beiden Klassenzimmern und 1889 in der Lehrerwohnung die alten Balkendecken durch Rohrdecken ersetzt. Zur Schule gehörten 6,44 Hektar Schulgrundstücke.

Als Schulleiter werden genannt:

  • Paul Ambrosius, um 1719
  • Franz Pixa, um 1747
  • Pixa, bis 1790
  • Ambrosius Sedlag, 1790–1822
  • Johann Czekir, 1822–1866
  • Philipp Gawlik, 1888–1912
  • Theophil Krawietz, ab 1913

Bekannte Personen aus Dittmerau

Anastasius Sedlag wurde 1796 in Dittmerau geboren und starb 1856. Er war von 1834 bis 1856 Bischof von Kulm.

 


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an:
Uwe Beffert


letzte Aktualisierung der Datenbank Ortsfamilienbuch Dittmerau: 30.11.2024
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