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Ortsfamilienbuch LeisnitzOrtsfamilienbuch Leisnitz / Lisięcice
Kirchenbuch-, Familien- und Ortsgeschichte seit 1689Von der jahrhundertelangen Verbindung mit der Johanniterkommende Gröbnig bis zu den Kirchen- und Standesamtsquellen, aus denen die Familien des Dorfes rekonstruiert werden. Willkommen zum Ortsfamilienbuch Leisnitz / LisięciceLeisnitz, heute Lisięcice, liegt etwa 8,5 km nordöstlich von Leobschütz (heute Głubczyce) im heutigen Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen. Das katholische Kirchspiel war über viele Jahrhunderte eng mit der Johanniterkommende Gröbnig (heute Grobniki) verbunden. Leisnitz und Lisięcice sind verschiedene Namen und Kapitel in der Geschichte desselben Ortes. Dieses Ortsfamilienbuch beschäftigt sich aus genealogischen Gründen vor allem mit den Familien, die bis 1945 in Leisnitz lebten. Der Ort selbst endete jedoch nicht 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Leisnitz zu Polen und trägt heute den Namen Lisięcice. Das Dorf gehört heute zur Stadt- und Landgemeinde Głubczyce und ist Heimat seiner polnischen Bewohner. Seine Geschichte setzt sich unter veränderten politischen, sprachlichen und kulturellen Bedingungen bis in die Gegenwart fort. Diese Seite möchte daher die frühere Geschichte von Leisnitz dokumentieren, ohne die heutige polnische Identität von Lisięcice aus dem Blick zu verlieren. Pfarrkirche zur Kreuzerhöhung in Lisięcice, 2016. Foto: Juandev / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Bildnachweis. Das OrtsfamilienbuchDas Ortsfamilienbuch Leisnitz umfasst Kirchenbuch- und Personenstandseinträge von 1689 bis 1945. Berücksichtigt wurden die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Family History Library / FamilySearch) verfilmten Kirchenbücher, die Kirchenbuchzweitschriften aus dem Archiv Olmütz sowie weitere ausgewertete Kirchenbuch- und Standesamtsbestände aus dem Staatsarchiv Oppeln.
Soweit möglich, wurden die einzelnen Personen zu Familien zusammengeführt. Einzelne Datensätze können jedoch noch unverbunden sein und später ergänzt werden. Familiennamen wurden meist auf eine einheitliche Schreibweise gebracht; abweichende Schreibweisen sind nach Möglichkeit als Bemerkung vermerkt. Besonders seltene Familien- und Ortsnamen sind in den älteren Handschriften nicht immer eindeutig zu lesen, so dass Lesefehler nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und andere Hinweise sind jederzeit willkommen. Familienunterlagen, Fotos und zusätzliche Angaben können helfen, noch offene Verbindungen zwischen Personen und Familien zu klären. Geschichte des OrtesAlbert Mucha nennt in seiner 1956 erschienenen Chronik der Gemeinde Leisnitz O/S. für das Mittelalter verschiedene Namensformen, darunter Lysintiz, Leisentitz und Leistnitz. Er führt den Ortsnamen auf den Personennamen Lysota bzw. Lysata zurück. Solche Deutungen der ältesten Ortsgeschichte beruhen teilweise auf älteren heimatkundlichen Überlieferungen und sollten entsprechend vorsichtig gelesen werden. Sicher ist die enge Verbindung mit der Johanniterkommende Gröbnig. Bereits im Mittelalter gehörte Leisnitz zum Herrschaftsbereich der Kommende. In einer Nachricht von 1318 wird das Dorf im Zusammenhang mit den Johannitern genannt. Die weitere Entwicklung des Ortes blieb über Jahrhunderte eng mit Gröbnig verbunden. 1549 — Teilung der Erbrichterei.
Die Leisnitzer Erbrichterei wurde zwischen den Brüdern Bartolomäus und Andreas geteilt. Seitdem bestanden eine obere und eine untere Erbrichterei. In Kriegszeiten hatte jeder Erbrichter einen vollständig ausgerüsteten Reiter zu stellen. Die obere Erbrichterei befand sich seit 1709 über lange Zeit im Besitz der Familie Spiller. Leisnitz und die Kommende GröbnigDie wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zur Kommende prägten den Alltag der Einwohner über Jahrhunderte. Ein Teil der Frondienste wurde auf dem Gut Gröbnig, ein anderer Teil auf dem zur Kommende gehörenden Vorwerk Kreuzwald geleistet. Gärtnern und Häuslern war zweimal wöchentlich gestattet, im Kreuzwald Holz für den eigenen Bedarf zu sammeln. Neben Geld- und Naturalabgaben bestanden Robot- und Fuhrdienste. Alte Flurnamen wie Hofäcker und Zehnthof erinnern an diese Wirtschaftsordnung. Mit der Aufhebung der geistlichen Herrschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete auch die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Kommende. Um 1810 wurde der Kommendebesitz staatlich eingezogen; die Gröbniger Güter gingen anschließend an Friedrich Wilhelm Bernhard von Prittwitz über. Die Ablösung der verbliebenen Grundzinsen, Naturallieferungen und Dienste erfolgte im Laufe des frühen 19. Jahrhunderts. Das Dorf und seine BewohnerFür 1723 werden zwei Richter, ein Müller, 49 Bauern und 43 Angerhäusler genannt. 1783 zählte man 49 Bauern, 10 Gärtner und 38 Häusler. Bis zum frühen 20. Jahrhundert hatte sich das Dorf stark vergrößert. Die Einwohnerzahl wird für 1783 mit 979, für 1855 mit 1.672, für 1890 mit 1.884 und für 1910 mit 1.829 angegeben. Leisnitz gehörte damit zu den größeren Landgemeinden des Kreises Leobschütz. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbesserten sich die Verkehrs- und Nachrichtenverbindungen deutlich. Eine Chausseeverbindung nach Leobschütz bestand seit 1882, nach Oberglogau seit 1883 und in Richtung Kreis Cosel seit 1900. Eine Posthilfsstelle wurde 1865 eingerichtet. Im Dorf entstanden außerdem zahlreiche Vereine und Einrichtungen, darunter der Kriegerverein (1842), die Freiwillige Feuerwehr (1889) und die Spar- und Darlehenskasse (1893). Von den Mühlen blieb besonders die an der Straduna gelegene Richtermühle in Erinnerung. Sie gehörte ursprünglich zur unteren Erbrichterei. Daneben bestanden mehrere Windmühlen, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nach und nach verschwanden. Ein alter Steinbruch am Abhang gegen Berndau lieferte nach der örtlichen Überlieferung auch Baumaterial für die ehemalige Stadtmauer von Leobschütz. Kirche und PfarreiEine Kirche bestand in Leisnitz bereits lange vor der Reformation. Nach der Ortschronik bekannte sich ein großer Teil der Bevölkerung zwischen etwa 1530 und 1658 zur evangelischen Lehre. Nach der Gegenreformation wurde die Seelsorge wieder katholisch. Wegen der Zugehörigkeit zur Kommende versah zunächst ein Johanniterpriester als Administrator die Pfarrstelle. Erst nach der Aufhebung der Kommende im frühen 19. Jahrhundert gab es in Leisnitz wieder selbständige Pfarrer. Zum Kirchspiel gehörte auch das südöstlich gelegene Vorwerk Kreuzwald. Die heutige katholische Pfarrkirche ist der Kreuzerhöhung (Podwyższenie Krzyża Świętego) geweiht. In ihrer heutigen Gestalt geht sie wesentlich auf den Wiederaufbau nach einem Brand von 1666 zurück; ältere Bausubstanz blieb erhalten. 1714 wurde das Presbyterium erweitert. Bei einem weiteren Brand im Jahre 1812 wurde der obere Teil des Turmes beschädigt und anschließend verändert. Die Schieferbedachung erhielt die Kirche 1855. Bemerkenswerte Ausstattung
Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken gehören eine steinerne Taufe aus dem Jahre 1589, die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert und ein Kelch, den der Komtur Hans Nimce im Jahre 1523 gestiftet haben soll. Die Ausstattung des 19. Jahrhunderts wurde durch mehrere Leisnitzer Familien mitfinanziert. Der Hochaltar wurde 1887 vom Kunsttischler Ondrusch in Leobschütz gefertigt; weitere Altäre, Figuren und Kreuzwegbilder kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts hinzu. Für das Ortsfamilienbuch ausgewertete Quellen
Literatur zur Ortsgeschichte
Weiterführende Links
Historische Ortsnamen werden entsprechend der Sprache und Zeitstellung der jeweiligen Quellen wiedergegeben. Für das heutige Dorf wird der amtliche polnische Name Lisięcice verwendet. |
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letzte Aktualisierung der Datenbank Ortsfamilienbuch Leisnitz: 30.11.2024 Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons - Namensnennung 4.0 International Lizenz
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