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Ortsfamilienbuch Hásságy

Das Ortsfamilienbuch Hásságy (dt. Haschad) wurde im September 2013 fertiggestellt und erfasst alle seit der Ansiedlung im 18. Jahrhundert im Ort lebenden Deutschen. Soweit nicht anders vermerkt, sind die Personen römisch-katholischer Konfession. Im aktuellen Online-Ortsfamilienbuch wurden Korrekturen und ergänzende Daten erfasst. Hinweise und Anmerkungen werden gern entgegengenommen.

Seit der Gründung der Pfarrei Olasz im Jahr 1746 war Hásságy dieser Pfarrei als Filialgemeinde zugeordnet. Primärquelle für die genealogischen Daten sind somit die Pfarrmatrikel von Olasz. Die Kirchenbücher dieser Pfarrei sind online bis zum Jahr 1895 über familysearch.org, weiterhin im e-Archiv des Diözesanarchivs Pécs (e-archivum.pecsiegyhazmegye.hu) zugänglich. Standesamtliche Unterlagen ab 1895 sind ebenfalls über familysearch.org einsehbar. Hásságy gehörte dabei zum Standesamtsbezirk Nagykozár, zeitweise auch zu Bogád.

Vor der Gründung der Pfarrei Olasz im Jahr 1746 wurde der Ort kirchlich von der Pfarrei Berkesd aus betreut, sodass die Daten aus der Ansiedlungszeit der deutschen Familien überwiegend aus den dortigen Pfarrmatrikeln stammen. Bedauerlicherweise sind die Eintragungen der Anfangsjahre recht lückenhaft und können den Ansiedlungsprozess nicht vollständig abbilden. Besonders erschwert wird dies durch den Umstand, dass in den Kirchenbüchern von Berkesd für Hásságy bis 1746 keine Bestattungen vermerkt sind. Einzelne ergänzende Einträge aus der Ansieldungszeit finden sich in den Kirchenbüchern der Nachbarpfarreien Kátoly, Egerág, Versend, Nagynyárád und Pécsvárad.

Zusätzlich wurden für das Ortsfamilienbuch die Pfarrmatrikel weiterer umliegender Gemeinden ausgewertet und entsprechende in das Ortsfamilienbuch eingearbeitet. Ebenso wurden bereits vorhandene Ortsfamilienbücher der Nachbargemeinden berücksichtigt, insbesondere das Ortsfamilienbuch Hidor von Márton Zelenka sowie die Ortsfamilienbücher Versend und Monyoród von Ferdinand Hengl.
 

Geschichte der Deutschen von Hásságy

Im Jahr 1687 wurde Hásságy durch die habsburgische Hofkammer beschlagnahmt. In vorosmanischer Zeit war der Ort im Besitz der Familie Zrínyi. Durch die Neuverteilung der Güter wurde Hásságy der Grundherrschaft Üszög zugeteilt. Diese gelangte 1702 an die Gräfin Maria Theresia von Puchheim und ging später an deren Erben, die Grafen Pálffy, über. Im Jahr 1741 erwarb Eleonora Strattmann-Batthyány, Grundherrin von Bóly, die Herrschaft Üszög.

In Hásságy siedelten zunächst serbischen Kolonisten. Für das Jahr 1696 sind sechs serbische Familien belegt, 1702 noch zwei. Die serbischen Bewohner verfügten über eine der heiligen Katharina geweihte Kirche, die südlich des heutigen Ortes lag und von einem Friedhof umgeben war. Der bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Flurname „Altes Kirchenfeld“ erinnert an diesen Standort. Beim Bau von Viehställen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in den 1960er Jahren wurden in diesem Bereich menschliche Knochen freigelegt.
Deutsche Siedler werden in den amtlichen Steuerlisten erstmals 1734 erwähnt. Ein Teil dieser frühen Kolonisten stammte aus Olasz, wo sich bereits seit den 1720er Jahren deutsche Ansiedler niedergelassen hatten. Im Jahr 1739 reichte die Gemeinde beim Komitat Beschwerde gegen die Grundherrschaft Üszög ein, da die im acht Jahre zuvor geschlossenen Ansiedlungsverträge nicht eingehalten worden seien. Daraus ergibt sich als Zeitpunkt der deutschen Ansiedlung das Jahr 1731.
Um 1740 erfolgte auf Veranlassung der Grundherrschaft die Umsiedlung der serbischen Bevölkerung in andere Gemeinden des Komitats. An diese frühe Bevölkerungsgruppe erinnert die Bezeichnung „Ratzedorf“ für die heutige Petőfi-Sándor-Straße, die als ursprünglicher Siedlungsbereich der serbischen Bewohner gilt. Von dieser Zeit an bis zum Zweiten Weltkrieg war Hásságy nahezu ausschließlich von Deutschen bewohnt. Angehörige anderer Ethnien hielten sich meist nur vorübergehend im Dorf auf, etwa als Landarbeiter, Gemeindehirten, Müllergehilfen, Ziegeleiarbeiter oder als Pächter des Gemeindewirtshauses. Vereinzelt sind in diesen Funktionen auch jüdische Familien nachweisbar.
Die Herkunft vieler früher deutscher Siedler ist nicht eindeutig überliefert. Die im Ort gesprochene ungarndeutsche Mundart weist jedoch auf einen gewissen Anteil von Zuwanderern aus dem Raum Fulda hin. Für einzelne Familien lässt sich die Herkunft konkret belegen:

  • Barbara Ackermann (4 Personen), um 1736, Oberbach im Bistum Würzburg
  • Johann Wolfgang Brust, um 1745, Schondra im Hochstift Fulda
  • Johann und Kaspar Burschl (2 Personen), Gersrod im Hochstift Fulda
  • Cyriak Frech und Geschwister (3 Personen), um 1733, Mahlstetten in der Herrschaft Mühlheim
  • Albert Götzer (2 Personen), 1745, Oberleichtersbach im Hochstift Fulda
  • Kaspar Hollecker (1 Person), 1751, Kothen im Hochstift Fulda
  • Geschwister Kleiber (4 Personen), 1744, Nusplingen in Vorderösterreich
  • Johann Adam Quell (4 Personen), um 1733, Oberbimbach im Hochstift Fulda
  • Konrad Stitz, um 1722 aus Geisel im Hochstift Fulda nach Siklósnagyfalu, um 1733 nach Hásságy
  • Johann Stitz, um 1741, Geisel im Hochstift Fulda
  • Bonifatius und Tobias Wagner (4 Personen), 1734, Oberbimbach im Hochstift Fulda
  • Kaspar Wirth, um 1750, Singenrain im Hochstift Fulda
  • Michael Wirth, um 1744, Mahlstetten in der Herrschaft Mühlheim

Bemerkenswerterweise sind zwei dieser frühen Siedler bis heute in den überlieferten Hausnamen des Dorfes präsent. Der Hausname „Ponese“ geht auf den Erstansiedler Bonifatius Wagner zurück, der Hausname „Alwerts“ auf Albert Götzer.
Neben dem sogenannten Ratzendorf entstand im Zuge der deutschen Ansiedlung das Schwabendorf, die heutige Kossuth-Lajos-Straße. Am südlichen Ende dieser Straße errichteten die Kolonisten zunächst eine kleine hölzerne Kapelle. An ihrer Stelle wurde 1763 die dem heiligen Antonius von Padua geweihte Dorfkirche erbaut, die 1792 um einen Glockenturm ergänzt wurde. Unmittelbar südlich davon entstand die Dorfschule. Der erste namentlich belegte Lehrer war Stephan Fleischer, der um 1750 aus Nyomja nach Hásságy kam. Östlich der Kirche ließ die Grundherrschaft ein Wirtshaus mit Fleischbank errichten. Oberhalb davon wurde 1763 der Gemeindefriedhof angelegt. Zuvor hatten die deutschen Siedler den alten serbischen Friedhof südlich des Dorfes genutzt.

Zur Zeit des Maria-Theresianischen Urbariums von 1767 bewirtschafteten 37 Bauern insgesamt 45 Urbarialsessionen. Weiterhin waren 14 Kleinhäusler verzeichnet. In den Visitationsprotokollen von 1783 wird Hásságy als rein deutsche Gemeinde mit 480 Einwohnern beschrieben. Die in diesem Zusammenhang geäußerte Bitte der Gemeinde um Errichtung einer selbständigen Pfarrei mit Ellend und Magyarsarlós als Filialen blieb erfolglos.

Im Jahr 1796 wurde infolge einer Fleckfieberepidemie am nordwestlichen Ortsrand eine dem heiligen Rochus geweihte Kapelle errichtet. 1810 erhielt Hásságy einen eigenen Kaplan. 1823 entstand ein neues Schulgebäude. Die Landeskonskription von 1828 verzeichnet 54 Wohnhäuser sowie vier Mühlen. Im Jahr 1846 erfolgte unter dem Grundherrn Kázmér Batthyány der Freikauf der Gemeinde von der Leibeigenschaft. Die zuvor dem Grundherrn gehörenden Wiesen, Weiden, Wälder und Nutzungsrechte gingen vollständig in Gemeindebesitz über, ebenso das Gemeindewirtshaus. Ein Großteil dieser Flächen wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Ackerland und Weingärten umgewandelt und unter den Dorfbewohnern aufgeteilt.

Gegen Ende der 1880er Jahre breitete sich die Reblaus Phylloxera auch in Hásságy aus und zerstörte die Weingärten vollständig. In den betroffenen Lagen wurde 1890 die Dreifaltigkeitskapelle errichtet. Die daraus resultierende wirtschaftliche Verschlechterung führte zur Abwanderung mehrerer Familien nach Fünfkirchen sowie in die Bergbaugebiete Pécsbányatelep und Mecsekszabolcs. Andere Familien siedelten in die südliche Baranya um Pélmonostor (heute Beli Manastir, Kroatien) über. Zur Kompensation der Einnahmeverluste wurde 1895 der örtliche Milchverein gegründet, landesweit der zweite seiner Art. Ziel war die Intensivierung der Viehhaltung sowie die gemeinsame Vermarktung von Milchprodukten.

Die Volkszählung von 1910 verzeichnete 579 Einwohner, davon 565 mit deutscher Muttersprache, fünf Personen waren jüdischen Glaubens. Dem Ersten Weltkrieg fielen 22 Dorfbewohner zum Opfer. 1922 wurde das Gefallenendenkmal eingeweiht. 1924 entstand die Ortsgruppe des Ungarnländischen Deutschen Volksbildungsvereins. 1926 wurde ein neues zweiklassiges Schulgebäude mit Lehrerwohnung errichtet. 1928 wurde der Ort elektrifiziert. Im Jahre 1940 wurde die Ortsgruppe des Volksbundes der Deutschen in Ungarn gegründet. Im selben Jahr begann der Bau der asphaltierten Verbindungsstraße Olasz–Hidor–Hásságy–Ellend. Im Jahr 1941 zählte der Ort 630 Einwohner, davon 580 mit deutscher Muttersprache und 314 deutscher Nationalität.

Im November 1944 wurde Hásságy von der Roten Armee besetzt. Mehrere deutsche Familien waren zuvor geflohen, vor allem nach Schlesien und in die Tschechoslowakei. Ein Großteil kehrte nach Kriegsende nach Ungarn zurück. Im Zweiten Weltkrieg kamen 36 Dorfbewohner ums Leben, viele von ihnen waren im Sommer 1944 zur Waffen-SS zwangsrekrutiert worden. Zu den zivilen Opfern zählen Ferdinand Mandl und Adam Rack. Während Flucht und Vertreibung starben Maria Wolf sowie die Kinder Ferdinand Hagen und Adam Rack.

Die Nachkriegszeit war von politischer Entrechtung, Internierungen und Enteignungen der deutschen Minderheit geprägt. Gleichzeitig wurden Ungarn aus der Tschechoslowakei und aus Jugoslawien im Ort angesiedelt. Enteignete deutsche Dorfbewohner wurden unter anderem nach Ellend und Kátoly umgesiedelt.

Am 8. Juni 1948 erfolgte mit dem letzten Transport aus Ungarn die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Hásságy. Betroffen waren die Familien Heinrich Bauer, Adam Böss, Adam Frech, Anton Freitag, Norbert Freitag, Paula Hagen mit Mutter Anna Dittrich, Anton Hahn, Stephan Jelinek, Sabine Katrainer mit Mutter Magdalena Rack, Karl Kretz, Ignaz Lederer, Valentin Mammel, Hermann Mandl, Ferdinand Petz, Adam Spengler und Heinrich Spengler. Die Vertriebenen wurden überwiegend in der sowjetischen Besatzungszone angesiedelt, zum Großteil im ostsächsischen Zittau. Durch Familiennachzug gelangten Anton Mandl und die Familie Hermann Heid zu ihren Angehörigen nach Zittau. In den Folgejahren wanderte etwa die Hälfte der vertriebenen Personen weiter in die westlichen Besatzungszonen. Auch einige Einzelpersonen, meist ehemalige Soldaten, verblieben nach Ende der Kriegsereignisse dauerhaft in Deutschland.

Die Volkszählung von 1949 verzeichnete 611 Einwohner, von denen sich nur noch 31 als deutsche Muttersprachler bezeichneten. Gleichwohl blieb der deutsche Charakter des Dorfes noch über Jahrzehnte, nicht zuletzt aufgrund der Abgeschiedenheit des Ortes, spürbar. 1949 wurde die örtliche Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet, die 1962 in der Genossenschaft Belvárdgyula aufging. 1960 bekannten sich 213 der 616 Einwohner zur deutschen Nationalität, 1980 waren es 227 von 410 Dorfbewohnern. Nach der Volkszählung von 2011 lebten 272 Personen im Ort, davon 124 mit deutscher Identität. Seit 1994 besteht in Hásságy eine deutsche Minderheitenselbstverwaltung.




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letzte Aktualisierung der Datenbank Ortsfamilienbuch Hásságy: 08.06.2026
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