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Ortsfamilienbuch Hamm

Geografische Lage

Das vorliegende Online-OFB "Hamm" darf nicht mit den anderen, namensähnlichen OFBs "Hamm (Sieg)" und "Hamm (Düsseldorf)" verwechselt werden!
 
Hamm (PLZ: 59063–59077) ist eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen. Die westfälische Stadt liegt im Norden des Regierungsbezirks Arnsberg am Nordostrand des Ruhrgebiets und der Metropolregion Rhein-Ruhr. Das Stadtgebiet ist in die sieben Stadtbezirke Hamm-Mitte, Hamm-Uentrop, Hamm-Rhynern, Hamm-Pelkum, Hamm-Herringen, Hamm-Bockum-Hövel und Hamm-Heessen eingeteilt. Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken sind:

  • Hamm-Mitte: City, Innenstadt-Süd, Innenstadt-Ost, Süden östlich der Werler Straße, Süden westlich der Werler Straße, Westen nördlich der Lange Straße, Westen südlich der Lange Straße, Bahnhof einschließlich Ortsgüterbahnhof
  • Hamm-Uentrop: Kurpark, Mark, Braam, Werries, Geithe, Ostwennemar, Norddinker, Vöckinghausen, Frielinghausen, Schmehausen, Uentrop (Ortskern);
  • Hamm-Rhynern: Berge, Westtünnen westlich des Heidewegs, Westtünnen östlich des Heidewegs, Rhynern (Ortskern), Osttünnen, Freiske, Osterflierich, Wambeln, Allen, Süddinker;
  • Hamm-Pelkum: Wiescherhöfen/Daberg, Lohauserholz, Selmigerheide/Weetfeld, Zechensiedlung, Harringholz, Pelkum (Ortskern), Westerheide, Lerche;
  • Hamm-Herringen: Westenfeldmark, Ostfeld, Heidhof, Herringen Ortskern, Nordherringen, Herringer Heide, Sandblochum;
  • Hamm-Bockum-Hövel: Nordenfedmark-West, Hövel-Mitte, Hövel-Nord, Hövel-Radbod, Bockum, Barsen, Hamm-Norden, Holsen, Geinegge, Hölter
  • Hamm-Heessen: Nordenfeldmark-Ost, Mattenbecke, Zeche Sachsen, Heessener Gartenstadt, Heessener Dorf, Westhusen, Dasbeck, Frielick.

Info zum Online-OFB

Die Personeneinträge des Online-OFB basieren auf Abschriften, die von Dr. Detlef Berntzen aus Hamm vorgenommen und im HammWiki, einer Wiki-Sei­te für die kreis­freie Stadt Hamm in Nord­rhein-West­fa­len, veröffentlicht worden sind. Die Personeneinträge haben sowohl Kirchenbüchereinträge als auch historische Personenstandseinträge als Grundlage. Die Abschriften umfassen folgende Zeiträume:

Die Einträge als Abschriften werden stetig durch neue Einträge von Dr. Detlef Berntzen ergänzt. Eine genaue Anzahl der Abschriften wurde allerdings bisher noch nicht abgezählt oder gemessen. Alle Personeneinträge sind durch Quellen belegt und zu Matricula, Ancestry, FamilySearch oder Archion verlinkt.

Aktueller Bearbeitungsstatus des Online-OFB

Bei dem vorliegenden Online-OFB handelt es sich um ein sehr junges Online-OFB, dass sich momentan noch in einem sehr frühen Beta-Status befindet und noch nicht für den produktiven, genealogischen Einsatz zu empfehlen ist. Der Grund hierfür ist, das die Personenanzahl noch sehr gering ist und einen nicht realisitischen Teil der damaligen Bevölkerung von Hamm repräsentiert. Aktuell sind basierend auf den Abschriften folgenden Zeiträume übertragen worden:

    Geburten/Taufen: 1641-1647 (= 9 Jahre, anteilig 1650)
    Ehen/Trauungen: ---
    Sterbeeinträge/Beerdigungen: ---

Das Online-OFB wird in absehbarer Zeit jedoch erweiterbar werden, z. B. durch statisitische Auswertungen.

 

Geschichtliches

Eine aus­führ­li­che Geschich­te zur Stadt Hamm kann im Wiki­pe­dia-Arti­kel Geschich­te der Stadt Hamm nach­ge­schla­gen wer­den.

Hamm ist eine Plan­stadt, die Graf Adolf I. von der Mark am Ascher­mitt­woch des Jah­res 1226 gegrün­det und mit Stadt­rech­ten ver­se­hen hat. Die Grün­dung von Hamm steht am Anfang einer Rei­he von Stadt­grün­dun­gen die­ses Gra­fen­ge­schlechts, um die Graf­schaft Mark sowohl mili­tä­risch als auch wirt­schaft­lich zu fes­ti­gen und aus ihr einen ein­heit­li­chen Macht­be­reich zu schaf­fen. Anlass für die Stadt­grün­dung war ein Streit zwi­schen dem welt­li­chen west­fä­li­schen Adel und dem Erz­bi­schof von Köln, Engel­bert I. von Berg, der bemüht war, die Kir­che von welt­li­chem Ein­fluss zu befrei­en und die vom Her­zog­tum Sach­sen abge­spal­te­ne Her­zogs­wür­de von West­fa­len zu kon­so­li­die­ren. Die dar­aus ent­stan­de­nen Span­nun­gen zwi­schen den zum Teil eng mit­ein­an­der ver­wand­ten Prot­ago­nis­ten gip­fel­ten schließ­lich in der Ermor­dung des Erz­bi­schofs durch eine Grup­pe von Häschern sei­nes Ver­wand­ten Graf Fried­rich von Alte­na-Isen­berg. Dies trug Fried­rich die Reichs­acht ein und führ­te schließ­lich zu sei­ner Hin­rich­tung in Köln. Sein Besitz, Burg und Stadt Nien­brüg­ge, wur­den im Rah­men einer Straf­ak­ti­on durch Graf Adolf I. von der Mark geschleift. Die­ser ver­such­te das Erbe der Isen­ber­ger an sich zu brin­gen und so das Gebiet der gemein­sa­men Stamm­li­nie Alte­na-Berg zu erhal­ten. So bot er auch den Bür­gern der Stadt Nien­brüg­ge eini­ge hun­dert Meter die Lip­pe auf­wärts eine neue Hei­mat. Die Res­te von Nien­brüg­ge dien­ten dabei als Bau­stoff­lie­fe­rant. Da die neu­ge­grün­de­te Stadt Hamm dann etwas wei­ter öst­lich auf der Land­spit­ze zwi­schen der Ahse und der Lip­pe an der Ein­mün­dung der Ahse ent­stand, erhielt die neue Sied­lung den Namen „tom Ham­me“ (zum Hamm) bzw. Ham – nach der alten Bezeich­nung für ein sol­ches Flur­stück, dem Ham. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich im Lau­fe der Zeit die heu­ti­ge Schreib­wei­se „Hamm“.

In den fol­gen­den Jahr­hun­der­ten wur­de Hamm zum Vor­ort und immer wie­der auch zur Resi­denz der Graf­schaft und dien­te als Gerichts­sitz mit Appel­la­ti­ons­funk­ti­on für die mär­ki­schen Städ­te. Dies begrün­det auch die bis heu­te fort­dau­ern­de Gerichts­tra­di­ti­on der Stadt. Die Resi­denz­funk­ti­on ging Hamm 1461 mit dem Tod des Gra­fen Ger­hard von der Mark zu Hamm, der seit 1437 auf der Stadt­burg Hamm resi­dier­te, ver­lo­ren. Die Gra­fen, die inzwi­schen auch die Her­zö­ge von Kle­ve waren, wohn­ten nun auf der Schwa­nen­burg in Kle­ve.

In den Jah­ren 1444 – 1449 (Soes­ter Feh­de) schlug sich die Stadt auf die Sei­te Johann von Kle­ves (seit dem 5. Juni 1444 neu­er Lan­des­herr von Soest), der sich in die Aus­ein­an­der­set­zung der Stadt Soest mit den Erz­bi­schö­fen in Köln ein­misch­te. Die­se ver­such­ten ihre ursprüng­li­che Stel­lung als Lan­des­her­ren Soests wie­der­her­zu­stel­len. Dar­auf­hin erwirk­te der Erz­bi­schof und Kur­fürst von Köln 1444 die Reichs­acht gegen Hamm, die jedoch ohne die dras­ti­schen Fol­gen des Jahrs 1226 blieb. Trotz die­ser Feh­de und der Reichs­acht fällt in die­se Zeit eine Blü­te der Wirt­schaft in der Stadt. Ein wesent­li­cher Fak­tor dafür ist die 1448 in Kraft getre­te­ne Ver­ord­nung, nach der nie­mand außer­halb der Stadt im Amte Hamm das Bäcker‑, Brauer‑, Schuhmacher‑, Schmie­de- und Schnei­der­hand­werk aus­üben durf­te. Die Land­be­völ­ke­rung muss­te in der Stadt ein­kau­fen. Im Jahr 1503 wur­de Hamm durch den römisch-deut­schen König und spä­te­ren Kai­ser Maxi­mi­li­an I. von allen west­fä­li­schen Frei­ge­rich­ten und sons­ti­gen frem­den Gerich­ten befreit.

Der wirt­schaft­li­che Nie­der­gang stell­te sich mit dem Aus­bruch einer als Pest bezeich­ne­ten Krank­heit im Jahr 1531, den 1533 begin­nen­den Bür­ger­kämp­fen und dem wach­sen­den Ein­fluss der Orts­her­ren ein.

Die Refor­ma­ti­on hielt 1553 in Hamm Ein­zug. Die gro­ße Stadt­kir­che St. Georg und Lau­ren­ti­us, die heu­ti­ge Pau­lus­kir­che, wur­de in „Refor­mier­te Pfarr­kir­che“ umbe­nannt und ist seit­dem der Ver­samm­lungs­ort der in Hamm maß­geb­li­chen refor­mier­ten Gemein­de. Als die neue luthe­ri­sche Gemein­de den Cal­vi­nis­ten 1562 Car­rell Gal­lus aus Hol­land zum Pas­tor wähl­te, kam es zum Bil­der­sturm. In die­sem Rah­men wur­den nahe­zu alle Kunst­ge­gen­stän­de der Kir­che zer­stört.

1557 wur­de die Stadt von einer Hun­gers­not und 1558 von einem der zahl­rei­chen Ham­mer Stadt­brän­de heim­ge­sucht. Wenig spä­ter kos­te­te ein Streit zwi­schen Bäckern und Lei­ne­we­bern nach einer Ein­ga­be des Leineweberoberzunft­meisters an den Lan­des­herrn, Her­zog Johann von Kle­ve, Mark und Ravens­berg, im Jahr 1570 die Stadt ihre müh­sam erwor­be­nen Pri­vi­le­gi­en. In der Fol­ge begann die Selbst­stän­dig­keit Hamms zu schwin­den und mach­te Platz für den über­all auf­kom­men­den Abso­lu­tis­mus der Lan­des­her­ren.

Bereits mit dem Spa­nisch-Nie­der­län­di­schen Krieg geriet Hamm in die krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die seit 1587 West­fa­len und somit auch die Regi­on um die Stadt immer wie­der ver­wüs­te­ten. Der spa­ni­sche Feld­herr und Statt­hal­ter in den Nie­der­lan­den, Ales­san­dro Far­ne­se, zog 1587 mit einem Heer bis vor die Stadt Hamm. Er sah von einer Erobe­rung ab, nach­dem die Stadt sich frei­ge­kauft hat­te. Spa­ni­sche Maro­deu­re ver­wüs­te­ten im Jahr 1598 das nörd­lich vor Hamm lie­gen­de Kirch­spiel Hees­sen. Den Opfern der Hexen­ver­fol­gun­gen in Hamm um 1600 wur­de in Hamm-Hees­sen ein Gedenk­stein gesetzt. Als 1609 das Haus von der Mark im Man­nes­stamm aus­starb, fiel die Graf­schaft nach dem Jülich-Kle­vi­schen Erb­fol­ge­streit an das Kur­fürs­ten­tum Bran­den­burg. Der Kur­fürst muss­te 1614 die Nie­der­lan­de zu Hil­fe rufen, sodass Hamm am 23. Sep­tem­ber von deren Trup­pen besetzt wur­de. Nach dem Kriegs­aus­bruch 1618 fol­gen bis 1648 ver­schie­de­ne Kriegs­par­tei­en, die Hamm beset­zen. Die Stadt muss­te immer wie­der hohe Zah­lun­gen an die Besat­zer leis­ten. Erst mit dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges durch den West­fä­li­schen Frie­den wur­de der bran­den­bur­gi­sche Besitz­an­spruch bestä­tigt. Doch erst 1666 regel­te ein Tei­lungs­ver­trag das Erbe des Hau­ses von der Mark end­gül­tig.

Im Jah­re 1741 wur­de Hamm von einer der zahl­rei­chen Kata­stro­phen heim­ge­sucht, die die Ent­wick­lung der Stadt immer wie­der brems­ten. In die­sem Fall han­del­te es sich um einen gro­ßen Stadt­brand. Das alte goti­sche Rat­haus der ehe­ma­li­gen Han­se­stadt und 346 Häu­ser ver­san­ken eben­so in Schutt und Asche wie der Turm der Pau­lus­kir­che und das Stadt­ar­chiv. Der Wie­der­auf­bau zahl­rei­cher Bür­ger­häu­ser erfolg­te nun in Stein. In der Fol­ge des Stadt­bran­des erhielt die Stadt im Jah­re 1743 eine Brand­ord­nung.

In den sech­zi­ger Jah­ren des 17. Jahr­hun­derts brach­te der Sie­ben­jäh­ri­ge Krieg (1756 – 1763) erneut Zer­stö­rung, aber auch einen Aus­bau der Fes­tungs­an­la­gen mit sich. Schließ­lich wur­de 1772 eine neue Kaser­ne in Hamm errich­tet, um die Gar­ni­son der Fes­tung unter­zu­brin­gen. Die­se war bis dahin in den Wohn­häu­sern der Bevöl­ke­rung ein­quar­tiert. Für den Bau die­ser Kaser­ne wur­de die Burg Mark abge­bro­chen, um das Bau­ma­te­ri­al zu erhal­ten. Im Jah­re 1803 sind dann auch ihre letz­ten Grund­mau­ern ent­fernt wor­den.




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