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Ortsfamilienbuch Hőgyész

Geschichte des Ortes

Der Name des Ortes reicht bis in die frühe Árpádenzeit zurück. Schon vor der Gründung des Königreichs Ungarn lebten hier Menschen, die der fürstlichen Familie mit Hermelinfellen Tribut entrichteten. Die Jäger des Hermelins (ungarisch „hölgymenyét“) nannte man „hölgyész“ – daraus entwickelte sich der Ortsname Hőgyész, der bis heute an die Siedlung der Hermelinjäger erinnert.

Zur Zeit seiner ersten urkundlichen Erwähnung war Hőgyész bereits eine entvölkerte Ortschaft – ihr erstes Zeitalter war abgelaufen. Nach der Wiederbesiedlung gehörte der Ort bis zur türkischen Eroberung zur Burgherrschaft von Simontornya. Die rund anderthalb Jahrhunderte dauernde Türkenherrschaft bedeutete den Untergang der gesamten mittelalterlichen ungarischen Siedlung.

Ein neues Kapitel begann im frühen 18. Jahrhundert: Graf Claudius Florimund Mercy, der die Herrschaft Hőgyész in den 1720er Jahren erworben hatte, ließ deutsche Kolonisten ansiedeln – überwiegend römisch-katholische Familien aus dem Fuldaer Land und angrenzenden hessischen Gebieten. Aus dem wiederbelebten Dorf entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts ein Marktflecken (ungarisch „mezőváros“). 1773 ging die Herrschaft an die Grafen Apponyi über, die den Ort – mit dem Schloss Apponyi als Mittelpunkt – bis ins 20. Jahrhundert prägten. Neben der deutschen Mehrheitsbevölkerung entstand ab dem 18. Jahrhundert auch eine bedeutende jüdische Gemeinde.

Das Ortsfamilienbuch

Der Zeitraum des Ortsfamilienbuches (OFB) beginnt 1724 mit der Einwanderung deutscher Siedler römisch-katholischen Glaubens nach der Entvölkerung durch die Türkenkriege. Die Geschichte von Hőgyész als deutsches Dorf endete nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Vertreibung der Deutschen in den Jahren 1946–1948.

Betrachtet wird in diesem Ortsfamilienbuch der Zeitraum ab der Besiedlung 1724. Sofern ermittelbar, wurden auch die Herkunftsorte der Siedler und eventuelle frühere Ansiedlungsorte erfasst. Ebenso wurden – soweit möglich – Auswanderer (hauptsächlich in die USA) sowie die neuen Wohnorte der nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebenen dokumentiert.

Quellen und Danksagung

Als Quellen zur Erstellung dieses Ortsfamilienbuches dienten hauptsächlich:

  • die römisch-katholischen Kirchenbücher ab 1724,
  • die Matrikeln der jüdischen Gemeinde ab 1842,
  • Zivilregister und Steuerlisten sowie
  • Kirchenbücher der Nachbargemeinden, sofern deren Einträge für die Zusammenhänge erforderlich waren.

Eine wichtige Hilfe war das hervorragende Straßen- und Häuserverzeichnis von Franz Dissberger (1928–2023). Ohne dieses von ihm in unermüdlicher Arbeit zusammengestellte Werk wäre das Ortsfamilienbuch in seiner heutigen Form nicht möglich gewesen.

Da Familiennamen oft in sehr unterschiedlichen Schreibweisen überliefert sind, wurde jeweils ein „Normname“ gewählt, der dem ursprünglichen Namen vermutlich am nächsten kommt und meist auch in späterer Zeit verwendet wurde.

Erstellt wurde dieses Ortsfamilienbuch mit der Software webtrees in den Jahren 2012 bis 2024 von Thomas Weiland aus Neusitz (Deutschland) und Beáta Farkas aus Szekszárd (Ungarn). Die Erfassung ist so vollständig, wie es die erhaltenen Quellen erlauben – dennoch wird laufend an Ergänzungen und Korrekturen gearbeitet, denn ein Ortsfamilienbuch ist nie wirklich abgeschlossen.

Ergänzend zum Ortsfamilienbuch entstand ein Häuserverzeichnis, das mit den Personeneinträgen verlinkt ist. Es ist unter https://hoegyesz.de erreichbar – zum Einsehen der Daten ist dort keine Registrierung erforderlich.

Die Ersteller sind dankbar für Korrekturen und Ergänzungen sowie für Hinweise zu Herkunftsorten und Auswanderungszielen der ehemaligen Siedler.

Haben Sie selbst einen Bezug zu Hőgyész – etwa durch Vorfahren, Familienerinnerungen, alte Fotos oder Dokumente? Dann freuen wir uns sehr, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Jeder Hinweis, und sei er noch so klein, hilft, die Geschichte des Ortes und seiner Familien noch vollständiger zu bewahren.

 




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Pfeil Komitat Tolna
Pfeil Hőgyész im geschichtlichen Ortsverzeichnis GOV
Pfeil Offizielle Homepage
Pfeil Hőgyész in Wikipedia
Pfeil Lage, Stadtplan Hőgyész
:: Kontakt
Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an:
Thomas Weiland, Beáta Farkas


Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher e.V. (AKdFF)


letzte Aktualisierung der Datenbank Ortsfamilienbuch Hőgyész: 04.08.2026
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons - Namensnennung 4.0 International Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
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