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Familiendatenbank Raguhn

Raguhn ist heute ein Ortsteil der Stadt Raguhn-Jeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die Stadt besteht als Einheitsgemeinde seit 2010 und geht aus der Verwaltungsgemeinschaft Raguhn hervor, die sich 1994 aus der Stadt Raguhn (mit dem seit 1936 eingemeindeten Ortsteil Kleckewitz) sowie den bis dahin eigenständigen Gemeinden Altjeßnitz, Marke, Retzau, Schierau, Thurland und Tornau vor der Heide gegründet hat und der sich 2005 die Stadt Jeßnitz anschloss. Im Ortsfamilienbuch werden Personenstandsdaten aus den Orten erfasst, die das ehemalige Kirchspiel Raguhn bildeten.

Es umfasste neben der gleichnamigen Ortschaft auch die Dörfer Retzau und Kleckewitz. Retzau ist nach Raguhn eingepfarrt. Kleckewitz, das 1559 einen eigenen Pfarrer hatte, war von 1579 bis 1856 filial und bildete anschließend eine eigenständige Parochie, die von 1928 bis 1930 von Thurland und von 1930 bis 1936 sowie ab 1938 (nachdem zwei Jahre lang Hilfsprediger im Amt waren) von Raguhn betreut wurde. Die Pfarrstelle wurde 1951 aufgehoben und Kleckewitz damit wieder Filial von Raguhn. Heute bilden die drei Orte zusammen mit Altjeßnitz und Marke die Kirchengemeinde Raguhn im Verbund Region an Mulde und Fuhne.

Die Ortschaften

Die ländlich geprägte Stadt Raguhn befindet sich im Urstromtal der Mulde zwischen Dessau und Bitterfeld, wobei der historische Ortskern auf einer Insel zwischen der Mulde und dem Spittelwasser, einem Altarm des Flusses, liegt. Der Name wird urkundlich erstmals 1285 (Ragun) genannt, seit 1395 besitzt Raguhn das Stadtrecht. Die Stadtkirche St. Georg wurde von 1839 bis 1840 errichtet und ersetzte den 1827 durch Blitzschlag beschädigten Vorgängerbau, eine seit 1288 nachweisbare Kirche, die 1572 einen neuen Turm erhielt. Die beiden Glocken stammen aus der Zeit um 1300. Das Rathaus besteht in seiner heutigen Form seit 1866. An gleicher Stelle stand seit 1557 das alte Rathaus, das 1863 einem Brand zum Opfer fiel.

            1549    66 Bürger
            1805    1033 Einwohner
            1818    1589 Einwohner
            1830    1624 Einwohner
            1871    1785 Einwohner
            1900    2295 Einwohner

Südlich von Raguhn liegt die Ruine der ehemaligen Burg Lippene, die bereits Anfang des 13. Jahrhunderts als Jagdsitz des Anhaltischen Fürstenhauses diente. Nachdem sie im 15. Jahrhundert verfiel, errichtete man ab 1543 an gleicher Stelle ein Schloss mit Wirtschaftshof, das bis ins 17. Jahrhundert genutzt wurde. Bevor 1810 die Gaststätte „Schloss Libehna“ eingerichtet wurde, die bis zur Zerstörung des Schlosses 1945 bestand, befand sich auch eine Försterei auf dem Gelände.

Retzau, mundartlich „Rähtz“, das östlich der Mulde gelegen ist, wurde erstmals 1200 als Rotitz, 1534 als wüstes Dorf Rotz und im 16. Jahrhundert als Rotzow bzw. Rötzau erwähnt. Nach 1543 kam es in fürstlichen Besitz und erhielt ein Vorwerk. Zehn Jahre später zählte es vier Bauern. Das nach Raguhn eingepfarrte Dorf besaß seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts einen eigenen Friedhof. 1860 wurde das ehemalige Forsthaus zur Schule umgebaut. Davor gingen die Retzauer Schüler nach Kleckewitz.

            1787    193 Einwohner
            1818    208 Einwohner
            1830    225 Einwohner
            1871    299 Einwohner
            1900    320 Einwohner

Ebenfalls am rechten Muldufer gelegen ist das Pfarrdorf Kleckewitz. Es war Jahrhunderte lang in adeligem Besitz der Familie von Schilling und wurde 1736 von Fürst Leopold von Anhalt-Dessau angekauft. Das Gutshaus wurde ab 1849 (nach Auflösung und Veräußerung des Guts und seiner Äcker) als Pfarrhaus genutzt. 1220 wird der Ort als Clekewitz, 1313 als Klekewicz erwähnt. Nach Abriss des baufälligen Vorgängerbaus errichtete man von 1816 bis 1819 die Kirche St. Jakobus, deren Glocke und Turm von 1722 stammen.

            1787    215 Einwohner
            1818    258 Einwohner
            1830    301 Einwohner
            1871    380 Einwohner
            1900    363 Einwohner

Quellen

Von Raguhn sind Kirchenbücher ab 1638 vorhanden. Die Einträge von 1638 bis 1672 im ältesten Buch sind Abschriften eines heute verschollenen Registers. Seit 1722 hat Kleckewitz eigene Kirchenbücher, vorher sind die Einträge in denen von Raguhn zu finden.

Es bestehen Lücken:

            im Taufregister 1677–1684 und 1695,
            im Trauregister 1672–1678 und 1685,
            im Begräbnisregister 1648–1649, 1670–1671, 1679–1684.

Auf dem Titelblatt des ab 1684 vom Kaplan geführten Kirchenbuchs wurde vermerkt, dass während der Pestepidemie zwischen 1683 und 1684 über 300 Personen gestorben sind.

Für die Erfassung der Daten wurden bzw. werden hauptsächlich folgende Kirchenbücher benutzt:

  • Kirchenbuch Raguhn 1638–1710 (vollständig erfasst)
    • Trauungen      1686–1710
    • Trauungen      1638–1671
    • Taufen            1638–1672
    • Begräbnisse   1638–1669
  • Kirchenbuch Raguhn 1672–1756 (in Bearbeitung)
    • Trauungen      1678–1685 (erfasst)
    • Taufen            1672–1680 (erfasst)
    • Taufen            1721–1755
    • Begräbnisse   1721–1729
    • Begräbnisse   1672–1679 (erfasst)
    • Trauungen      1721–1756
    • Begräbnisse   1729–1756
  • Kirchenbuch Raguhn 1684–1759 (in Bearbeitung, erfasst bis 1700)
    • Trauungen      1684–1736
    • Trauungen      1755–1759
    • Taufen            1684–1729
    • Begräbnisse   1684–1729
  • Kirchenbuch Raguhn 1756–1808
    • Trauungen      1756–1808
    • Taufen            1756–1779
    • Begräbnisse   1756–1807
  • Kirchenbuch Raguhn: Taufen 1780–1821
  • Kirchenbuch Raguhn: Taufen 1821–1857
  • Kirchenbuch Raguhn: Taufen 1858–1871
  • Kirchenbuch Raguhn: Trauungen 1809–1858
  • Kirchenbuch Raguhn: Trauungen 1859–1871
  • Kirchenbuch Raguhn: Begräbnisse 1808–1860
  • Kirchenbuch Raguhn: Begräbnisse 1861–1871
  • Kirchenbuch Kleckewitz 1722–1851
    • Taufen            1722–1798
    • Trauungen      1722–1851
    • Begräbnisse   1725–1807
  • Kirchenbuch Kleckewitz: Taufen 1799–1871
  • Kirchenbuch Kleckewitz: Trauungen 1852–1871
  • Kirchenbuch Kleckewitz: Begräbnisse 1808–1871

 

Erläuterungen zur Erstellung

Das Ortsfamilienbuch befindet sich derzeit in Bearbeitung und wird regelmäßig aktualisiert.

Die Vor- und Familiennamen wurde weitgehend vereinheitlicht und an heute übliche Schreibweisen angepasst. In Klammern gesetzte Familiennamen sind Ehenamen.

Wohnorte und Angaben zum Beruf oder Stand einer Person sind mit einer Zeitspanne angegeben, die als Mindestwert zu verstehen ist. Ob die Personen bereits früher oder auch später noch den Beruf ausübten bzw. im Ort wohnten, lässt sich nicht in allen Fällen aus den Quellen ermitteln. Daten mit dem Zusatz „errechnet“ sind aus Altersangaben anderer Einträge errechnet und können je nach Sorgfalt des Schreibers mehr oder weniger abweichen. Geburtsorte ohne zugehörige Datumsangaben sollten als Herkunftsorte verstanden werden. Jahreszahlen mit dem Zusatz „um“ sind Vermutungen.

[   ] steht für Lücken im Original, […] für nicht (mehr) lesbare Passagen.

Die Quellen der Kirchenbucheinträge werden nach folgendem Schema angegeben:

Name des Kirchenbuchs, Seite, Eintrag, Nummer.

Die Seitenzahl bezieht sich dabei auf die Paginierung im Kirchenbuch, der Eintrag steht für die Nummer des Eintrags auf der entsprechenden Seite und die Nummer bezieht sich auf die Nummerierung des Eintrags (im Regelfall auf das entsprechende Jahr bezogen). Wenn das Kirchenbuch auf Archion einsehbar ist, steht zusätzlich der zugehörige Link mit entsprechender Bildnummer in der Quellenangabe. Angaben in eckigen Klammern sind Zusätze des Erstellers.

Errata

Da trotz sorgfältiger und gewissenhafter Arbeit Fehler im Ortsfamilienbuch nicht ausgeschlossen werden können, werden ergänzende und korrigierende Hinweise gern entgegengenommen und eingearbeitet.

Literatur:

Frauke Gränitz, Haik Thomas Porada, Günther Schönfelder (Hrsg.), Bitterfeld und das untere Muldetal. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Bitterfeld, Wolfen, Jeßnitz (Anhalt), Raguhn, Gräfenhainichen und Brehna (= Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat 66), Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2009².

Hermann Graf, Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, hrsg. vom Landeskirchenrat der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Dessau 1996. (online: Pfarrerbuch)

Emil Weihe, Landeskunde des Herzogtums Anhalt Bd. II, Dessau: Dünnhaupt 1907.




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