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Ortsfamilienbuch Rohrbronn

Die Gemeinde Rohrbronn, an den Ausläufern der Berglen über dem Remstal liegend, war bis ins 19. Jhdt. ein Teilort von Winterbach. Erste Ansiedlungen entstanden auf der ehemaligen Winterbacher Waldweide wohl im 9./10 Jhdt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Weiler in einem Zinsbuch der Vogtei Schorndorf in der Grafschaft Württemberg aus dem Jahr 1400[1]. Demnach gab es hier 7 Behausungen mit etwa 40 Bewohnern. Namensgeber des Ortes war vermutlich ein dortiger Röhrenbrunnen.

1809 löste sich die bürgerliche Gemeinde von Winterbach und hatte zusammen mit Hebsack einen eigenen Schultheißen. Erst 1828 wurde Rohrbronn selbstständig und ist seit der Gemeindereform von 1974 ein Teilort der Gemeinde Remshalden im Landkreis Rems-Murr, Baden-Württemberg.

Bis zum Jahr 1965 hatte Rohrbronn keine eigene evangelische Kirche. Die Bewohner mussten immer den Berg hinab nach Winterbach. Erst nach 1809 war der Hebsacker Vikar auch für Rohrbronn zuständig.  Einen eigenen Friedhof erhielt der Ort erst 1865. Bis dahin mussten alle Beerdigungen in Winterbach stattfinden.

Grundlage des in mehrjähriger Arbeit erstellten Ortsfamilienbuchs sind die in der Mutterkirche Winterbach angelegten 34 Kirchenbücher. Diese verfilmten und digitalisierten Dokumente befinden sich heute im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart und beginnen mit den Eintragungen im Mischbuch Bd.1 von 1649[2]. Für die Unterstützung durch Herrn Michael Bing und Dr. Bertram Fink bedanke ich mich recht herzlich. Die Transkriptionen wurden in die professionelle Genealogie-Datenbank „Gen-Pluswin“ eingetragen. Darin enthalten sind heute die Geburts-, Tauf-, Konfirmation-, Heirats- und Sterbedaten, sowie die jeweiligen Taufpaten, von über 5 700 Personen, die zwischen ca. 1640 und 1940 in Rohrbronn lebten.

Einmalig sind jedoch die Seelenregister, angefertigt mit viel Müh und Arbeit für seine Gemeinde und deren Filialen vom Winterbacher Pfarrer Johann Christoph Harpprecht (1688-1763). Diese Bücher enthalten nicht nur eine erste Zusammenfassung der Familiendaten, sondern oftmals auch noch die Lebensgeschichte der Probanden. Der Autor hat alle diese Beiträge, entstanden in Harpprechts Amtszeit in Winterbach zwischen 1733 und 1740, sorgfältig transkribiert.

Bei der Bedeutung des Weinbaus in Rohrbronn ist es nicht verwunderlich, dass bei den meisten Bürgern als Beruf Weingärtner vermerkt ist, wobei aber auch die Weber, meist im Nebenerwerb, häufig genannt werden.

Bei der Erstellung auch dieses Ortsfamilienbuches (OFB) wurden für die Personennamen überwiegend die heute gebräuchliche Schreibweise benützt. Bei dieser Publikation wurden die Vorgaben der Gesetze zum Schutz der Persönlichkeitsrechte (30Jahre nach dem Tode, 110 Jahre nach der Geburt und 80 Jahre nach der Heirat) beachtet. Daher finden sie bei manchen Eintragungen die Bemerkung „Einschränkung wegen Datenschutz“. Familienforscher erhalten jedoch von den Standesämtern die erforderlichen Informationen zur Weiterführung ihres persönlichen Familienstammbaums.

Um diese Druckausgabe nicht unnötig aufzublähen wurde auf die Ausgabe der einzelnen Quellen (Film- und Bildnummer der KB, Standesamtsregister) für die Eintragungen zu Geburt, Heirat und Tod verzichtet. Diese sind jedoch in der Datenbank vollständig vorhanden und können bei Bedarf jederzeit ausgelesen werden. Auch hier sind sämtliche Familien nach Namen, Vorname und Heiratsdatum alphabethisch sortiert und mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Diese Nummerierung ist dann Kennziffer für alle weiteren Erwähnungen der Person bei Heirat, Geburten, Patenschaften und Todesfällen. Sie findet auch Verwendung beim zusätzlichen Index der Herkunftsorte und der dort erwähnten Personen.

Trotz mehrfacher und sorgfältiger Korrektur sind im vorliegenden Werk sicherlich auch noch Fehler und unvollständige Angaben enthalten. Der Autor Uwe Riegel bittet deshalb alle Leser um entsprechende Korrekturhinweise.

Remshalden im Herbst 2021


[1] Staatsarchiv Stuttgart, H 101 Bd. 1475

[2] Landeskirchliches Archiv Stuttgart ab Film 934




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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Hermann Kull