|
|
|
Ortsfamilienbuch Drausnitzmit Resmin, Pantau, Zwangsbruch (Gutsbezirk), Ludwigsberg (Vorwerk) und Zaremba (Ziegelei) Drausnitz (Drosnitz, Droździenica, Droszczieniza) war ein adeliges Dorf mit einem Krug und einer Mühle, am nördlichen Rand der Kraina gelegen, deren Gebiet eingegrenzt wurde von den Flüssen Kamionka und Dobrinka im Norden, der Br Als erste Besitzer der drei Dörfer lassen sich unter anderem feststellen Falo v. Czarnikau (Drausnitz, 1288), Peter, Jesco und Lorenz Swenza (Resmin, 1313) bzw. ein Thomas (Resmin, 1356) und ein Miroslav (Pantau, 1352), letztere ohne Familiennamen. In den folgenden Jahrhunderten befanden sich die Dörfer dann offenbar zeitweise in einer Art Güterverbund: Besitzer war im 15. Jahrhundert die Familie Waldowski (Drausnitz, Resmin und Pantau), im 16. Jahrhundert Georg Zalinski, Mathias Darpowski und Johann Obarski (Drausnitz, 1570), Familie Darpowski (Pantau, 1570) und die Familien Radzimski und Prusiecki (Resmin, 1570), im 17. Jahrhundert die Familie Heidenstein-Sulerzycki (1622 und 1648, Drausnitz, Resmin und Pantau sowie Salesch), und schließlich im 18. Jahrhundert zunächst Alexander Potulicki (Drausnitz und Resmin mit Zwangsbruch, Ludwigsberg und Zaremba), dann Michael Czapski, Woiwode von Marienburg (1752 und 1772, ebenfalls Drausnitz und Resmin mit Zwangsbruch, Ludwigsberg und Zaremba). Pantau scheint schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus dem Verbund herausgelöst worden zu sein, denn 1682 gehörte es einer Familie Konarski und 1772 gehörte es einer Familie [von] Czelinski oder Zielinski. Im 19. Jahrhundert lässt sich bisher als Besitzer ermitteln [Johann Gottfried] Lesse (um 1840, Drausnitz und Resmin mit Zwangsbruch, Ludwigsberg und Zaremba). Um ca. 1861 sind die Güter offensichtlich weiter aufgeteilt und getrennt verkauft worden: Resmin mit Zaremba an Eduard Hugo Heyl (Zwangsversteigerung 1876) und Drausnitz mit Zwangsbruch und Ludwigsberg an dessen Schwiegervater Ludwig Gottfried Holtz bzw. Schwager Carl Holtz, der es um 1879 wieder verkaufte.Das Gut in Pantau gehörte ab den 1830er Jahren [Raphael] Prądzyński und seit den frühen 1860er dem Landschaftsrat Friedrich Wilhelm August Hermann Wilberg. Im Kontributionskataster 1772 wird für Drausnitz bewirtschaftetes Land im Umfang von 41 (magdeburgischen) Huben verteilt auf 26 Bauern aufgeführt; das sind insgesamt ungefähr 314 Hektar. Das meiste Land, nämlich drei Huben, gehört zum Hof des damaligen Schulzen; ein weiterer Hof verfügt immerhin über 2 Huben. Beide Höfe sind zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Familie Tuschik. Fast alle anderen Höfe verfügen über 1,5 Huben und lediglich ein Hof nur über eine Hube Land. In dem erheblich kleineren Resmin bewirtschaften zu dieser Zeit acht Bauer Land im Umfang von 24 Huben. Zu Pantau dagegen gehören insgesamt zwar etwas mehr als 39 Huben bewirtschaftetes Land; diese verteilen sich allerdings auf nur zwölf Bauernstellen und den Mühlenhof. Dadurch sind die meisten Höfe größer als in Drausnitz und verfügen über 3 Huben Land. Zum Krug und zu zwei weiteren Bauernstellen gehören immerhin jeweils 2 Huben oder mehr; lediglich die Schmiede und ein weiterer Hof verfügen nur über anderthalb Huben Land. Der Mühlenhof dagegen ist mit 7 Huben und 22 Morgen mehr als doppelt so groß wie eine gewöhnliche Bauernstelle. Verwaltungsmäßig gehörten Drausnitz ebenso wie Resmin und Pantau bis 1454 zur Komturei Tuchel und bis 1772 zum Powiat Tuchel, dann zum Domänenrentamt Tuchel (ab 1772) und zum Kreis Konitz (bis 1875) bzw. Kreis Tuchel (bis 1920) im Regierungsbezirk Marienwerder, Westpreußen, und schließlich nach dem 10. Januar 1920 zum Powiat Tucholski in der Republik Polen. Das zuständige Amtsgericht saß in Tuchel, das Landgericht in Konitz und das Standesamt war in Resmin. Als Standesbeamte fungieren die Gutsbesitzer in Resmin und Pantau, Heyl (bis April 1876) und Wilberg (bis ca. 1900). Von den ursprünglichen Standesamtsregistern existieren allerdings nur noch die Nebenbücher, da die Originale im September 1939 im Rahmen der Kampfhandlungen beim deutschen Überfall auf Polen vernichtet wurden. Drausnitz verfügte seit mindestens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über einen eigenen Friedhof, der am Ortsausgang an der Straße nach Zwangsbruch etwas abseits von der Hauptstraße an einem Nebenweg lag. Hier wurden auch die Toten aus Resmin, Zwangsbruch und Ludwigsberg beerdigt, während Pantau über einen eigenen Friedhof verfügte. Handwerk und Handel Ältester „Industriebetrieb“ in Drausnitz war mit Sicherheit die Mühle, die bereits 1682 genannt wird, vermutlich eine Wassermühle an der Straße nach Damerau am Mühlenfließ gelegen. Mühlenbesitzer oder -pächter waren dort Michael Goede (bis ca. +1774), Erdmann Goede (bis ca. 1779), Daniel Goede (bis ca. 1784), Christian Gotthelf Petrich (um 1798/99), Johann Krüger (um 1814), Carl Schreiber (ca. 1821-1826), Johann Dallmann (um 1826), August Berkhahn (um 1831), Franz Grigull (um 1894, allerdings als Windmüller) und Eugen Post (um 1898). Auch in Pantau gab es bereis 1682 eine Mühle, während die Mühle in Resmin vermutlich erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Für Pantau lassen sich bisher als Müller Christopher Wruk (ca. 1772 bis ca. 1787), Adalbert Rolbiecki (1788-1808), Friedrich August Rolbiecki (1808-1829) und Michael Reger (1831 bis ca. 1834) ermitteln. Mitte der 1830er Jahre kauft dann die Müllerfamilie Lange das Mühlengut, um 1860 Otto Lambrecht, später dessen Sohn Otto Lambrecht (um 1894). Die Ziegelei Zaremba, die schon um 1846 bestand, und die Brennerei in Zwangsbruch (nachweislich 1841) sorgten für den Zuzug weiterer Fachkräfte, wobei sich insbesondere die Ziegler durch eine hohe Mobilität auszeichneten und häufig alle paar Jahre Arbeitgeber und Wohnort wechselten. Zu dem bereits 1682 vorhandenen Krug in Drausnitz eröffnete um 1870 herum eine weitere Gastwirtschaft. Folgende Gastwirte ließen sich bisher im Ort feststellen: Michael Rennwantz (1772ff., Krüger), Johann Georg Rennwantz (1781ff., Erbkrüger und Sohn des Vorherigen), Christian Reichau (1792ff., Krüger), Michael Bennwitz (1807-1825, Krüger und Schwiegersohn des Vorherigen), Carl Wilhelm Maek (um 1826, evtl. angeheiratet verwandt mit Johann Georg Rennwantz), Gottlieb Winkler (bis +1836, Krüger), Christian Jäkel (bis 1865, Gastwirt), Johann Proch (um 1870/71, Krugpächter), Julius Reinke (1874-1880), Peter Paul Klenske (um 1874), Friedrich Splittstoßer (um 1882, Krugpächter), Julius Hinz (um 1886). Auch in Resmin und Pantau gab es schon 1682 jeweils einen eigenen Krug. In Pantau lassen sich um 1772 Peter Butzlaw und ab ca. 1805 Johann Samuel Hinterberg als Krugbesitzer feststellen, später Gerson Kamnitzer (1879/80), Friedrich August Kunz (ab ca. 1882) und Paul Karau (um 1894). Vermutlich in den (späten) 1880er Jahren gründeten sich drei Genossenschaften: der Spar- und Darlehnskassen-Verein, die Elektrizitäts-Verwertungs-Genossenschaft und die Molkereigenossenschaft. Bei allen dreien scheint es im Laufe der Jahre zu mehreren Auflösungen und Neugründungen gekommen zu sein, wie sich in öffentlichen amtlichen Bekanntmachungen aus dem Genossenschaftsregister Tuchel feststellen lässt. Schule Kirchliche Zugehörigkeit
Es muss folglich eine weitere Kirchspielzugehörigkeit gegeben haben, in der die Eheschließungen und vor allem auch Bestattungen der protestantischen Bevölkerung vor 1772 bzw. 1819 registriert worden sind. Denkbar wären hier Grunau (KB erhalten ab 1799, allerdings nur vereinzelte Eheschließungen von Drausnitzern, keine Taufen oder Bestattungen) oder Baldenburg, von dem aus zum Beispiel ab 1786 bis 1796 das Kirchspiel Tuchel interimsweise mitbetreut worden ist. Von diesen Amtshandlungen ist ein Teil scheinbar in das Kirchenbuch Tuchel übertragen worden; unter den übertragenen Einträgen erscheint Drausnitz aber nicht. Die protestantischen Einwohner von Pantau findet man dagegen zunächst vorwiegend im Kirchenbuch der evangelischen Kirche in Zempelburg, dann in Tuchel, die katholischen Einwohner von Pantau waren nach Waldau eingepfarrt. Ab 1866 wird Pantau dann mit anderen Ortschaften in das neu gegründete evangelische Kirchspiel Bagnitz eingepfarrt, von dem keine Kirchenbücher erhalten sind. Das bedeutet für den Zeitraum 1866 bis Oktober 1874 eine erhebliche Lücke. Wie für Drausnitz und Resmin gilt auch für Pantau, dass in einer Übergangsphase bis mindestens 1820 keine einheitliche Regelung in Bezug auf protestantische Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen verfolgt wurde und vor 1772 auch fast ausschließlich protestantische Taufen im katholischen Kirchenbuch mit verzeichnet waren, Eheschließungen und Beerdigungen dagegen "außerhalb" in einem unbekannten Kirchspiel stattgefunden haben. Schreibweise Entwicklung der Ortschaft:
Quellen
Bitte und Hinweise |
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Letzter Stand Ortsfamilienbuch Drausnitz: 08.02.2026 Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons - Namensnennung 4.0 International Lizenz
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||