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Ortsfamilienbuch Kaukehmen / Kuckerneese

Das Kirchspiel KaukehmenKreis Niederung

Kaukehmen ist ein Kirchdorf im baltischen Stammesgebiet der Schalauer, gegründet zu den Zeiten des Deutschen Ordens. Die Schalauer siedelten am Unterlauf des Memel-Stroms zwischen dem südlich angrenzenden Siedlungsgebiet der Prußen und dem nördlich angrenzenden Siedlungsgebiet der Litauer.

Der Ort Kaukehmen mit dem unmittelbar benachbarten Gut Kukernese liegt direkt südlich des Ruß-Stroms, einem Mündungsarm der Memel in das Kurische Haff und nördlich der Alten Gilge. Die Bewohner Kaukehmens und der umgebenden Orte und Güter rechnet man zumindest bis um 1736 der sog. "baltischen Urbevölkerung" zu.

Politisch zuzuordnen ist Kaukehmen (bis 1631 unter dem Namen Kukernese) mit den zugehörigen Gemeinden des Kirchspiels zunächst Preußen als Herzogtum und Königreich, später Preußen / Ostpreußen als Provinz im Deutschen Kaiserreich.

Auf Grund seiner Lage wurde Kaukehmen zentraler Handelsplatz im Memeldelta und besaß den Status eines "Fleckens". Auch wenn der Ort (versehentlich ?) nie zur Stadt aufstieg, war er entsprechend seiner regionalen Bedeutung seit 1722 Sitz des "Ambt Kukernese", nachdem das Hauptamt Tilsit in 6 Domänenämter unterteilt worden war. Auch im 1818 gebildeten "Kreis Niederung" war Kaukehmen kurze Zeit Verwaltungssitz.

Das Kirchspiel Kaukehmen bestand bereits ab ca. 1549.

Auf Grund der dünnen Besiedlung der Region umfasste sein Einzugsbereich im 16. und 17. Jahrhundert auch große Teile der späteren Kirchspiele Neukirch, Lappienen und Plaschken. Nachdem dort in der 2. Hälfte des 17.Jahrhunderts eigenständige Kirchspiele gegründet wurden, reduzierte sich der Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen erheblich. Für Ahnenforscher dieser Kirchspiele lohnt also auch der Blick in die älteren Taufbücher des Kirchspiels Kaukehmen.
1905 wurden die Orte des neu gegründeten Kirchspiels Skören "abgewidmet". Nach Ende des 1. Weltkriegs mussten die Orte nördlich der Russ an die Kirchspiele Palleiten und Wieszen abgetreten werden.

Die verfügbaren Kirchenbücher des Kirchspiels reichen (mit Lücken) von 1668 bis 1874, umfassen also rund 206 Jahre. Die in diesem Zeitraum zum Kirchspiel Kaukehmen zugehörigen "Kern"-Orte sind in der Liste der "Dörfer und Güter des Kirchspiels Kaukehmen" (siehe Tabelle unten) aufgeführt.


Die Nachbar-Kirchspiele sind Schakuhnen im Nordwesten, Plaschken im Nordosten, Lappienen im Südwesten und Neukirch im Südosten.

Zwischen den benachbarten Kirchspielen gab es natürlich gelegentliche "Wanderungen". Auffällig sind dennoch die recht zahlreichen Taufeinträge aus Baubeln, Girreningken und Schanzenkrug. Verschiedene Einträge in den KB Schakuhnen verweisen auf eine Zuordnung Baubelns zum Kirchspiel Lappienen. Dies betrifft wohl das "adelige Gut Baublen". Der hohe Anteil der Taufen aus Baubeln im Kirchspiel Kaukehmen ist dem "cölmischen Dorf Baublen" zuzuschreiben. Bei Girreningken ist zu vermuten, dass die Fährverbindung über die Ruß im Nachbarort Klein Schilleningken der kürzere Weg zur Kirche war, auch wenn Girreningken offiziell zum Kirchspiel Ruß, später zum Kirchspiel Schakuhnen gehörte. Bei Schanzenkrug sind die Orte Alt Schanzenkrug und Neu Schanzenkrug zu unterscheiden. Alt Schanzenkrug gehörte offensichtlich zum Kirchspiel Kaukehmen und wurde 1861 zu Baltruschkehmen eingemeindet. Neu Schanzenkrug gehörte zunächst zum Kirchspiel Neukirch, später zu Pokraken. Die zahlreichen Taufeinträge in Kaukehmen dürften daher überwiegend Alt Schanzenkrug zuzuschreiben sein.

Im Verlauf der Zeit wurden verschiedene Kirchspielorte in benachbarte Orte eingemeindet oder umbenannt. Dadurch sind sie in neueren Karten teilweise nicht mehr auffindbar.

1938 wurde Kaukehmen in Kuckerneese umbenannt, so wie auch einige Orte des Kirchspiels umbenannt wurden. Der Kreis Niederung wurde in Kreis Elchniederung umbenannt.

Seit Ende des 2. Weltkriegs liegt Kaukehmen mit der überwiegenden Zahl der Kirchspielorte im russischen Oblast Kaliningrad und heißt Jasnoje. Die nördlich des Ruß-Stroms (Nemunas) gelegenen Orte liegen jetzt in Litauen.

Der Kirchort Kaukehmen und das unmittelbar benachbarte Gut Kukernese wurden in den Kirchenbucheintragungen getrennt geführt.


Quellen

Kirchenbucheinträge:

Überwiegende Datenquelle sind die für das Kirchspiel verfügbaren Kirchenbücher von 1668 bis 1874. Begonnen habe ich die Erfassung mit den Taufeinträgen, teilweise ergänzt um Trauungen. Eine systematische Erfassung der Trauungen und Sterbefälle steht noch aus. Die Datenerfassung der Taufen umfasst momentan den Zeitraum von 1668 bis 1676 und 1700 bis 1848 vollständig. Die Lücke von 1677 bis 1699 wird als nächste geschlossen.
Die Jahrgänge 1668 bis 1677 und 1700 bis 1749 wurden von Dr. Witold Peuster beigesteuert. Daten aus dem Zeitraum 1678 bis 1699 sind noch lückenhaft. Zum großen Teil basieren diese Daten auf der umfangreichen Datensammlung von Hans-Lothar Kallnischkies.

Heimatkreisdatei:

Von der Kreisgemeinschaft Elchniederung habe ich die Informationen der Heimatkreisdatei der Orte des Kirchspiels Kaukehmen (mit dem Kirchspiel Skören) übernommen. Dies sind im Wesentlichen Namen und Wohnorte aus der Zeit zwischen 1939 und 1945. Es bleibt damit eine zeitliche Lücke im Datenbestand zwischen 1874 und 1939 / 1945.

Private Informationen:

Inzwischen habe ich auch etliche Personendaten aus privaten Quellen in die Datenbank aufnehmen können. Das sind vor allem Ergänzungen von Nachkommen der Personen aus der Heimatkreisdatei. Diese Daten sind vor allem interessant, wenn sie die oben genannte zeitliche Lücke schließen können. Soweit solche Ergänzungen in die Gegenwart verweisen, werden sie aus Datenschutzgründen hier nicht dargestellt bzw. anonymisiert.

Standesamtsregister:

Der Vollständigkeit halber möchte ich als weitere Quelle auf die Standesamtsregister im Standesamt I in Berlin hinweisen, die bisher aber nur für direkte Nachkommen zugänglich sind.
Neuerdings sollen sie teilweise online bei einer kommerziellen Genealogie-Website einsehbar sein.
Für Kaukehmen liegen dort allerdings nur sehr lückenhafte Register für die Geburten im Zeitraum 1874 bis 1944 vor. Für Sköpen gibt es auch Trauregister für 1881-1887 und 1889, sowie Sterberegister für 1874-1879 und 1882-1889.  (siehe hierzu http://www.kreis-elchniederung.de/html/wegweiser.html#UmzugR)

Aktuell enthält dieser Datensatz 65.987 Personen.

Die Quellen werden bei jedem Datensatz benannt. Sofern private Quellen zugrunde liegen, verweist ein Zahlenschlüssel in eckigen Klammern auf die Quelle, z.B. [90-01]. Bei Rückfragen bitte ich den zu benennen.

Ortsangaben werden grundsätzlich durch die jeweilige Zugehörigkeit zum Kirchspiel ergänzt, um die Zuordnung bei Namensgleichheiten eindeutig zu machen.



Orte im Kirchspiel Kaukehmen

(Erfassungsstand Taufen (1696-1848)

Dörfer und Güter des Kirchspiels Kaukehmen
mit alternativen Schreibweisen [Name ab 1938 in Klammern]
Allgawischken, Groß A. [Schlichtingen], Klein A. [Allgau]
Algavischken, Algavischkin, Algaviszken, Algawischcken, Algawiszken, Algawißken, Algawiszkei, Algawiszku
Baltruscheiten (*1) [Balten]
Baltruschaiten, Baltruschaten, Baltruschatczen, Baltruschatczin,
Baltruschatsze, Baltrußaiczei, Baltrußaitei, Baltrußaiczen,   Baltrußaiczu, Baltrußaitczu, Baltruszaiczusa
Baltruschkehmen (*1) [Altschanzenkrug]
Baltruschkemen, Baltruszkemen, Baltruszkehmen, Baltruschkonen,   Baltruszkeny,Baltruschcken, Baltrußkeimei, Baltrußkeimu,    Baltrußkiemen, Baltrußkiemis, Baltruszkiemjo
Baubeln [Sommershöfen]
Baublen, Baublin
Budwethen, Groß B., Klein B., B. Mühle (*1) [Ansorge]
Budvedczin, Budvehten, Budveitczuse, Budveiten, Budveitschen,   Baudwieczu, Budwieczu, Budwieten
Ginnischken, Neu G. [Neuginnendorf], Alt G. [Altginnendorf], Gut G. (*1)
Gennischken, Ginischken, Giniszken, Ginnischcken, Ginnischkin, Ginniszken, Ginnißkei, Ginnißken, Ginnißkiu, Ginnißkiusa,     Ginniszken Hoff
Heinrichsfelde und Fridrichshöffchen bey Heinrichsfelde (*2)
keine alternativen Schreibweisen bekannt
Jonaiten [Gilgenfeld],
Jonaithen, Jonatczin, Jonatschin
Kaplanischken (Gut).
Caplanischken , Kaplaniszken
Karzewischken, Groß K.(*1) [Sprosserweide], Klein K.
Karcewischken, Karczewischken, Karczewiszken, Kartzevischken, Kartzewischken, Kartzewiszken, Karczawiszken, Karczawisßkei, Karczawißkai, Karczawißken
Kaukehmen,
Kauckehmen, Kauckehnen, Kauckeln, Kaukehnen, Kaukenen, Kaukoehnen, Kaukohnen, Kauköhnen, Kaukonen, Kauken, 
Kaukehnellen
Killucken,
Killucken, Killuckken, Killuken, Killukken, Killukai, Killuku
Kloken,
Klocken, Klockin, Kloken, Klokin, Klukai, Kluke, Kluken, Klükiu,    Klukiusa
Kuckerneese, Gut K., K. Mühle
Kukerneesen, Kukernese, Kukernese, Kukernesee, Kaukerneesen
Leitgirren, Groß L., Gut L., Klein L. (*2)
Leidgeren, Leidgern, Leidgerren, Leidgirren, Leitgeren, Leitgern
Lyszeiten [Lischau],
Liczaczin, Liezaiten, Lihzaiten, Lisaiten, Lisajeitsche, Liszaiten, Liszeiten, Litzaiten, Lizactzin, Lizaiczen, Lizaiczu, Lizaiten, Lysaiten, Lizaiczei
Neuhoff (Gut),
Höfchen, Neu Hof, Neu Höfchen , Neu Höffchen, Neuhof, Neuhöfchen, Neuhöffchen
Neusorge,
Niesorge, Nisorge, Nisorges
Perwallkischken (Gut) (*4)
Perwalkiszken, Perwalkisken, Pervalkischken, Pervaltischken
Reatischken (Gut R.) (*3)
Rajatiszken, Reatischcken, Rejatiszken
Sausseningken [Milchhof], Klein S., Alt S.
Sauseninken, Sausininken, Sausininkin, Sauseninkin, Sausheningken, Sausheninken, Sausenincken, Sauseningken
Schanzenkrug, Alt Sch. (*1)
Schanzen Krug
Schilleningken, Groß Sch., Klein Sch., Sch. Krug (*2)
Groß /  Djn., Schilleinken, Schillininken, Schillninken, Szilleninken, Schilininken, Schilleninken, Schillningken, Schillenincken, Szillininken, Szillningken, Szilininkai, Szillininkai, Szillininkusa
Sellen, Alt S., Neu S., Gut S., Klein S.
Gut Sellen, Selen, Selenhof, Sellen, Guth, Sellen, Hof, Sellenhof, Sellern, Sellinn
Sköpen, Neu S., Alt S., S. Krug
Sckoepen, Skoepen, Skepen, Skiepen, Skiepinnei
Skören (*1)
Schoeren, Sckeren, Sckern, Sckoeren, Skörin, Skorn, Skerai,     Skeru, Skerusa
Skulbetwarren,
Sckulbethvarren, Skulbedvarren, Skulbethwarrn, Skulbetvarren, Sckulbetwarren, Skubetwaren, Skulbethwarren,  Skulbetwarai,    Skulbetwarru
Skuldeinen,
Sckuldainen, Sckuldeinen, Skuldainen, Skuldainen, Skuldehnen, Skuldein
Sutelischken,
Sutelischcken, Sutelischcken, Suteliszken, Siuteliszken,    Siuteliszkiu
Szaudschen,
Sauczen, Sauczin, Sauszen, Sautczin, Sautzen, Szauczen, Szautschen, Zauczen, Zauczusa, Zautczusa, Szaudyczei, Szaudyczus
Trumpeiten [Trumpenau], Groß T., Klein T.,
Jagwaltischken ab Trumpaiten,
Trumpaten, Trumpatischken, Trumpatsche, Trumpaiczei, Trumpaitei
Usseinen [Stellwagen]
(auch Neuhoff, Freiendorf, Friedenberg bey Usseinen),
Ushehnen, Ushein, Usheinen, Usheinin, Ussein, Ußein, Usseinusa,
Braukt, Brauktuwe, Braukuwe
Warskillen,
Varskellen, Varskeln, Varskillen, Varskillin, Varskilln, Warsckelln, Warsckillen, Warsckilln, Warskellen, Warskillin, Warskilln, Warszillen, Warskillei, Warskillusa
Wiezischken [Gilgetal],
Vitzischken, Vitzischkien, Vitzischkin, Vitzishken, Wicziszcken, Wicziszcken, Wieczyszken, Witischke, Witischken, Witzischcken, Witzischken, Wizisken, Wiziszken, Wicziszken, Wyczißken,   Wycziszkei, Wycziszkiu, Wycziszku

(*1) Kirchspielveränderung: Orte im 1905 neu gebildeten Kirchspiel Skören

(*2) Kirchspielveränderung: Orte nördlich der Russ, die nach dem 1. Weltkrieg (1920) vom Kreis Niederung und Kirchspiel Kaukehmen abgetrennt wurden.

(*3) Im Taufbuch wird Reatischken nicht näher bezeichnet (Gut „Gräflich Reatischken“ im Ksp. Kaukehmen oder Neuhof-Reatischken im Ksp Lappienen).

(*4) Kirchspielveränderung: Gut Perwallkischken wurde nach dem 1. Weltkrieg vom Kreis Niederung abgetrennt. Ob Gut Perwallkischken bereits vorher zum Kirchspiel Plaschken wechselte, bleibt zu untersuchen.


Taufen aus anderen Kirchspielen

  • Plaschken (im 17. Jahrhundert gehörten große Teile des Kirchspiels Plaschken zum Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen):
    Bersteningken, Galsdon-Joneiten, Jakob Titzkus, Jurge Szubien, Juschka Budwethen (Strillen), Klein Karzewischken, Kowgirren, Kugeleit, Lompönen, Pageldienen, Pillwarren (Gut), Plaschken, Pleine, Powilken, Schauditten, Suitkaten, Szameitkehmen, Uszpelken, Warrischken (Gut).
  • Ruß:
    Girreningken, Skirwietell.
  • Schakuhnen:
    Ackmenischken, Girreningken, Lebbeden, Mitzko Mantwill, Nauseden, Paleiten, Perkuhnen, Schakuhnen, Schakunellen, Schneiderende, Schudereiten, Spucken, Staltschen, Wieszeiten.
  • Lappienen (im 17. Jahrhundert gehörten große Teile des Kirchspiels Lappienen zum Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen):
    Baubeln (gräflich), Endreischken (Gut), Eschenberg, Iwenberg, (gräfl.) Joneiten, Lappienen, Maszrimmen, Mostaiten, Neu Mosteiten, Polenzhof, Raging, Reatischken (gräfl.), Schemeiten, Schuppinnen.
  • Neukirch (im 17. Jahrhundert gehörten große Teile des Kirchspiels Neukirch zum Einzugsbereich des Kirchspiels Kaukehmen):
    Adl. Kreywehlen, Bogdahnen, Alt B., B. Mühle, Neu B., Dwarehlischken, Gilkendorf, Hohenwiese, Ibenberg, Jägeriszken, Jedwilleiten (Krug), Jedwilleiten, Juschka Budwethen, Kreywehlen (adl.), Lausberg, Lentenbude, Mägdeberg, Motzwethen, Naudwarischken, Neuendorf, Klein Neuendorf, Groß Neuendorf, Neukirch, Pawarszen, Rokaiten, Schuppinnen.
  • Werden:
    Bögschen, Drunscheln, Heydekrug, Jagsten, Kanterischken, Lapienen, Masch Magutts, Mazehlin, Minneiken, Mussaten, Naujeningken, Rehhof bey Lappynen, Uszlöknen, Wieszen.
  • Coadjuthen:
    Allecken, Kawohlen, Meischlauken, Rukken, Sardweiten, Skeisgen, Stonischken, Tutteln.
  • Tilsit:
    Neu Campinischken, Suitkaten, Tilsit, Trakeningken.
  • Kallningken:
    Aschpalten, Wirschup et Lujehl.
  • Seckenburg:
    Budehlischker Berahmung, Jodgallen.
  • Pokraken:
    Kampinischken.
  • Prökuls:
    Prussischken.
  • Schillehnen:
    Austutschen.


Trauungen im Nachbar-Kirchspiel Schakuhnen

Im Zuge der Auswertung der Kirchenbücher von Karkeln / Schakuhnen hat Dr. Witold Peuster alle Eheschließungen erfasst, die in der Zeit von 1687 bis 1803 in Schakuhnen erfolgten und bei denen der Bräutigam oder die Braut aus dem Kirchspiel Kaukehmen stammen. Diese Trauungen habe ich in das OFB Kaukehmen übernommen.


Stand der Kirchenbuch-Auswertungen:

  • Kirchenbuch Taufen 1668-1696:

    Zeitraum 1668-1677 vollständig erfasst, Jahre 1678-1696 noch lückenhaft, sind in Bearbeitung
    Die Kirchenbuchseite 17 links fehlt. Damit fehlen geschätzt 10 Taufeinträge.
    Ebenso fehlt Seite 136 rechts. Vermutlich enthält diese Seite aber keine Einträge.
    Eine Besonderheit ist das Kapitel "Bastarte und Unechte Kind" mitten im Jahr 1676. Es enthält nicht nur uneheliche oder deutlich voreheliche Geburten der Jahrgänge 1669 bis 1677, sondern auch Hinweise auf - aus damaliger Sicht - unsittliche Lebensweisen. Der Zeitraum dieser Einträge fällt mit der Amtszeit des Pfarrers
    Johann Schöning zusammen. Die Einträge des Kapitels sind äußerst "schlampig" geführt, stehen teilweise - wie oft bei unehelichen Geburten - auf dem Kopf und benennen oftmals keine Familiennamen, so dass ein Auffinden in der Datenbank unter dem Familiennamen "NN" dem Zufall überlassen bleibt.
    Die Seitenreihenfolge der Microverfilmung im Kapitel "Bastarte und Unechte Kind" ist falsch. Die richtige Seitenabfolge ist 137rechts bis 145links, 129rechts bis 136links, 129links rückwärts bis 124links.
    Das Taufbuch 1668-1696 umfasst auch etliche Orte der später gegründeten Nachbarkichspiele (Lappienen, Neukirch und Plaschken).
  • Kirchenbuch Taufen 1696 - 1750:

    Zeitraum 1700-1749 (1750) vollständig erfasst.
    Zeitweise sind vereinzelt Kirchensonntage (als Taufdatum) benannt. Die daraus ermittelten Taufdaten sind chronologisch  eingeordnet, sind aber im Einzelfall nicht eindeutig belegt.
  • Kirchenbücher Taufen 1750 - 1771, 1771 - 1798, 1798 - 1823, 1824 - 1833, 1834 - 1848

sind vollständig erfasst. Für die Jahre 1825-1827 und 1845-1847 bestehen Kirchenbuchlücken.
  • Kirchenbücher Taufen 1848 mit Lücken bis 1874:

    Noch nicht ausgewertet.
  • Kirchenbuch Trauungen 1750 - 1834:

    Trauungen 1750 - 1834 sind sporadisch, aber noch nicht vollständig in den momentanen Datenstand eingeflossen. 
  • Kirchenbücher Trauungen 1835 - 1848 und 1863 - 1874:

    Noch nicht ausgewertet.
  • Kirchenbücher Tote 1749-1762, 1767-1822, 1823-1848 und 1863-1874:

    Noch nicht ausgewertet. 
Allgemeine Hinweise zur Auswertung:
Grundsätzlich sind alle Einträge erfasst, auch solche, die in den Kirchenbuchaufzeichnungen durchgestrichen oder ganz oder teilweise unleserlich sind (etwa 700). Daher gibt es vereinzelt Einträge ohne erkennbare Informationen.
Die Geburtsnamen von Müttern werden in vielen Fällen nicht genannt. Diese Personen werden in der Datenbank als "NN" geführt (etwa 7.000). Das gilt auch für nicht benannte Väter unehelicher Kinder.
Uneheliche Geburten werden besonders gekennzeichnet, da aus dem KB-Eintrag nicht immer zweifelsfrei erkennbar ist, ob das Kind als Familienname den FN des Vaters oder der Mutter erhielt.
Schreibweisen von Namen variieren selbst innerhalb einer Familie teilweise sehr stark. Die Variationen bei den väterlichen FN spiegeln sich in den jeweiligen FN der Kinder wieder. Die Variationen der mütterlichen FN sind erfasst, können momentan aber noch nicht dargestellt werden.

Heimatkreisdatei der Orte des Kirchspiels:

Vollständig erfasst inkl. der Orte des 1905 eigenständigen Kirchspiels Skören.

Auf der Webseite der Kreisgemeinschaft Elchniederung (siehe Link in der Spalte rechs) sind für die Orte des Kirchspiels Kaukehmen / Kuckerneese Listen der letzten bekannten Bewohner zum Zeitpunkt der Volkszählung 1939 oder für Kaukehmen 1945 einzusehen. Diese Datensammlung ist Teil des Projektes "Heimatkreisdatei". Der 2013 verstorbene Manfred Allies hat hierin Daten der letzten bekannten Einwohner der einzelnen Orte aus dem Zeitraum von ca. 1939 bis 1945 gesammelt. Zum großen Teil bestehen diese Daten aus den Erhebungen der Volkszählung von 1939, zum Teil aus seinen eigenen Recherchen.

Diese Datensammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit,  wenigsten aber die Namen der Personen sollten erhalten werden, das ist der Zweck der Heimatkreisdatei. Trotz all der Ungewissheiten wurden diese Listen zur Berechnung der Lastenausgleichsentschädigungen herangezogen.

Vor allem die umfangreiche Datensammlung zum "Heimatort unser Kuckerneese" ((c) Manfred Allies (2001- 7. Auflage), überarbeitet von: Wolfgang Nienke (2008)) ist hier besonders zu erwähnen. Sie enthält wesentlich umfangreichere Informationen, als hier für das Ortsfamilienbuch verwertet werden konnten. Aus diesen Daten habe ich lediglich eindeutige Personen- oder Familien-bezogene Details entnommen. 

1938 wurden viele Orte umbenannt. Um eine eindeutige Zuordnung zu ermöglichen, habe ich bei den "Seelenlisten"-Auswertungen beide Ortsbezeichnungen benutzt (siehe auch Liste der Orte im Kirchspiel Kaukehmen oben).

Insgesamt stellen die hier aus der Heimatkreisdatei erfassten etwa 5.513 Personen / Familien einen relativ "isolierten" Personenkreis dar, da Bezüge zu den letzten verfügbaren Kirchenbucheinträgen (vor 1874) und damit zu der vorangegangenen Generationen nur durch ergänzende Informationen hergestellt werden können. Dennoch lassen sich über die großenteils wiederkehrenden Familiennamen Verknüpfungen erahnen. Der mit der Heimatkreisdatei erfasste Personenkreis ist in der Regel nicht mit Geburts-, Heirats- oder Sterbedaten belegt. Zur zeitlichen Einordnung dient hier ein Hinweis auf Wohnort und Jahr und die Quellenangabe.

Zwischenzeitlich haben einige "Nachgeborene" die Angaben zu ihren Vorfahren aus den Kirchspielen Kaukehmen / Kuckerneese oder Skören freundlicherweise ergänzt. Solche Ergänzungen übernehme ich gerne in den Gesamtdatenbestand.



Besonders zu erwähnende Einträge

(die Liste wird mit fortlaufender Auswertung ergänzt):

  • Pfarrer Johann Schönink und Ehefrau Catharina Dargatz(in) aus Kaukehmen, 5 Kinder, (Pfarrer 1667–1677).
  • Pfarrer Johannes Klemm und 1. Ehefrau Dorothea Dargatz(in), 4 Kinder ,
    Pfarrer Johannes Klemm und 2. Ehefrau Anna Maria Engel(in), 5 Kinder, (Pfarrer 1677–1699)
  • Diakon (1692-1704 als 2. Pfarrer) Martin Forstenau und Ehefrau Anna Barbara Rosochat(in).
  • Pfarrer Johann Heinrich Vorhoff und Ehefrau Ursula, 5 Kinder, (Pfarrer 1700-1727).
  • Pfarrer Johann Christoph Tarrach und Ehefrau Anna Lovysa Gesell(in) aus Kaukehmen, 9 Kinder, (Pfarrer 1749 bis 1769/70, 1766/67 suspendiert).
  • Pfarrer Salomo Korella und 1. Ehefrau Ana Amalia Mosengel aus Schanzenkrug, 2 Kinder,
    Pfarrer Salomo Korella und 2. Ehefrau Regina Louise Heilsberg, 2 Kinder, (Pfarrer 1767-1809).
  • Pfarrer Egmont Bergatt und Ehefrau  Ilse, min. 2 Kinder, (Pfarrer 1934-1937).
  • Pfarrer Erich Lukat (Pfarrer bis 1944).
  • Pfarrer Herbert Potschka (Pfarrer 1935 bis 1944).
  • Pfarrer Friedrich Schumacher (Pfarrer 1942 bis 1944).
  • Praecent(or) Kauken(ensis) Johannes Nicolaus Hucke und Ehefrau Anna, 3 Kinder (Cantor um 1670-1680).
  • Praecentor Petras Petraitis und EhefrauElse, 1 Kind, (Cantor um 1677).
  • Cantor Michael Schober und Ehefrau Catharina, 2 Kinder, (Cantor in den 1670er Jahren).
  • Prec(entor) Kauk(enensis) David Leonhard Schöningk und Ehefrau Maria Holwell(in), 4 Kinder, (Cantor um 1700-1710).
  • Cantor Christoff Sperber und Ehefrau Euphrosina, 2 Kinder, (Cantor in den 1720er Jahren).
  • Cantor Christoph Friedrich Beyer und Ehefrau Maria Lunenburg(in), min. 3 Kinder, (Cantor in den 1730er Jahren)
  • Cantor Christian Grager und Ehefrau Anna Regina NN,4 Kinder, (Cantor bis 1765?).
  • Cantor Abraham Heinrich Safft und Ehefrau Sophia Charlotta Radck(in), 4 Kinder, (Cantor ab September 1765).
  • Cantor Christian Dawid Wittich und Ehefrau Catharina Charlotta Rehs(in),6 Kinder, (Cantor min. ab 1784, später Pfarrer 1809-1824).
  • Cantor Christian Lebrecht Hashenstein (Hassenstein) und Ehefrau Johanna Charlotta Lovisa Wahl, 2 Kinder, (Cantor ab 1800).
  • Cantor Ernst Constanz Wielcke und Ehefrau Charlotta Constantia Schröder, 1 Kind, (Cantor um 1807).
  • Cantor Samuel Theodor Zippel und Ehefrau Johanne Benjamine Reinyke, 1 Kind, (Cantor um 1810).
  • Cantor und Predigtamts Candidat Johann Erhard Atzpodien und Ehefrau Amalia Wilhelmine Wahl, 2 Kinder, (Cantor um 1818).
  • Cantor Herrmann Rudolph Grosh und Ehefrau Johanna Jacobine Ulrike Koob, 1 Kind, (Cantor um 1831).
  • Prediger Karl Sommerfeld und Ehefrau
  • Prediger Friedrich Jung und Ehefrau
  • Königlicher General-Pächter Christian Heinrich Patschke und Ehefrau Sophia Charlotta Schnell(in), 1 Kind.
  • Churfürstl. Ambts-Vorsteher zu Kukernese Tobias Engelitz und Ehefrau Cathrina, 1 Kind,
  • Amtmann und Generalpächter Martin Heinrich Cöler und Ehefrau Johanna Friderica Schultz(in) aus Kukernese, 8 Kinder.
  • Oberamtmann Rochow und Ehefrau Juliana Amalia Cöler aus Kukerneese, 1 Kind..
    Oberamtmann Theodor Rochow und Ehefrau Carolina Niesewald, 1 KInd.
  • Amtsrat (in Russ) Christoph Friderich Brandenburg und Ehefrau Heinrietta Johanna Gertruda Cöler, 2 Kinder.
  • Lieutnant außer Diensten und Dom. Beamter Heinrich von Heyden und Ehefrau Heinrietta Juliana Rochow, 3 Kinder.
    Lieutnant außer Diensten und Dom. Beamter Heinrich von Heyden und Ehefrau Heinriette von Tyschka, 2 Kinder.
  • Chirurgus Christian Anthon Sangel und Ehefrau Dorothe Christina, 1 Kind.
  • Chirurgus Johann Jacob Kalson mit Loysa Hermann(in) aus Kaukehmen, 1 (uneheliches) Kind.
    Chirurgus Johann Jacob Kalson und Ehefrau Ana Barbara Dittrich(in) aus Kaukehmen, 9 Kinder.
  • Chyrurgus Christoph Ludvich Schütze und Ehefrau Maria Elisabeth Bonin(in), 1 Kind.
  • Chirurgus Johann Friedrich Preuss und Ehefrau Dorothea Veit(in), 3 Kinder.
Anm.: die angegebene Kinderzahl bezieht sich auf den Auswertungszeitraum.


Die Fortschreibung des OFB erfolgt laufend, so wie es meine (Frei-)Zeit erlaubt.
Ich danke allen "Hinweisgebern" und freue mich über alle Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und ergänzenden Hinweise.

Besonderer Dank gilt der wachsenden Anzahl von Unterstützern,
so wie Ute Rossky, die viel Zeit in die Datensammlung investiert hat, Dr. Witold Peuster und Hans-Lothar Kallnischkies, die eigene Datenbestände zum Kirchspiel Kaukehmen beigesteuert haben.

Uwe Kuttkat,
Am Steinacker 6a,
41836 Hückelhoven.
kaukehmen@kuttkat.de

Koblenz Brot Croissant


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Uwe Kuttkat